Habeck verteidigt Steuererleichterungen fĂŒr auslĂ€ndische FachkrĂ€fte
08.07.2024 - 17:47:16
Zum DGB-Vorwurf, die vorĂŒbergehende steuerliche Besserstellung von auslĂ€ndischen ArbeitskrĂ€ften berge gesellschaftlichen ZĂŒndstoff, sagte Habeck, er sehe das "Gerechtigkeitsargument", aber man brauche eben die FachkrĂ€fte.
Dem Nachrichtensender "Welt" sagte Habeck am Montag: "Das kommt darauf an, wie rum man da draufschaut. Wenn man sagt, die Arbeitnehmer kriegen diesen Bonus nicht, die hier schon sind, dann hat man erst einmal recht. Umgekehrt wissen wir ja und sehen es ĂŒberall, dass wir ArbeitskrĂ€fte brauchen. Und andere LĂ€nder machen es eben auch."
Neben dem Gerechtigkeitsargument gebe es eben auch ein volkswirtschaftliches Argument, das fĂŒr das Modell spreche: "Wenn mehr FachkrĂ€fte nach Deutschland kommen, weil sie hier gerne arbeiten wollen bzw. weil sie diese VergĂŒnstigungen in Anspruch nehmen, dann gewinnen wir alle. Dann ist das Gerechtigkeitsargument immer noch da, das stimmt, aber insgesamt gewinnt die Volkswirtschaft."
Habeck verwies darauf, dass auslĂ€ndische FachkrĂ€fte die Existenz deutscher Betriebe und auch die Jobs deutscher Arbeitnehmer sicherten: "Da ist irgendeine Stelle ausgeschrieben - sagen wir, ein Ingenieur wird gebraucht, damit der ganze Ingenieurszweig dort weiter funktioniert. Der ist aber nicht zu finden. Nicht auf dem deutschen Arbeitsmarkt, nicht auf dem auĂerdeutschen Arbeitsmarkt, weil die nicht nach Deutschland gehen. KĂ€me der oder die wegen dieses Anreizmodells und alle kriegen weiter BeschĂ€ftigung, dann ist es ja auch gut fĂŒr den Betrieb. Wenn er nicht kommt, hat der Betrieb möglicherweise ein Problem. So muss man darauf gucken."
Habeck rĂ€umte allerdings ein, das Instrument der Steuererleichterung fĂŒr neue auslĂ€ndische Arbeitnehmer sei "erst einmal irritierend, weil wir mit zwei verschiedenen Steuermodellen arbeiten".
Daher sei das Modell auch als Versuch angelegt: "Man muss sich das, weil es ein neues Instrument ist, genau angucken und auch monitoren und schauen, ob es wirkt und wie es wirkt. Es geht nicht darum, ein Subventionsmodell zu schaffen, sondern ein Problem zu lösen und nicht ein neues zu schaffen. Und das muss man sich jetzt genau anschauen. Aber erst einmal ist es einen Versuch wert."


