Deutschland, Berlin

DGB: Staat muss Superreiche stärker besteuern

03.06.2026 - 00:10:04 | dpa.de

Wenige Tausend Superreiche besitzen einen Großteil des deutschen Finanzvermögens. Der DGB will sie stärker zur Kasse bitten, um das Gemeinwesen am Laufen zu halten.

Mehr Steuern statt mehr Schampus: So wünscht es sich der DGB für die Reichen hierzulande. - Bild: Hannes P Albert/dpa
Mehr Steuern statt mehr Schampus: So wünscht es sich der DGB für die Reichen hierzulande. - Bild: Hannes P Albert/dpa

Angesichts klammer Staatskassen sollen aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds die Superreichen hierzulande mehr zum Gemeinwesen beitragen – unter anderem über eine nach knapp 30 Jahren reaktivierte Vermögensteuer. «Statt für die Breite der arbeitenden Menschen den Rotstift anzusetzen und sozialstaatliche Errungenschaften in Frage zu stellen, muss die Bundesregierung endlich die Nutznießer der ungleichen Verteilung in die Pflicht nehmen», sagte der stellvertretende DGB-Vorsitzende Stefan Körzell dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Nach einem neuen DGB-Konzept soll jeder Euro besteuert werden, der über ein Nettovermögen von 1 Million Euro hinausgeht; bei Verheirateten wären es 2 Millionen.

Die Vermögensteuer wird seit 1997 nicht mehr erhoben. Grund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das den Gleichheitsgrundsatz verletzt sah: Immobilien wurden im Vergleich zu Geldvermögen oder Wertpapieren ungleich bewertet. Die Vermögensteuer an sich wurde also nicht gekippt, es wäre aber eine Reform nötig gewesen. Ihre Aktivierung ist auch eine Forderung der SPD, die aber wegen des Widerstands der Union nicht Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat.

Abgabe für das «oberste Promille» 

Daneben sollte es nach den Vorstellungen des DGB auch eine extra Vermögensabgabe für die Allerreichsten geben; Körzell spricht dabei vom «obersten Promille» der Bevölkerung. «Diese Abgabe sollte zehn Prozent auf alle privaten Nettovermögen ab zehn Millionen Euro betragen und über zwanzig Jahre abgetragen werden können.»

Körzell sagte, die wachsenden Finanzlücken in Bund, Ländern und Kommunen gefährdeten zentrale sozialpolitische Eckpfeiler. Gleichzeitig wachse aber die Zahl von Superreichen und deren Vermögen immer schneller und auf ein historisches Ausmaß an.

Immer mehr Superreiche auch in Deutschland

Hintergrund: Auch hierzulande gibt es mehr sogenannte Superreiche, die mehr als 100 Millionen Dollar (rund 86 Mio. Euro) besitzen. Ihre Zahl wuchs in Deutschland laut einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Report der Unternehmensberatung Boston Consulting Group 2025 um rund 1.100 auf rund 5.000. Sie haben zusammen mehr als ein Viertel des Finanzvermögens im Land.

Zuletzt hatte sich auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) für eine Vermögensteuer ausgesprochen. Menschen, die deutlich mehr Geld hätten, müssten im Rahmen des Solidarprinzips einen Beitrag leisten, wenn es um eine Steuerreform gehe.

de | politik | 69474253 |

Weitere Meldungen

Bayern düpiert: Alba Berlin gleicht in Finalserie aus. Berlin krönt einen defensiven Kraftakt und hat nun zwei Heimspiele. Die Bayern verlieren in den Playoffs zwei Runden lang kein Spiel - im Finale dann aber gleich das zweite gegen Alba. (Politik, 14.06.2026 - 17:41) weiterlesen...

Alba Berlin siegt in München und gleicht Finalserie aus. Das bessere Ende haben dabei die Gäste für sich. Bayern München und Alba Berlin liefern sich im Kampf um die deutsche Basketball-Meisterschaft erneut ein intensives Duell. (Politik, 14.06.2026 - 17:33) weiterlesen...

Berlin-Hamburg: Züge rollen wieder - Kleiner Fahrplanwechsel. Aber es ändert sich im Fahrplan der Bahn noch mehr. Für Zehntausende Pendler zwischen Hamburg und Berlin haben ab Sonntag Ersatzverkehr und Umleitungen ein Ende. (Wirtschaft, 13.06.2026 - 10:38) weiterlesen...

Dank Obst-Gala: Bayern gewinnen erstes Finalspiel gegen Alba. Am Ende jubelt München - und das dank eines zuletzt noch erkrankten Stars. Im ersten Finalspiel um die Meisterschaft liefern Deutschlands Basketball-Größen Bayern und Alba ein Offensivspektakel. (Politik, 12.06.2026 - 22:31) weiterlesen...

Herzspezialist muss nach Patiententod erneut vor Gericht. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil wegen Totschlags auf. Er forderte eine neue Bewertung möglicher Mordmerkmale. Ein Herzspezialist der Charité muss nach dem Tod zweier Patienten erneut vor Gericht. (Unterhaltung, 12.06.2026 - 12:00) weiterlesen...

Fahrerlos durch die Staustadt Berlin? Ein autonomer Minivan steuert durch Berlin - ein Fahrer muss nicht mehr eingreifen: Wie weit ist die Technik - und könnte das den Nahverkehr verändern? (Wirtschaft, 11.06.2026 - 17:22) weiterlesen...