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WDH / Minister: 50 000 Ärzte in letzten zehn Jahren zu wenig ausgebildet

15.04.2024 - 05:05:05

(Wiederholung vom Wochenende)BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach stimmt die deutsche Bevölkerung auf große LĂŒcken in der medizinischen Versorgung ein.

(Wiederholung vom Wochenende)

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach stimmt die deutsche Bevölkerung auf große LĂŒcken in der medizinischen Versorgung ein. "Wir haben 50 000 Ärztinnen und Ärzte in den letzten zehn Jahren nicht ausgebildet. Daher werden uns in den nĂ€chsten Jahren flĂ€chendeckend die HausĂ€rztinnen und HausĂ€rzte fehlen. Wir werden in eine ganz schwierige Versorgungssituation kommen", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin". Den kĂŒnftigen Mangel "kann man sich noch gar nicht richtig vorstellen", warnte er.

Lauterbach verwies auf sein geplantes Gesetz, das die Versorgung vor Ort stĂ€rker absichern soll. Im aktuellen Entwurf, der nun im Bundestag beraten wird, fehlen allerdings die sogenannten Gesundheitskioske, die in Regionen mit vielen sozial benachteiligten Menschen entstehen sollten, wie er auf Nachfrage einrĂ€umte. Gemeint sind leicht zugĂ€ngliche Beratungsstellen fĂŒr Behandlung und PrĂ€vention, die von einer Pflegekraft geleitet werden. Gefragt nach dem Widerstand insbesondere der FDP dagegen sagte der Minister: "Im Entwurf waren einige Dinge - die standen strittig zwischen den Beteiligten. Und da habe ich einfach Tempo gemacht. Ich kann jetzt nicht ewig darauf warten, bis wir uns auf Kabinettsebene ĂŒber die Kioske einigen - zumal das ja nur ein ganz kleiner Teil ist." Über die Kioske werde noch spĂ€ter verhandelt.

Lauterbach verwies darauf, dass nach seinen PlĂ€nen fĂŒr HausĂ€rzte VergĂŒtungs-Obergrenzen (Budgets) wegfallen sollen. Dies sei wichtig, um Nachwuchs zu gewinnen. Wenn die Budgets wegfallen, werde ein grĂ¶ĂŸerer Teil junger Mediziner sich fĂŒr den Hausarztberuf entscheiden, sagte er. "Selbst dann wird der Mangel gravierend sein. Aber es muss sofort kommen."

Zur Finanzierung zusĂ€tzlicher MedizinstudienplĂ€tze sagte er, dagegen sperrten sich unter anderem die LĂ€nder, die nicht mehr Geld dafĂŒr ausgeben wollten. "Uns fehlen ja 5000 StudienplĂ€tze pro Jahr. So ist es ja gekommen, dass wir in den nĂ€chsten zehn Jahren insgesamt 50 000 Ärzte zu wenig haben. Jeder wird das spĂŒren."

@ dpa.de