600 Betroffene des Magdeburger Anschlags angeschrieben
13.01.2025 - 16:17:34 | dpa.de
Dreieinhalb Wochen nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt sind mehr als 600 betroffene Menschen angeschrieben worden. Sie hĂ€tten Informationen ĂŒber Hilfsangebote erhalten, sagte der Bundesopferbeauftragte Roland Weber in Magdeburg. Im Gegensatz zum Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz sei es gelungen, «sehr, sehr schnell Kontakt zu den Betroffenen herzustellen», betonte er.
Weber: Anschlag ist in seiner Dimension beispiellosÂ
«Der Anschlag ist in seiner Dimension beispiellos in der jĂŒngeren Vergangenheit unseres Landes», sagte Weber. Die Bundesrepublik dĂŒrfte und werde die Betroffenen nicht allein lassen. FĂŒr die Koordination und Abstimmung der beteiligten Stellen gab es in der Landeshauptstadt zum zweiten Mal einen Runden Tisch.Â
Nach derzeitigem Kenntnisstand hĂ€tten sich zwischen 600 und 800 Opfer an Anlaufstellen gewandt, die Zahl könne jedoch noch steigen, erklĂ€rte der Rechtsanwalt. Hunderte hĂ€tten das psychosoziale Beratungstelefon genutzt. «200 RĂŒckmeldungen sind eine hohe Quote», hatte Weber bereits vergangene Woche der «Welt am Sonntag» gesagt.Â
Als Betroffene gelten Personen, die durch die Tat Angehörige verloren haben, verletzt wurden oder sich im Einwirkungsbereich des TĂ€ters aufgehalten haben.Â
Justizministerin: «Wir stehen mit der Hilfe erst am Anfang»
Kurz vor Weihnachten raste der 50-jĂ€hrige Taleb A. mit einem Auto ĂŒber den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, knapp 300 wurden zum Teil schwer verletzt. Das genaue Motiv ist bisher unklar.
Angesichts der hohen Betroffenenanzahl und der Vielschichtigkeit der benötigten Hilfe sei die Bearbeitung des Anschlags keine leichte Aufgabe, sagte Sachsen-Anhalts Justizministerin Franziska Weidinger. «Wir stehen mit der Hilfe erst am Anfang.»Â
Die CDU-Politikerin versprach eine zĂŒgige, unbĂŒrokratische und nachhaltige UnterstĂŒtzung fĂŒr die Opfer und Betroffenen. «Es geht hier um Vertrauen in den Staat und Verantwortung, die wir damit ĂŒbernehmen», sagte Weidinger.Â
Opfer terroristischer und extremistischer Taten können beim Bundesamt fĂŒr Justiz eine sogenannte HĂ€rteleistung beantragen. Die Bundesregierung will dafĂŒr sorgen, dass die Verletzten und die Familien der Getöteten des Magdeburger Anschlags finanzielle UnterstĂŒtzung erhalten - unabhĂ€ngig vom Motiv des TĂ€ters.Â
In Sachsen-Anhalt können die Betroffenen unabhĂ€ngig vom Tatgrund eine einmalige Opferhilfe beantragen. Die Erhöhung der fĂŒr den Fonds verfĂŒgbaren Mittel werde bereits auf politischer Ebene geklĂ€rt, fĂŒhrte die Justizministerin aus.
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