Zwölf LÀnder wollen gegen Russlands Schattenflotte vorgehen
16.12.2024 - 23:23:27Die nordischen und baltischen Staaten, Deutschland, GroĂbritannien, die Niederlande und Polen haben sich darauf verstĂ€ndigt, koordinierte Schritte zu unternehmen, um die Schattenflotte zu "stören und abzuschrecken". Dies teilte die estnische Staatskanzlei in Tallinn bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Joint Expeditionary Force (JEF) mit.
Zuvor hatte auch die EU mit ihrem 15. Sanktionspaket die russische Schattenflotte in Visier und 52 weiteren Schiffen das Einlaufen in HÀfen in der EU verboten. Zudem sollen sie nicht mehr von Dienstleistungen europÀischer Unternehmen profitieren können.
Nun wollen GroĂbritannien, DĂ€nemark, Schweden, Polen, Finnland und Estland ihre Seebehörden beauftragen, die Versicherungsdokumente verdĂ€chtiger Schiffe zu ĂŒberprĂŒfen, die den Ărmelkanal, die dĂ€nischen Meerengen, den Finnischen Meerbusen und den Ăresund durchfahren. Damit sollen russische Energieexporte eingeschrĂ€nkt und Moskaus Einnahmequellen zur Finanzierung des Krieges in der Ukraine abgeklemmt werden. Zugleich sollen damit auch die Risiken fĂŒr die Schifffahrt und die Umwelt reduziert werden.
Russland wird seit langem vorgeworfen, zur Umgehung eines westlichen Preisdeckels fĂŒr russische Ălexporte in Drittstaaten auf Schiffe zu setzen, die nicht in der Hand westlicher Reedereien oder von westlichen Versicherungen versichert worden sind. Diese Schiffe seien veraltet, technisch unsicher und nicht versichert, sagte Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Store in Tallinn.
Michal: Umweltkatastrophe nur Frage der Zeit
Auch Estlands Regierungschef Kristen Michal betonte: "Dies ist eine Umweltkatastrophe, die nur darauf wartet, zu passieren". Es sei nur eine Frage der Zeit, wann und wie ein Tanker der Schattenflotte auseinanderbreche werde und vor welcher KĂŒste dann das Ăl auslaufe. Eine stĂ€rkere Kontrolle wird nach Ansicht von Michal auch eine starke Botschaft an Russland senden, da es mit seiner Schattenflotte viel Geld verdiene.

