Keller unter Wasser, Zeltlager gerÀumt, UnfÀlle
04.08.2024 - 16:05:51Bei Hann. MĂŒnden zwischen Göttingen und Kassel rutschte in der Nacht zum Sonntag ein Teil eines Hanges auf die BundesstraĂe 80 und erfasste ein Auto. Zwei Menschen mussten nach Angaben einer Polizeisprecherin aus dem Wagen befreit werden. Sie blieben unverletzt. Auch anderenorts in Deutschland hatten Anwohner mit heftigem Regen zu kĂ€mpfen.
Auf der A8 bei MĂŒnchen stieĂen bei Starkregen fĂŒnf Fahrzeuge mit insgesamt 20 Insassen zusammen. Zwischen den Anschlussstellen Adelzhausen und Sulzemoos kam es zu einer Kettenreaktion, wie die Polizei mitteilte. Wie viele Menschen genau verletzt wurden, ist noch immer unklar - unmittelbar nach dem Unfall vom Samstagnachmittag war die Rede von mindestens 15. Es könnten am Ende aber doch auch weniger sein, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.
In den vergangenen Tagen waren mehrere BundeslĂ€nder von Unwettern betroffen. Schlimm hatte es zum Beispiel die Region um Kassel in Hessen getroffen. Dort dauern die AufrĂ€umarbeiten an. Die StraĂen seien wieder frei, doch die betroffenen HĂ€user mĂŒssten noch von Schlamm befreit werden, sagte eine Sprecherin des Kreises am Sonntag. Besonders heftig traf es einen Ortsteil von Trendelburg, GottsbĂŒren. Auch in den anderen betroffenen Kommunen seien die Anwohner weiter mit AufrĂ€umarbeiten beschĂ€ftigt.
Eine erste SchÀtzung der Schadenshöhe könne vermutlich Anfang der Woche gegeben werden. Diese werde nach Angaben der Sprecherin sicher bei etlichen Millionen Euro liegen. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) will sich am Montag vor Ort ein Bild von der Lage machen. Es sind dem Ministerium zufolge GesprÀche mit Politikern und Einwohnern der betroffenen Gemeinden vorgesehen.
Keller stehen unter Wasser
Noch unklar ist auch die Schadenshöhe im SĂŒden Niedersachsens. Wegen des Starkregens rĂŒckte die Feuerwehr zu zahlreichen EinsĂ€tzen wegen vollgelaufener Keller aus. In Hann. MĂŒnden seien auĂerdem in der Nacht zu Sonntag mehrere StraĂen wegen Ăberflutung gesperrt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher auf Anfrage. Seit Samstagabend habe es in Hann. MĂŒnden mehr als 50 EinsĂ€tze wegen vollgelaufener Keller gegeben. Laut der Feuerwehr wurde niemand verletzt.
Unwetter trifft auch Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt
Auch ein GebĂ€ude der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt am Standort in Hann. MĂŒnden war von dem Starkregen betroffen. Das genaue AusmaĂ der SchĂ€den bei der gemeinsamen Einrichtung der LĂ€nder Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein blieb zunĂ€chst unklar. Das GebĂ€ude war am Tag nach dem Unwetter abgesperrt. WeiĂe SandsĂ€cke lagen um das GebĂ€ude, wie ein dpa-Fotograf vor Ort sagte.
In Alsfeld sĂŒdöstlich von Marburg musste ein Zeltlager bei einem Reitturnier gerĂ€umt werden. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurden am Samstag etwa 300 Menschen evakuiert, die auf einer ĂŒberfluteten Festwiese gecampt hatten. Dort waren in drei Zelten auch etwa 100 Pferde untergebracht. Der Feuerwehr zufolge kamen 260 Jugendliche fĂŒr die Nacht in einer Turnhalle und mehrere Familien in Hotels unter. Verletzt wurde niemand. Auch die Pferde, die zwischenzeitlich bis zu 25 Zentimeter tief im Wasser standen, blieben unversehrt.
Wie wird das Wetter?
Beim Wetter ist zumindest in den kommenden Tagen ein kurzes Durchatmen angesagt. Hoch "Kai" bringt zu Wochenbeginn trockenere Luft und viel Sonnenschein, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Hochsommerlich wird demnach vor allem der Dienstag mit Temperaturen um die 30 Grad. Nachts kĂŒhle es gut ab - mit Ausnahme des SĂŒdwestens. "Entlang des Oberrheingrabens muss wieder mit erheblicher WĂ€rmebelastung gerechnet werden", erklĂ€rte DWD-Meteorologin Sonja Stöckle.
"Am Mittwoch ist das kurze, trockene Intermezzo schon wieder vorbei", teilte Stöckle mit. Von Nordwesten komme bereits morgens eine Kaltfront mit Schauern und Gewittern herein, die das Bundesgebiet im Tagesverlauf von Nordwest nach SĂŒdost ĂŒberquere. Punktuell mĂŒsse wieder mit Starkregen, Hagel und stĂŒrmischen Böen gerechnet werden.

