Reiche, Zeitenwende

Reiche hĂ€lt 'Zeitenwende' in der Energiewende fĂŒr notwendig

01.09.2025 - 16:23:05

Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche hĂ€lt eine "Zeitenwende" in der Energiepolitik fĂŒr notwendig.

Das sagte die CDU-Politikerin bei einer Veranstaltung der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz in Berlin. Man mĂŒsse ein "StĂŒckchen mehr Realismus" wagen, sagte Reiche. Es mĂŒsse auch weiter in die erneuerbaren Energien investiert werden. "Wir mĂŒssen aber gleichzeitig fĂŒr Versorgungssicherheit Sorge tragen. Das sind zwei Seiten einer selben Medaille, sich resilienter zu machen. Klimaschutz weiter voranzutreiben, heißt gleichzeitig fĂŒr Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit zu sorgen."

Thema bei der Veranstaltung "Zeitenwende on tour" der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz war die Frage, wie Deutschland angesichts von Bedrohungen vor allem durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie von AbhĂ€ngigkeiten bei Rohstoffen etwa von China resilienter werden kann und welche Rolle dabei die Energiepolitik spielt. Der Begriff Zeitenwende stammt aus einer Rede des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) im Februar 2022 nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Monitoring zum Strombedarf in den nÀchsten Jahren erwartet

Reiche sagte, es gehe darum, den Wirtschaftsstandort zu sichern. Sie sprach von einem wettbewerbsfÀhigen, starken Deutschland, das in der Lage sei, sich zu verteidigen und eine starke Industrie zu haben. "Um das hinzubekommen, brauchen wir auch eine Zeitenwende, wenn Sie so wollen, in der Energiepolitik."

Die Ministerin hatte bei einem Institut ein Monitoring zum Stand der Energiewende gegeben. Erwartet wird, dass sie die Ergebnisse in dieser oder der kommenden Woche vorlegt. Dabei geht es um den zu erwartenden Strombedarf in den kommenden Jahren sowie um den Stand der Versorgungssicherheit, des Netzausbaus und des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Reiche hatte bereits deutlich gemacht, dass sie einen Kurswechsel in der Energiewende anstrebt. Die Kosten mĂŒssten runter.

Reiche fĂŒr heimische Förderung

Die Ministerin sprach sich fĂŒr die heimische Förderung von Rohstoffen aus, damit Deutschland resilienter wird. DafĂŒr mĂŒssten auch unbequeme Entscheidungen in Kauf genommen werden. Als Beispiel nannte Reiche den Abbau von Lithium. Dagegen gebe es aber Widerstand. Reiche nannte auch die umstrittene Bohrung nach Erdgas des niederlĂ€ndischen Energiekonzerns One-Dyas in der Nordsee vor der Insel Borkum. Das zustĂ€ndige NiedersĂ€chsische Landesamt fĂŒr Bergbau, Energie und Geologie stimmte einem von dem Unternehmen beantragten Sofortvollzug fĂŒr die Bohrungen zu. UmweltverbĂ€nde kritisieren die Gasförderung.

@ dpa.de