Einspruch: BSW fordert NeuauszÀhlung der Bundestagswahl
23.04.2025 - 13:30:36 | dpa.deNach dem sehr knappen Scheitern bei der Bundestagswahl sieht das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht Chancen, mit einer NeuauszĂ€hlung der Stimmen doch noch ins Parlament einzuziehen. ZĂ€hlfehler hĂ€tten dazu gefĂŒhrt, dass bis zu 32.000 Stimmen fĂŒr das BSW nicht oder falsch zugeordnet worden seien, erklĂ€rte die Partei. Zur FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde hĂ€tten aber nur 9.529 Stimmen gefehlt. Das BSW legte am Mittwoch offiziell Einspruch gegen das Wahlergebnis ein.Â
Sollte er Erfolg haben, sĂ€he der Bundestag ganz anders aus. «Damit hĂ€tte (CDU-Chef Friedrich) Merz fĂŒr seine schwarz-rote Wahlbetrugs-Koalition keine Mehrheit mehr», sagte Parteichefin Sahra Wagenknecht der «Rheinischen Post». «Das BSW verlangt nicht mehr und nicht weniger, als dass jede Stimme, die fĂŒr das BSW abgegeben wurde, auch fĂŒr das BSW zĂ€hlt. Das ist bisher definitiv nicht der Fall.»Â
Ihre Co-Chefin Amira Mohamed Ali stellte klar, das BSW gehe nicht davon aus, dass bewusst manipuliert worden sei. «Wir glauben, dass da Fehler passiert sind», sagte Mohamed Ali.
Es fehlen 0,19 Promille
Das BSW hatte nach dem amtlichen Endergebnis bei der Bundestagswahl am 23. Februar 4,981 Prozent der Zweitstimmen erreicht. Weil sie unter fĂŒnf Prozent lag, sitzt sie nicht im neuen Bundestag. Die Partei sieht mehrere Fehlerquellen bei der AuszĂ€hlung: Die NamensĂ€hnlichkeit mit dem BĂŒndnis Deutschland habe zur Verwechslung bei den auszĂ€hlenden Wahlhelfern gefĂŒhrt; wegen der Platzierung des BSW auf Wahlzetteln knapp unter einer Faltung seien die Stimmen der Partei ĂŒbersehen worden; unter den als ungĂŒltig gewerteten Stimmen seien viele «falsch gezĂ€hlte BSW-Stimmen».
Einige dieser Fehler hat die Partei nach eigenen Angaben durch kleinteilige Recherchen belegt. Auf dieser Grundlage hat sie hochgerechnet und kommt zu dem Schluss: «Unter dem Strich reichen nach aktuellem Stand die gefundenen Stimmen fĂŒr das BSW aus, um hochgerechnet auf 95.109 Wahlurnen und Briefwahlbezirke die FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde zu ĂŒberschreiten.» Dies zu ĂŒberprĂŒfen sei auch geboten, um Zweifel an der Demokratie auszurĂ€umen, sagte BSW-GeneralsekretĂ€r Christian Leye.
Verschiebung der Mehrheiten?
Sollte es tatsĂ€chlich zu einer NeuauszĂ€hlung der Stimmen kommen und sollte dabei wirklich die nötige Stimmenzahl fĂŒr das BSW ermittelt werden, könnte das weitreichende Folgen haben: Zöge das BSW noch in den Bundestag ein, wĂŒrden die 630 Mandate neu aufgeteilt. In dem Fall hĂ€tte die geplante schwarz-rote Koalition voraussichtlich keine Mehrheit mehr. Genau wegen dieser Folgen sei es unwahrscheinlich, dass die ĂŒbrigen Parteien im vorgesehenen PrĂŒfverfahren dem Einspruch des BSW stattgĂ€ben, meinte Leye.
Laut WahlprĂŒfungsgesetz kann jeder Wahlberechtigte binnen zwei Monaten nach einer bundesweiten Wahl schriftlich Einspruch einlegen - nach Angaben des Bundestags gingen bis Dienstagnachmittag 885 solcher Eingaben ein. DarĂŒber berĂ€t der WahlprĂŒfungsausschuss. Die Entscheidung trifft anschlieĂend das Parlament. Dagegen wiederum kann Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt werden.
Das BSW hatte bereits Mitte MĂ€rz mit einem Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht versucht, noch vor Feststellung des amtlichen Endergebnisses eine NeuauszĂ€hlung zu erwirken. Die Karlsruher Richter lehnten dies ab und verwiesen auf den Weg ĂŒber den WahlprĂŒfungsausschuss.
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