195 AntrÀge zur Rehabilitierung homosexueller Soldaten eingegangen
05.01.2024 - 04:00:00"Viele Betroffene haben das Angebot einer Aussöhnung mit der Bundeswehr annehmen können." Zum 40. Jahrestag des Bekanntwerdens der sogenannten KieĂling-AffĂ€re am 5. Januar 1984 - damals war der Vier-Sterne-General GĂŒnter KieĂling allein aufgrund seiner angeblichen HomosexualitĂ€t aus dem Dienst entfernt worden - sagte Sven BĂ€hning, der Bundesvorsitzende des Vereins Queer-BW, dass zwar "strukturelle Nachteile immer weiter abgebaut" worden seien, der Interessenvertretung schwuler, lesbischer oder transgeschlechtlicher Bundeswehrangehöriger aber weiterhin viele persönliche Klagen zu Ohren kĂ€men. "Im vergangenen Jahr hat unser Verein in einer niedrigen dreistelligen Zahl von FĂ€llen geholfen", so BĂ€ring. "Das Klima gegenĂŒber queeren Menschen wird rauer, das kommt auch in der Bundeswehr als Spiegelbild der Gesellschaft an." Er hofft zudem darauf, dass es in der Bundeswehr auch bald einen Fall Thomas Hitzlsperger geben könnte - dass sich also Ă€hnlich wie 2014 der frĂŒhere FuĂball-Nationalspieler auch ein ranghohes Mitglied der Truppe öffentlich bekennt. "Die Bundeswehr hat aktuell etwa 200 Generale und Admirale - kein einziger ist als homo- oder bisexuell geoutet", stellte BĂ€ring fest. "Persönlich halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass alle Generale und Admirale heterosexuell sind, fĂŒr unrealistisch gering. Vielmehr glaube ich, dass niemand der oder die Erste sein möchte." Wie im FuĂball stelle sich die Frage, ob man noch als der Mensch gesehen werde, der man ist, oder ob man nur noch auf sein Outing reduziert werde. Der Begriff "queer" kann als Ăberbegriff fĂŒr Menschen verwendet werden, die sich nicht als heterosexuell oder cisgeschlechtlich identifizieren.


