CDU, Steuer

CDU fĂŒr steuerfreies Arbeiten in der Rente bis 2000 Euro

29.09.2023 - 13:24:52

Wer in der Rente weiterarbeitet und ordentlich hinzuverdient, muss einen Teil des Geldes an den Fiskus abfĂŒhren. Die CDU sieht hier Reformbedarf - und will dies zunĂ€chst einmal fĂŒr zwei Jahre anders regeln.

Die CDU will Älteren steuerfreies Weiterarbeiten in der Rente bis zu einer Grenze von 2000 Euro im Monat ermöglichen. Den Vorschlag fĂŒr eine entsprechende «Aktivrente» untermauerte CDU-GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann in Berlin mit der Vorlage eines Rechtsgutachtens. Wer das gesetzliche Rentenalter erreicht und weiterarbeitet, soll bis zu 2000 Euro pro Monat steuerfrei dazuverdienen können. Linnemann sagte: «Lasst uns das einfach mal zwei Jahre ausprobieren.» Die CDU stehe bereit, den Vorschlag sofort umzusetzen. Auch im nĂ€chsten Wahlprogramm der CDU solle sich der Vorschlag wiederfinden.

Vor allem dem zunehmenden FachkrĂ€ftemangel soll laut Linnemann so begegnet werden. Es sei in Deutschland «fast schon eine Tradition, dass man von 100 auf 0 geht, dass wenn man in Rente ist, dann sofort komplett aufhört zu arbeiten». Dabei wollten viele Menschen laut Umfragen im Fall von SteuervergĂŒnstigungen freiwillig lĂ€nger arbeiten.

Der Augsburger Steuerrechtler Gregor Kirchhof, der den Vorschlag im Auftrag der CDU untersucht hatte, sagte: «Dieser Vorschlag fĂŒhrt im Alter zu einer Vereinfachung des Steuerrechts.» Er sei zudem verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden und steuersystematisch zu begrĂŒnden. Heute fielen höhere SteuersĂ€tze an, wenn man neben der Rente ein Arbeitseinkommen beziehe. Der Gesetzgeber könne die Doppelbelastung durch die Besteuerung der Altersvorsorge und der ErtrĂ€ge durchaus reduzieren.

Was passiert, wenn nach Rentenalter weitergearbeitet wird?

Bereits heute mĂŒssen die Menschen, die das regulĂ€re Rentenalter erreichen, nicht automatisch in Rente gehen. Sie können unbegrenzt hinzuverdienen. Wer weiterarbeitet, erhĂ€lt fĂŒr jeden Monat einen Zuschlag von 0,5 Prozent auf seine Rente. Doch bei Überschreiten des Grundfreibetrags von 10.908 Euro im Jahr durch Rente und Hinzuverdienst fallen auch fĂŒr diesen Steuern an.

Der Bundesregierung warf Linnemann vor, sich im Kampf gegen den FachkrĂ€ftemangel sich zu wenig um zusĂ€tzliche BeschĂ€ftigte aus Deutschland zu bemĂŒhen und stattdessen vor allem auf FachkrĂ€ftezuwanderung zu setzen.

Die SPD im Bundestag lehnte den CDU-Vorschlag als ungerecht ab. «Wer beispielsweise auf dem Bau oder in der Pflege schwere körperliche Arbeit geleistet hat und deswegen im Alter nicht mehr arbeiten kann, wĂŒrde doppelt benachteiligt: durch AbschlĂ€ge wegen eines frĂŒheren Renteneintritts und weil ErwerbsfĂ€hige durch die Steuerfreiheit bevorzugt wĂŒrden», sagte deren Finanzexperte Michael Schrodi der Deutschen Presse-Agentur. Zudem wĂŒrden vor allem Menschen mit hohen Renten und hohen ĂŒbrigen Einkommen profitieren.

@ dpa.de