Kassen, Meldepflicht

Kassen fordern Meldepflicht fĂŒr freie TherapieplĂ€tze

24.07.2025 - 13:36:50 | dpa.de

Wer an einer seelischen Erkrankung leidet, muss hÀufig lange warten, bis ein Therapieplatz frei wird. Die Krankenkassen drÀngen auf gesetzliche Lösungen.

  • FĂŒr schwer Erkrankte ist die Suche nach einem Therapieplatz besonders schwer. (Symbolbild) - Foto: Sina Schuldt/dpa
    FĂŒr schwer Erkrankte ist die Suche nach einem Therapieplatz besonders schwer. (Symbolbild) - Foto: Sina Schuldt/dpa
  • Der Weg zur Therapie ist oft lang. (Archivbild) - Foto: Jens Wolf/zb/dpa
    Der Weg zur Therapie ist oft lang. (Archivbild) - Foto: Jens Wolf/zb/dpa
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Wegen langer Wartezeiten in der Psychotherapie fordern die gesetzlichen Krankenkassen eine schnellere Terminvergabe an Betroffene. So mĂŒssten Psychotherapeutinnen und -therapeuten gesetzlich dazu verpflichtet werden, freie BehandlungskapazitĂ€ten zu melden, fordert der GKV-Spitzenverband. 

«Wir haben keinen Mangel an PsychotherapieplĂ€tzen. Aber gerade schwer psychisch Kranke haben Probleme, einen Therapieplatz zu finden», sagte die stellvertretende Chefin des Verbands, Stefanie Stoff-Ahnis, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der Verwaltungsrat des Verbands hat dazu ein Positionspapier beschlossen, ĂŒber das der RND zunĂ€chst berichtet hatte.

Verband: Jeder vierte Erwachsene ist psychisch krank

Darin betont der Verband den großen Hilfebedarf: «Psychische Erkrankungen haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einer relevanten gesundheitlichen Herausforderung entwickelt.» JĂ€hrlich sei etwa jeder vierte Erwachsene von einer psychischen Erkrankung betroffen. Nur die wenigsten bekĂ€men aber sofort einen Therapieplatz.

FĂŒr eine bedarfsgerechte Versorgung mĂŒsse «eine angemessene Anzahl an Sprechstunden und die HĂ€lfte der BehandlungsplĂ€tze von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten an die Terminservicestellen gemeldet und ausschließlich durch diese vergeben werden», schreibt der Spitzenverband.

Terminservicestellen werden Auftrag bislang nicht gerecht

Gerade schwer psychisch Erkrankten sei «es nicht zuzumuten, alleine einen Therapieplatz ohne direkte Hilfe und unterstĂŒtzende Orientierung zu suchen», sagte Stoff-Ahnis. Die Terminservicestellen sind jetzt schon per Gesetz verpflichtet, innerhalb von vier Wochen Termine fĂŒr die psychotherapeutische Sprechstunde zu vermitteln. Das wird laut Spitzenverband aber nicht erreicht. 

Hier bestehe «deutlicher Handlungsbedarf», denn 2023 lag die Vermittlungsquote fĂŒr solche Termine nach Verbandsangaben bei 46 Prozent. Das heißt, die Terminservicestellen haben mehr als die HĂ€lfte der Anfragen nicht oder nicht fristgerecht vermittelt.

PatientenschĂŒtzer fordern Rechtsanspruch auf SuizidprĂ€vention

Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert schnellere Angebote fĂŒr psychisch erkrankte Menschen und verweist auf die Zahl der Selbsttötungen, die in den vergangenen Jahren wieder gestiegen sei. «Es steht zu befĂŒrchten, dass sich diese Tendenz fortsetzen wird. Ein Grund dafĂŒr ist, dass Termine bei Psychotherapeuten kaum zu bekommen sind», sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. «Offenkundig reichen die gesetzlichen Instrumente nicht aus, um die KassenĂ€rztliche Vereinigung beim Sicherstellungsauftrag verbindlich in die Pflicht zu nehmen.»

Trotz politischer Debatten ĂŒber das Thema Suizid und mögliche PrĂ€ventionsmaßnahmen fehle es an einem umfassenden Schutz. Dazu gehört aus Sicht der PatientenschĂŒtzer etwa ein Rechtsanspruch auf die Vorbeugung von Suizid in der gesetzlichen Krankenversicherung. «Dazu zĂ€hlen kurzfristige Sprechstunden, BehandlungsplĂ€tze und aufsuchende Therapie.» Schwerstkranke brĂ€uchten «passgenaue, schnelle Angebote», sagte Brysch.

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