Wohngeld 2025: Zahl der Haushalte und Ausgaben auf Rekordhoch
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Zahl der Haushalte mit Wohngeld und die staatlichen Ausgaben dafür sind 2025 auf den höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005 gestiegen.
Ausgaben steigen auf knapp fünf Milliarden Euro
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden erhöhten sich die Ausgaben binnen eines Jahres von knapp 4,7 Milliarden auf knapp fünf Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von mehr als sechs Prozent.
Die Zahl der Wohngeldhaushalte nahm demnach um 7,2 Prozent beziehungsweise rund 90.000 Haushalte zu. Wohngeld erhalten einkommensschwache Haushalte als staatlichen Zuschuss, damit sie sich angemessenen Wohnraum leisten können.
Anpassung an Preise und Mieten als Grund
Die Höhe des Anspruchs hängt vom Einkommen, den Wohnkosten und der Zahl der Haushaltsmitglieder ab. Als Grund für den Anstieg nannte das Bundesamt die gesetzlich vorgeschriebenen, turnusmäßigen Anpassungen an die Preis- und Mietpreisentwicklung.
Schleswig-Holstein mit stärkstem Zuwachs
Im Vergleich der Bundesländer stieg die Zahl der Wohngeldhaushalte in Schleswig-Holstein zum Jahresende mit 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr am stärksten. Den geringsten Anstieg verzeichnete Berlin mit 1,7 Prozent.
Der durchschnittliche Wohngeldanspruch lag zwischen 217 Euro pro Haushalt in Mecklenburg-Vorpommern und 339 Euro in Hessen. In mehr als der Hälfte der Wohngeldhaushalte waren Rentner und Pensionäre die Haupteinkommensperson.
Wohngeld reagiert auf steigende Wohnkosten
Wohngeld ist als staatlicher Zuschuss darauf ausgerichtet, Haushalte mit niedrigen Einkommen bei den Wohnkosten zu entlasten. Der Anspruch richtet sich nicht nur nach dem Einkommen, sondern auch nach der Zahl der Haushaltsmitglieder, der berücksichtigungsfähigen Miete oder Belastung und der Mietstufe des Wohnorts.
Der Anstieg für 2025 steht nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes im Zusammenhang mit der gesetzlich vorgesehenen Anpassung an die Preis- und Mietpreisentwicklung. Dadurch können mehr Haushalte anspruchsberechtigt werden oder höhere Zahlungen erhalten. Die Entwicklung zeigt zugleich, dass die Wohnkostenbelastung für einkommensschwache Haushalte trotz staatlicher Unterstützung hoch bleibt.
Besondere Bedeutung für Rentnerhaushalte
Dass in mehr als der Hälfte der Wohngeldhaushalte Rentner oder Pensionäre die Haupteinkommensperson sind, verweist auf die Bedeutung des Zuschusses im Alter. Vor allem Haushalte mit niedrigen Renten können durch steigende Mieten und Nebenkosten unter Druck geraten, auch wenn sie über ein regelmäßiges Einkommen verfügen.
Die Unterschiede zwischen den Ländern spiegeln regionale Wohnkosten, Einkommensstrukturen und die jeweiligen Mietstufen wider. Für Betroffene ist entscheidend, den Anspruch bei der zuständigen Wohngeldstelle prüfen zu lassen, weil Wohngeld grundsätzlich nicht automatisch ausgezahlt wird. Die Rekordwerte bei Haushaltszahl und Ausgaben bedeuten deshalb sowohl eine größere Reichweite der Hilfe als auch einen wachsenden finanziellen Aufwand für Staat und Kommunen.
