Praxis-Angestellte, Arzt

Mehr als 2000 Praxis-Angestellte streiken

Veröffentlicht am: 08.02.2024 um 11:36 Uhr | dpa.de

Wer heute zum Arzt geht, muss sich möglicherweise auf lÀngere Wartezeiten einstellen: Arzthelferinnen und -helfer legen ihre Arbeit nieder.

HausĂ€rzte unterstĂŒtzen System fĂŒr Patientensteuerung. (Archivbild) - Bild: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
HausĂ€rzte unterstĂŒtzen System fĂŒr Patientensteuerung. (Archivbild) - Bild: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Mindestens 2000 Arzthelferinnen und -helfer haben ihre Arbeit niedergelegt und damit AblÀufe in zahlreichen Arztpraxen bundesweit durcheinandergewirbelt. Nach Angaben des Verbandes medizinischer Fachberufe (vmf) wollten sich allein an den Kundgebungen in mehreren deutschen StÀdten insgesamt 1000 Menschen beteiligen, sagte eine Sprecherin.

Ebenso viele hĂ€tten gegenĂŒber dem Verband angegeben, dem ganztĂ€gigen Streikaufruf auch ohne Demoteilnahme folgen zu wollen. Es sei aber davon auszugehen, dass sich weiteres Praxispersonal beteiligen wĂŒrde.

Verband: Mögliche Auswirkungen werden deutlich

Der Verband hatte erstmals in seiner Geschichte die bundesweit 330.000 Medizinischen Fachangestellten (MFA) aus der ambulanten Versorgung zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. VerbandsprÀsidentin Hannelore König zeigte sich zufrieden mit der Resonanz auf den Warnstreik.

«Heute werden die Auswirkungen zwar nicht flĂ€chendeckend spĂŒrbar sein, aber dort, wo die MFA nicht zur Arbeit kommen, ist es ein Ausblick darauf, was droht, wenn wir nicht die GehĂ€lter erhöhen», sagte König der Deutschen Presse-Agentur. «Ohne deutliche Verbesserungen fĂŒr die MFA ist die ambulante Versorgung der Patientinnen und Patienten gefĂ€hrdet.» So wandere lĂ€ngst zunehmend Personal aus den Praxen in die Kliniken oder andere Arbeitsbereiche wegen besserer VergĂŒtung ab.

FĂŒr mehr Gehalt

In den laufenden Tarifverhandlungen will der Verband der Forderung nach besserer Bezahlung Nachdruck verleihen. Mehrere ÄrzteverbĂ€nde zeigten sich solidarisch mit den Streikenden und forderten die Politik und Krankenkassen auf, notwendige Steigerungen bei den Personalkosten auch entsprechend auszugleichen. Die grĂ¶ĂŸten Kundgebungen mit rund 200 Teilnehmern sollen in Berlin und NĂŒrnberg stattfinden. Protestaktionen gibt es auch in Dortmund, Hamburg, Marburg und Stuttgart.

In bestreikten Praxen sei mit erheblichen Verzögerungen bei den AblĂ€ufen und lĂ€ngeren Wartezeiten zu rechnen, fĂŒr die man die Patienten um VerstĂ€ndnis bitte, sagte eine Verbandssprecherin. Zu den Arbeitsbereichen gehören neben Anmeldung und Terminvergabe auch die Assistenz bei Untersuchungen, Behandlungen und chirurgischen Eingriffen. Die MFA sind den Angaben nach außerdem zustĂ€ndig fĂŒr Dokumentation, Hygienemaßnahmen, Praxismanagement und Abrechnungen.

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