Kinderschutz, EU-Staaten

Kinderschutz: EU-Staaten wollen mehr Stoffe in Spielzeugen verbieten

15.05.2024 - 16:17:05

Zum Schutz von Kindern wollen die EU-LÀnder die Zahl der in Spielzeug verbotenen Stoffe erhöhen.

Sie sprachen sich etwa fĂŒr ein Verbot bestimmter chemischer Stoffe aus, die nach Hautkontakt eine allergische Reaktion hervorriefen, wie die Mitgliedsstaaten am Mittwoch in BrĂŒssel mitteilten. Auch die Behandlung von Spielzeugen mit sogenannten Biozidprodukten soll demnach verboten werden - es sei denn, das Spielzeug ist nur dafĂŒr gedacht, draußen benutzt zu werden. Biozide sind nach Angaben des Umweltbundesamtes zum Beispiel Chemikalien, die gegen SchĂ€dlinge wie Insekten eingesetzt werden.

Die EU-Staaten betonten, dass sie mit ihrer Position weitgehend einem Vorschlag der EU-Kommission folgen, den die Behörde Ende Juli 2023 prÀsentiert hatte. Neben einer Erhöhung der Zahl der in Spielzeug verbotenen Stoffe habe man jedoch unter anderem auch Verbesserungen angeregt, um die Pflichten von Wirtschaftsakteuren zu verdeutlichen - etwa, was die VerstÀndlichkeit von Warnhinweisen angeht.

Bisher sind Stoffe verboten, die krebserregend oder DNA-schĂ€digend sind oder die Fruchtbarkeit beeinflussen können. "Spielzeug, das in der EU in Verkehr gebracht wird, gehört bereits zu den sichersten Produkten dieser Art weltweit", hieß es von der Kommission. Allerdings sollten Kinder besser vor bestimmten Chemikalien geschĂŒtzt werden, die zum Beispiel die Atmung gefĂ€hrdeten. Deshalb mĂŒssten die bislang geltenden Regeln verschĂ€rft werden.

Um nachzuweisen, dass die Vorgaben auch eingehalten werden, sollen laut dem Vorschlag der Kommission kĂŒnftig alle Spielsachen einen digitalen Produktpass erhalten. Importeure mĂŒssten diese PĂ€sse dann an den EU-Grenzen vorlegen - und zwar auch, wenn die Spielsachen online verkauft werden.

Wie die finalen Regeln genau aussehen werden, muss nun noch zwischen den EU-Staaten und dem EU-Parlament ausgehandelt werden. Die GesprĂ€che darĂŒber starten erst nach der Europawahl, die vom 6. bis 9. Juni stattfindet.

@ dpa.de