Anwohner nahe neuer WindrÀder in Niedersachen sollen finanziell profitieren
17.04.2024 - 11:36:09Ein entsprechendes Gesetz hat der Landtag am Mittwoch mit den Stimmen der Regierungsfraktionen SPD und GrĂŒne beschlossen. Die CDU enthielt sich, die AfD stimmte gegen das Vorhaben.
Das Ziel der Landesregierung ist es, den Ausbau der erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne deutlich zu beschleunigen und das Land bis 2040 klimaneutral zu machen. Neben der BĂŒrgerbeteiligung sieht das neue Gesetz dafĂŒr auch kommunale Wind-FlĂ€chenziele sowie eine Akzeptanzabgabe vor, die die Anlagenbetreiber an die Kommunen zahlen mĂŒssen.
Bei der Beteiligung der Anwohner geht es um Windenergieanlagen und FreiflĂ€chen-Photovoltaikanlagen, die erst noch errichtet werden sollen. Die VorhabentrĂ€ger werden verpflichtet, den Anwohnern in einem Umkreis von 2,5 Kilometern ein entsprechendes Angebot zu machen. FĂŒr die AusschĂŒttung gibt es laut Energieministerium unterschiedliche Möglichkeiten, etwa niedrige Strompreise, Direktzahlungen oder die Beteiligung an BĂŒrgerenergiegenossenschaften.
Im Schnitt sollen die BĂŒrger so mit 0,1 Cent je eingespeister Kilowattstunde berĂŒcksichtigt werden. "Diese direkte Beteiligung der Menschen vor Ort ist neu und bundesweit einzigartig", sagte Energieminister Christian Meyer (GrĂŒne).
Die Akzeptanzabgabe fĂŒr die Kommunen soll 0,2 Cent je eingespeiste Kilowattstunde betragen. Laut Ministerium sind das rund 30 000 Euro pro Jahr fĂŒr jedes neue Windrad. Die Kommunen könnten mit dem Geld zum Beispiel einen kostenlosen Eintritt ins Freibad, die StĂ€rkung des Nahverkehrs, ein Kulturfestival oder die Förderung sozialer Einrichtungen bezahlen, zĂ€hlte Meyer auf.
Die FlĂ€chenvorgaben fĂŒr die Regionen sollen bis Ende 2032 erreicht werden. Sie sind auf maximal vier Prozent der FlĂ€che gedeckelt und orientieren sich an einer von Wissenschaftlern ermittelten Windkraft-Eignung. Dabei wurden Ausschlussfaktoren wie Wohngebiete, Verkehr, Infrastruktur, Naturschutz, MilitĂ€r und Wasser berĂŒcksichtigt. Der Höchstwert von vier Prozent wurde fĂŒr die Landkreise LĂŒneburg, Rotenburg und Uelzen festgelegt, fĂŒr die Stadt OsnabrĂŒck hingegen nur 0,02 Prozent.
Im Ergebnis sollen damit kĂŒnftig 2,2 Prozent der LandesflĂ€che fĂŒr Windenergieanlagen bereitstehen. Das entspricht etwa einer Verdopplung der bisher genutzten FlĂ€che.
Niedersachsen liegt beim Ausbau der erneuerbaren Energien nach Angaben der Bundesnetzagentur bundesweit auf Platz zwei hinter Bayern. Mehr als die HÀlfte der installierten Leistung entfÀllt dabei auf die mehr als 6300 Windenergieanlagen an Land.

