US-Zölle treffen Hessens Winzer - Minister fordert neue Strategien
31.08.2025 - 07:31:10"Unsere WeingĂŒter geraten zwischen die Fronten: im Export durch Handelskonflikte, im Inland durch sinkenden Konsum", teilt der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mit.
Dies verdeutliche, "wie dringend wir neue AbsatzmĂ€rkte erschlieĂen, innovative Produkte entwickeln und gleichzeitig Verbraucherinnen und Verbraucher stĂ€rker fĂŒr die QualitĂ€t regionaler Weine begeistern mĂŒssen", so Jung kurz vor Beginn der diesjĂ€hrigen Weinlese.
Erstes Treffen der Weinbauminister
Um die Lage der Winzer soll es seinem Sprecher Olaf Streubig zufolge auch beim ersten Treffen aller zustĂ€ndigen Minister und Ministerinnen der BundeslĂ€nder mit Weinbau gehen - am 20. und 21. November im Kloster Eberbach im hessischen Rheingau. Dies sei eine neue "eigenstĂ€ndige Plattform ĂŒber die Agrarministerkonferenz hinaus".
Laut Streubig sorgt die inzwischen festgelegte 15-Prozent-Einfuhrabgabe der USA auf europĂ€ische Weine zwar fĂŒr ein Ende monatelanger Unsicherheit, doch bleibe sie eine schwere Belastung. Minister Jung mahnt: "Unsere Winzerinnen und Winzer brauchen Planungssicherheit. StĂ€ndige Zollschwankungen zerstören das Vertrauen in internationale Partnerschaften."
Ministerium: Schon frĂŒhere US-Strafzölle haben Umsatz gedrĂŒckt
Zu den Folgen des US-Zolls erklĂ€rt Streubig: "PreisaufschlĂ€ge verteuern den Weinkonsum in den USA oder mĂŒssen durch PreisnachlĂ€sse der exportierenden WeingĂŒter kompensiert werden." Schon die US-Strafzölle von 25 Prozent 2019 wĂ€hrend Donald Trumps erster PrĂ€sidentschaft hĂ€tten bei heimischen Winzern trotz PreiszugestĂ€ndnissen zu deutlichen UmsatzeinbuĂen gefĂŒhrt.
Weinbauminister Jung warnt: "Durch die Zölle steigt das Risiko, dass Restaurants und Importeure, die unsere hessischen Spitzenweine bislang gelistet haben, abspringen. Gerade fĂŒr den Rheingau wĂ€re das ein herber RĂŒckschlag." Der Riesling dieses hessischen Weinbaugebiets bespielt laut Streubig "in den USA eine bedeutende Nische".
Hoffnung auf neue EU-USA-Beratungen
Die anstehenden EU-USA-Beratungen im Herbst könnten noch SpielrĂ€ume fĂŒr ZugestĂ€ndnisse eröffnen, ergĂ€nzt der Sprecher. Zudem hofft Jung auf eine rasche und unbĂŒrokratische Umsetzung des geplanten EU-Weinpakets zur UnterstĂŒtzung der Weinwirtschaft: "Ebenso brauchen wir von der EuropĂ€ischen Kommission zĂŒgige und verlĂ€ssliche UnterstĂŒtzungsmaĂnahmen. Langwierige Verfahren dĂŒrfen die Betriebe nicht ausbremsen."
Jung zufolge stammt nur 42 Prozent des in Deutschland konsumierten Weins aus heimischer Erzeugung: "Dieses VerhÀltnis sollten wir im Interesse einer starken Weinbranche verbessern - und zwar ohne neue Handelsbarrieren aufzubauen." Der Minister ergÀnzt: "Die Winzerinnen und Winzer pflegen wertvolle Kulturlandschaften und sind zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor."
Sinkender Weinkonsum in Deutschland
Der Weinkonsum sinkt insgesamt in Deutschland. Die Gesellschaft altert, zugleich trinken junge Menschen weniger Wein - es gibt einen Trend zu alkoholfreien GetrĂ€nken. Ăltere Weintrinker sollen aus gesundheitlichen GrĂŒnden oft ihren Konsum verringern.

