Bericht: Zerstörte WaldflÀche 2023 fast so groà wie Lettland
08.10.2024 - 06:39:28Damit liegt die Welt bei ihren Zielen zum Schutz von WĂ€ldern weit zurĂŒck, wie aus dem von Forschungsorganisationen und zivilen VerbĂ€nden gemeinsam veröffentlichten Waldzustandsbericht hervorgeht. Die globale Waldzerstörung lag 2023 demnach 45 Prozent ĂŒber dem Wert, der erforderlich wĂ€re, um die Entwaldung bis 2030 zu beenden. Dazu hatten sich auf der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow mehr als 140 LĂ€nder verpflichtet.
6,37 Millionen Hektar Wald gingen dem Bericht zufolge verloren. Die Auswertung Forest Declaration Assessment, die auch mit Mitteln des Bundes gefördert wird, zeigt, wie weit sich ein Land oder eine Region vom erklÀrten Ziel der "Null-Abholzung" befindet. Dazu wurden bis 2030 jÀhrliche Zwischenziele formuliert und diese mit den tatsÀchlichen Abholzungsraten verglichen.
Viele tropische Regionen verfehlen Ziele
Fast 96 Prozent der gesamten Entwaldung habe 2023 in tropischen Regionen stattgefunden. Und fast alle diese Regionen hĂ€tten die Ziele fĂŒr das Jahr verfehlt: Afrika, Asien, Lateinamerika und die Karibik. Vor allem Landwirtschaft, StraĂenbau, BrĂ€nde und kommerzielles HolzfĂ€llen trieben die Zerstörung an. Von den tropischen Regionen hĂ€tte nur Ozeanien - die Inselstaaten des Pazifiks nördlich und östlich von Australien - sein Jahresziel erreicht.
"Wir sind nur noch sechs Jahre von einer kritischen globalen Frist zur Beendigung der Entwaldung entfernt, und die WĂ€lder werden weiterhin in alarmierendem AusmaĂ abgeholzt, degradiert und in Brand gesetzt", sagte Ivan Palmegiani von der Organisation Climate Focus, einer der Hauptautoren des Berichts. Eine Kurskorrektur sei aber möglich. Vor allem mĂŒssten die IndustrielĂ€nder ihren exzessiven Konsum ĂŒberdenken und die WaldlĂ€nder unterstĂŒtzen.
Fortschritte in Brasilien
Die gröĂten WaldflĂ€chen seien in Brasilien, Indonesien, Bolivien und der Demokratischen Republik Kongo verloren gegangen. Obwohl Brasilien das Land mit der gröĂten Abholzung weltweit sei, habe es nach der AmtsĂŒbernahme von StaatsprĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva Fortschritte gemacht: Die Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet ging 2023 im Vergleich zu 2022 um 62 Prozent zurĂŒck. Der Amazonas-Regenwald gilt als CO2-Speicher und hat eine wichtige Funktion im internationalen Kampf gegen den Klimawandel.
An diesem Dienstag stellt Bundeslandwirtschaftsminister Cem Ăzdemir (GrĂŒne) die Inventur zum Zustand und Umfang der deutschen WĂ€lder vor. Die Untersuchung liefert unter anderem Informationen zu Wuchs und SchĂ€den an BĂ€umen sowie den Anteilen der Baumarten. Sie stellt damit grundlegende Daten zur VerfĂŒgung, die fĂŒr den Schutz der WĂ€lder, die wirtschaftliche Nutzung und die Anpassung an verĂ€nderte Klimabedingungen wichtig sind.

