Vorbereitung, Pandemie

Ärztevertreter wollen bessere Vorbereitung auf nĂ€chste Pandemie

27.01.2024 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Zum vierten Jahrestag des ersten Corona-Falls in Deutschland haben Mediziner die Politik zu Vorbereitungen auf eine neue Gesundheitsnotlage aufgerufen.

Corona-Selbsttest (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Corona-Selbsttest (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die nĂ€chste Pandemie kommt so sicher wie das Amen in der Kirche", sagte der frĂŒhere Ratsvorsitzende des WeltĂ€rztebundes, Frank Montgomery, der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Samstagausgabe). Auch der Vorstandsvorsitzende der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte, irgendwann werde die nĂ€chste Pandemie kommen. "Das ist keine Schwarzmalerei, sondern statistisch leider wahrscheinlich", sagte Gassen der Zeitung. Ähnlich Ă€ußerte sich der frĂŒhere PrĂ€sident des Berufsverbands der Kinder- und JugendĂ€rzte, Thomas Fischbach.

Corona werde nicht die letzte pandemische Lage sein, die das Land herausfordern wird. "Gerade auch durch den fortschreitenden Klimawandel muss befĂŒrchtet werden, dass zukĂŒnftig auch andere Erreger wie Dengue, Westnil-Virus oder Malaria eine Bedrohung darstellen werden", so Fischbach. Die Mediziner forderten zum vierten Corona-Jahrestag eine bessere Vorbereitung auf kommende Gefahren. "Die Coronakrise hat viele SchwĂ€chen nicht nur unseres Gesundheitssystems bloßgelegt, sondern das weltweite Chaos gezeigt. Wir mĂŒssen alle unsere Pandemie- und KatastrophenplĂ€ne ĂŒberdenken", sagte Montgomery. Gassen forderte, "die bewĂ€hrte Struktur der niedergelassenen Praxen zu stĂ€rken", denn 19 von 20 Covid-19-FĂ€llen seien von den niedergelassenen Ärzten behandelt worden. "Leider beobachten wir im Augenblick das Gegenteil." Bund und LĂ€nder mĂŒssten sich zudem ihrer Verantwortung fĂŒr den Katastrophenfall deutlich stĂ€rker bewusst sein und Vorsorge treffen, so Montgomery. "Nicht nur mit Papierkonzepten in Schubladen, sondern durch konkretes Handeln, beispielsweise das Anlegen von VorrĂ€ten von Schutzmaterial." Fischbach klagte ĂŒber ungenĂŒgende Anstrengungen, um die SchĂ€den - von LernlĂŒcken ĂŒber Fettleibigkeit bis zu Depressionen -, die bei Kindern und Jugendlichen entstanden sind, zu lindern. "Eher halbherzig finanzierte `Korrekturmaßnahmen` durch den Staat werden diese SchĂ€den nicht beheben können", sagte er. Deutschland unternehme im Vergleich zu anderen LĂ€ndern wie beispielsweise den Niederlanden nur sehr geringe finanzielle Anstrengungen. "Die Schulen sind nach wie vor unterfinanziert, rĂ€umliche Situationen und Digitalisierung immer noch mangelhaft. Alles in allem ziehe ich eine sehr ernĂŒchternde Bilanz: no lessons learned", sagte der frĂŒhere KinderĂ€rztevertreter.

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