Bund und LĂ€nder verhandeln ĂŒber Lösung fĂŒr SteuerausfĂ€lle
18.06.2025 - 04:45:38Bund und LĂ€nder suchen weiter nach einer Lösung im Ringen um das Investitionsprogramm des Bundes und EinnahmeausfĂ€lle fĂŒr die LĂ€nder. Am Vormittag kommen in Berlin zunĂ€chst die Regierungschefinnen und -chefs der LĂ€nder zusammen, am Nachmittag stehen Beratungen mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) an. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) rechnet noch nicht mit einer Einigung.Â
Was der Bund plant - und was das fĂŒr LĂ€nder und Kommunen hieĂe
Um die maue Wirtschaftslage in Schwung zu bringen, will der Bund Firmen Anreize geben fĂŒr Investitionen, unter anderem durch erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten fĂŒr Maschinen und Elektrofahrzeuge. Ab 2028 soll zudem die Körperschaftsteuer sinken.
Allerdings wĂŒrden die PlĂ€ne wegen sinkender Steuern auch Einnahmeverluste mit sich bringen. Laut Gesetzentwurf wĂ€ren es fĂŒr die Kommunen 13,5 Milliarden Euro weniger, fĂŒr die LĂ€nder 16,6 Milliarden und fĂŒr den Bund 18,3 Milliarden - also insgesamt rund 48 Milliarden. Die LĂ€nder verlangen vom Bund einen finanziellen Ausgleich und verweisen dabei vor allem auf die prekĂ€re Haushaltslage vieler hoch verschuldeter Kommunen.
Was LĂ€ndervertreter fordern
Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) unterstĂŒtzte das Paket grundsĂ€tzlich, verwies aber am auf das Prinzip «wer bestellt, bezahlt». «NatĂŒrlich gehen wir mit dem Anspruch einer vollstĂ€ndigen Kompensation auf den Bund zu», sagte er. Möglich sei am Ende aber auch eine Kompensation zu 90 Prozent.Â
Berlins Regierender BĂŒrgermeister Kai Wegner (CDU) Ă€uĂerte sich Ă€hnlich. «Am Ende muss es zu einer Entlastung der LĂ€nder kommen, wenn MaĂnahmen des Bundes die Landeshaushalte belasten. Es braucht ein Entgegenkommen», sagte er «T-Online».Â
Wie es weitergehen könnte
Finanzminister Klingbeil dĂ€mpfte die Erwartungen an das Bund-LĂ€nder-Treffen: «Wir werden das auf der MinisterprĂ€sidentenkonferenz wahrscheinlich noch nicht abschlieĂen, weil das muss sehr genau diskutiert werden», sagte er bei einer Veranstaltung der «Rheinischen Post». Aber klar sei, dass es eine Lösung geben mĂŒsse.
WĂŒst zeigte sich optimistisch, dass man bei dem Spitzentreffen mit Merz einen Schritt weiter kommen werde. Wenn eine Einigung bis zur Bundesratssitzung am 11. Juli erzielt werden solle, mĂŒsse das Gesetzesprojekt jetzt vorankommen. «Sonst landet es am Ende im Vermittlungsausschuss», warnte er.Â
Wie eine Lösung aussehen könnte
Die CDU-MinisterprĂ€sidenten haben in einem Schreiben an Kanzler Merz eine grundsĂ€tzliche Lösung gefordert: Einen dauerhaften Mechanismus, der immer dann automatisch zugunsten von LĂ€ndern und Kommunen greift, wenn Bundesgesetze zu Mehrausgaben oder Mindereinnahmen fĂŒhren. Dazu sagte ThĂŒringens MinisterprĂ€sident Mario Voigt (CDU) der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch): «Es darf nicht sein, dass wir bei jeder neuen MaĂnahme wieder von vorn verhandeln».Â
Möglich wĂ€re aber auch, dass erst einmal nur eine Lösung fĂŒr dieses eine konkrete Gesetz gefunden wird. Zur Kompensation könnten die LĂ€nder einen höheren Anteil an der Umsatzsteuer bekommen. Denkbar wĂ€re aber auch, dass der Bund den Kommunen gezielt bei Klimawandel-Programmen oder Sanierungsvorhaben unter die Arme greift und sie so ĂŒber einen Umweg entlastet.
Bayerns Finanzminister Albert FĂŒracker (CSU) sagte der «Augsburger Allgemeinen», fĂŒr eine wirtschaftliche Trendwende mĂŒsse der Staat zunĂ€chst in Vorkasse gehen, in Form von SteuerausfĂ€llen. Und wenn die Wirtschaft anziehe, flössen auch wieder mehr Steuereinnahmen. Und davon profitierten Bund, LĂ€nder und Kommunen gleichermaĂen.
Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig sagte, zwar mĂŒsse die Wirtschaft angekurbelt werden. «Die gemeinsame Position der LĂ€nder ist, dass dieses Paket nicht einseitig zulasten der LĂ€nder und Kommunen gehen darf», betonte die SPD-Politikerin.


