Bundespolizeidirektion MĂŒnchen: Justizvollzugs-, Abschiebehaftanstalt und Krankenhaus/ Bundespolizei entzieht drei MĂ€nnern die Freiheit
Veröffentlicht am: 15.03.2024 um 14:49 Uhr | presseportal.de
In den frĂŒhen Morgenstunden kontrollierten Lindauer Bundespolizisten am GrenzĂŒbergang Hörbranz (BAB 96) die Insassen eines Fernreisebusses mit dem Routing Turin-NĂŒrnberg. Unter den Reisenden befand sich ein 76-jĂ€hriger Italiener. Bei der ĂberprĂŒfung des Mannes stellten die Beamten fest, dass gegen ihn seit fast vier Jahren ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Potsdam wegen Verletzung der Unterhaltspflicht vorlag. Da der Italiener seine Justizschulden in Höhe von fast 3.000 Euro nicht zahlen konnte, musste er kurz darauf eine Ersatzfreiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Kempten antreten.
Wenige Stunden spĂ€ter stoppten die Bundespolizisten in einem Fernreisebus aus Italien zwei syrische Staatsangehörige, die unterwegs nach MĂŒnchen waren. Der 46-JĂ€hrige, der seit 2015 in Deutschland lebt, legte seine gĂŒltigen FlĂŒchtlingsdokumente vor. Der 20-JĂ€hrige konnte lediglich seinen syrischen Reisepass vorweisen. Die Beamten ermittelten, dass der 46-JĂ€hrige den 20-JĂ€hrigen in Italien abgeholt und die Bustickets gekauft hatte. Eigenen Angaben zufolge soll es sich bei dem 46-JĂ€hrigen um den Vater des jungen Mannes handeln. Die Bundespolizisten zeigten den 20-JĂ€hrigen wegen versuchter unerlaubter Einreise an. Der vorgebliche Vater erhielt als Organisator der Reise eine Anzeige wegen Beihilfe. Der 20-JĂ€hrige zeigte erhebliche psychische AuffĂ€lligkeiten und Selbstverletzungsabsichten. Mit einem Beschluss des Landratsamtes Lindau und nach RĂŒcksprache mit dem Amtsgericht Kempten lieferten die Beamten den Mann ins Bezirkskrankenhaus Kempten ein. Der in Berlin wohnhafte Gehilfe kam nach Abschluss der polizeilichen MaĂnahmen auf freien FuĂ.
Bereits am Mittwochmorgen (13. MĂ€rz) hatten Beamte der Grenzpolizei am Bahnhof Lindau-Reutin einen ausweislosen Afghanen aufgegriffen, der in einem EuroCity-Zug aus ZĂŒrich eingereist war. Die Grenzpolizisten ĂŒbergaben den Migranten daraufhin an die zustĂ€ndige Lindauer Bundespolizei. Die Bundespolizisten recherchierten, dass der 27-JĂ€hrige seit 2015 in Deutschland, Norwegen und Frankreich AsylantrĂ€ge gestellt hatte, die in Folge negativ beschieden wurden. Von den norwegischen Behörden war der Ausreisepflichtige 2019 in sein Heimatland abgeschoben worden. Die Beamten zeigten den Mann wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthaltes an und belegten ihn mit einer vierjĂ€hrigen Wiedereinreisesperre fĂŒr die Bundesrepublik. Am Donnerstagnachmittag wurde der Afghane beim Amtsgericht Lindau vorgefĂŒhrt und noch am Abend in ZurĂŒckschiebungshaft in die Abschiebehafteinrichtung EichstĂ€tt eingeliefert.
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