SPD, BSW

Koalition in Brandenburg sucht Lösung - Kein Krisentreffen

09.11.2025 - 13:20:57

Weil das BSW im Brandenburger Landtag mehrheitlich gegen zwei MedienstaatsvertrÀge stimmen will, ist die Koalition in einer Krise. Ein Spitzentreffen wird abgesagt. Ist die Kuh damit vom Eis?

Die SPD/BSW-Koalition in Brandenburg ringt nach der Absage eines Spitzentreffens im Streit ĂŒber die Rundfunkreform um ihren Zusammenhalt. Die Auseinandersetzung dreht sich um die Kritik aus der BSW-Fraktion an zwei StaatsvertrĂ€gen, die in knapp zwei Wochen im Landtag zur Abstimmung anstehen. «Wir sind weiter mit der SPD im GesprĂ€ch», sagte BSW-Fraktionschef Niels-Olaf LĂŒders der Deutschen Presse-Agentur. «DafĂŒr brauchen wir keinen Koalitionsausschuss.» Ähnlich SPD-GeneralsekretĂ€r Kurt Fischer: Die GesprĂ€che entwickelten sich in eine gute Richtung, sagte er weiter.

Das Spitzentreffen war eigentlich fĂŒr Sonntag angesetzt. Die «Potsdamer Neuesten Nachrichten» hatten zuerst ĂŒber seine Absage berichtet.

Die BSW-Landtagsfraktion hatte angekĂŒndigt, am 19. oder 20. November mehrheitlich gegen die zwei StaatsvertrĂ€ge zur Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio und zur StĂ€rkung des Jugendmedienschutzes zu stimmen. Damit hĂ€tte die Koalition aber keine geschlossene Mehrheit. Außerdem stimmte das Kabinett mit BSW-Beteiligung den StaatsvertrĂ€gen schon vor Monaten zu. Die SPD von MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke pocht auf ein Ja beider Koalitionsfraktionen.

Die möglichen Optionen im Koalitionsstreit

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gilt die Entscheidung im Landtags-Hauptausschuss am Mittwoch zunĂ€chst als entscheidende HĂŒrde - dafĂŒr gibt es zumindest positive Signale.

‱ Im besten Fall könnte es zu einer Einigung kommen - etwa ĂŒber Enthaltungen. Im Hauptausschuss, der die Landtagssitzungen vorbereitet und in dem unter anderem die Fraktionschefs sitzen, haben SPD und BSW 5 von 9 Stimmen. Im Landtag hat die Koalition zwei Stimmen Mehrheit.

‱ Es gibt auch die Möglichkeit, dass die SPD die Zustimmung des BSW einfordert, aber bei den StaatsvertrĂ€gen eine Ausnahme macht. Im Koalitionsvertrag haben sich beide Partner zwar verpflichtet, im Landtag gemeinsam aufzutreten. Das BSW verweist aber darauf, dass die StaatsvertrĂ€ge vor seinem Eintritt in die Koalition fertig wurden. 

‱ Wenn es keine Einigung gĂ€be, wĂ€re ein Koalitionsbruch möglich mit unklaren Folgen. Woidke hĂ€lt eine Minderheitsregierung nicht fĂŒr sicher. Eine Neuwahl wĂ€re eher unwahrscheinlich - fĂŒr sie gelten hohe HĂŒrden.

Uneinigkeit auch innerhalb des BSW

Ein Konflikt schwelt aber auch innerhalb des BSW. Vize-MinisterprĂ€sident Robert Crumbach (BSW), der fĂŒr die Reformen eintritt, sagte: «Es ist schwierig, aber ich bin zuversichtlich.» Er hatte die eigene Fraktion zuvor zu VerlĂ€sslichkeit aufgerufen. «Ich kann verstehen, dass die SPD hier unsere ZuverlĂ€ssigkeit infrage stellt.» Der BSW-Bundesvorstand - darunter die neue Landeschefin und Crumbach-Nachfolgerin Friederike Benda - lehnt beide VertrĂ€ge ab.

StaatsvertrÀge bekommen wohl eine Mehrheit

Die BSW-Fraktion fordert eine weitreichendere Rundfunkreform und fĂŒrchtet bei den PlĂ€nen fĂŒr mehr Jugendmedienschutz zu große staatliche Eingriffe. Bundesweit ist das BSW im Umbruch und will sich einen neuen Namen geben. Weil die CDU-Opposition aber zustimmen will, bekommt die Rundfunkreform im Landtag voraussichtlich eine Mehrheit.

Die Reform soll am 1. Dezember in Kraft treten. Von den BundeslÀndern haben nur Brandenburg und Niedersachsen noch nicht zugestimmt.

@ dpa.de