POLITIK: Jamming und Spoofing: Störung von Satellitensignalen steigt
27.03.2025 - 16:21:24 | dpa.deDie Zahl solcher Störungen ist so stark gestiegen, dass drei internationale Organisationen nun Regierungen auffordern, die Sicherheit der Anlagen, die die Satellitenkommunikation benötigen, zu verbessern.
Die UN-Organisation fĂŒr Telekommunikation, die internationale Fernmeldeunion (ITU), registriert die Störberichte, die ihre 194 MitgliedslĂ€nder melden. Nach ihren Angaben wird seit drei Jahren ein Anstieg beobachtet. Die Zahl der gemeldeten VorfĂ€lle habe sich von 2023 auf 2024 verfĂŒnffacht. Besonders betroffen seien LĂ€nder im Nahen Osten sowie in der Region der Ostsee und des Schwarzen Meeres. Von wo solche Störaktionen ausgingen, teilt die ITU nicht mit.
Jamming und Spoofing
Konkret geht es um globale Navigationssatellitensysteme (GNSS), die auf den FrequenzbĂ€ndern arbeiten, die dem Radionavigationsdienst per Satellit (RNSS) zugewiesen sind, wie die ITU berichtet. Die Störaktionen heiĂen Jamming und Spoofing. Beim Jamming wird der Empfang des Satellitensignals gestört, beim Spoofing wird es durch ein anderes, falsches Signal ersetzt, was dem EmpfĂ€nger falsche Positionsdaten liefert. Jamming kann unabsichtlich passieren, Spoofing gilt als CyberkriminalitĂ€t.
Betroffen seien NavigationsempfangsgerĂ€te in Flugzeugen und Schiffen, aber auch Dienste auf Mobiltelefonen. Wenn der Standort von Störsendern ausgemacht werden kann, mĂŒssen LĂ€nder nach den ITU-Regeln solche AktivitĂ€ten auf ihrem Territorium stoppen.
Notfallsysteme nötig
Die ITU hat zusammen mit der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) einen Appell veröffentlicht. Neben dem Schutz ihrer Anlagen sollten die LĂ€nder unter anderem Notfallsysteme mit konventioneller Navigation fĂŒr den Fall von AusfĂ€llen bereithalten. "Globale Satellitennavigationssysteme sind unverzichtbar fĂŒr unsere Sicherheit zu Lande, zu Wasser und in der Luft", sagte ITU-GeneralsekretĂ€rin Doreen Bogdan-Martin.
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