Wirtschaftsnobelpreis 2026, Robert E. Hall

Wirtschaftsnobelpreis 2026 geht an Hall und Woodford

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Robert E. Hall und Michael Woodford werden für ihre Forschung zu den Grundlagen makroökonomischer Stabilisierung ausgezeichnet. Ihre Modelle sollen helfen, die Wirkung abgestimmter Geld- und Fiskalpolitik auf Konjunkturschwankungen zu erklären.

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm verkündet jedes Jahr den Wirtschaftsnobelpreis. (Symbolbild) - Bild: Lovisa Engblom/The Nobel Foundation/dpa
Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm verkündet jedes Jahr den Wirtschaftsnobelpreis. (Symbolbild) - Bild: Lovisa Engblom/The Nobel Foundation/dpa

Preisvergabe in Stockholm und Auszeichnung

  • Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften gab die Entscheidung in Stockholm bekannt.
  • Hall und Woodford erhalten zwölf Millionen schwedische Kronen, etwas mehr als eine Million Euro.
  • Die Preisverleihung findet am 10. Dezember in Stockholm statt.

Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an die US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford.

Forschung zur makroökonomischen Stabilisierung

Ausgezeichnet werden die beiden Forscher für «die mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung». Ihre Arbeiten befassen sich mit makroökonomischen Modellen, die Konjunkturschwankungen dämpfen können.

Nach Angaben der Akademie könnten auf dieser Grundlage gut abgestimmte fiskal- und geldpolitische Maßnahmen wirtschaftliche Ausschläge nach oben und unten abmildern. Die Generalsekretärin der Akademie, Ellen Moons, erläuterte dies bei der Preisverkündung.

Wirtschaftspreis ist nachträglich gestiftet

Der Preis wird traditionell am Montag nach den Auszeichnungen in Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden bekanntgegeben. Er gehört nicht zu den Preisen, die Alfred Nobel in seinem Testament vorgesehen hatte.

Die Auszeichnung wurde 1968 nachträglich gestiftet und 1969 erstmals vergeben. Offiziell trägt sie den Namen Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel.

Verleihung am Todestag Alfred Nobels

Wie die anderen Auszeichnungen wird der Wirtschaftspreis am 10. Dezember verliehen, dem Todestag Nobels. Die Zeremonie findet in der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt.

Vorjahrespreis würdigte Wachstumstheorien

Im vergangenen Jahr ging der Preis zur einen Hälfte an den israelisch-amerikanischen Wirtschaftshistoriker Joel Mokyr. Die andere Hälfte erhielten der Franzose Philippe Aghion und der Kanadier Peter Howitt für ihre Forschung zum stetigen Wachstum von Volkswirtschaften.

Modelle für stabilere Konjunktur

Die Auszeichnung rückt einen Kernbereich moderner Makroökonomie in den Mittelpunkt: die Frage, wie Entscheidungen von Haushalten und Unternehmen gesamtwirtschaftliche Entwicklungen prägen. Die mikroökonomischen Grundlagen sollen dabei erklären, warum Volkswirtschaften auf Zinsen, Staatsausgaben und andere politische Impulse reagieren.

Für die Wirtschaftspolitik ist dieser Ansatz relevant, weil Konjunkturschwankungen nicht allein beschrieben, sondern mit konkreten Entscheidungen von Zentralbanken und Regierungen verknüpft werden. Gut abgestimmte Maßnahmen können demnach die Stärke von Auf- und Abschwüngen beeinflussen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede politische Reaktion automatisch stabilisierend wirkt; entscheidend sind Zeitpunkt, Dosierung und die Erwartungen der privaten Akteure.

Bedeutung für Geld- und Fiskalpolitik

Die Ehrung verweist damit auf ein dauerhaftes Spannungsfeld: Geldpolitik wirkt über Zinsen und Finanzierungsbedingungen, Fiskalpolitik über staatliche Nachfrage und Transfers. Beide Bereiche beeinflussen sich gegenseitig und müssen deshalb in wirtschaftlichen Krisen oder bei Überhitzung zusammen betrachtet werden.

Die Verleihung am 10. Dezember in Stockholm lenkt den Blick zugleich auf die Bedeutung wirtschaftswissenschaftlicher Forschung für politische Entscheidungen. Für Bürgerinnen und Bürger zeigen sich die Folgen solcher Modelle vor allem indirekt – etwa bei Zinsen, Beschäftigung, Wachstum und der Stabilität öffentlicher Finanzen.

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