LSVD schockiert ĂŒber HĂ€ufung LSBTIQ-feindlicher Angriffe
15.08.2023 - 21:58:11"Wir brauchen eine Zivilgesellschaft, die nicht wegsieht, wenn Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans, intergeschlechtliche und queere Personen diskriminiert, bedroht und attackiert werden", sagte Henny Engels aus dem Bundesvorstand des LSVD am Dienstag. "Wir brauchen einen Aufschrei der gesamten Gesellschaft, wenn Molotow-Cocktails in lesbische Initiativen fliegen oder BrandanschlĂ€ge auf queere Gedenkorte verĂŒbt werden."
Der Verband zĂ€hlt eine Reihe von Attacken auf: In den vergangenen Tagen gab es in Berlin Angriffe auf die lesbische Initiative Rad und Tat sowie auf das Denkmal fĂŒr die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. Ebenfalls wurde das Holocaust-Mahnmal "Gleis 17" im Berliner Grunewald Ziel eines Angriffs. In Schwerin wurden Folien mit queerfeindlichen Parolen an BĂŒros demokratischer Parteien sowie an die GeschĂ€ftsstellen von Vereinen geklebt. In DĂŒsseldorf wurden Autos, Fenster und TĂŒren der Aidshilfe zuletzt mit Nazi-Symbolen zerkratzt. Der erste CSD in WeiĂenfels wurde ebenfalls von mutmaĂlich rechtsextremen Personen gestört. Ende Juli haben zudem Unbekannte die Regenbogenflagge vor dem Bahnhof Neubrandenburg gegen eine Hakenkreuzflagge ausgetauscht. "Diese Taten sprechen eine deutliche Botschaft: Wir wissen, wo wir euch finden. Ihr seid dort nicht sicher", sagte Engels. Die Community lasse sich jedoch nicht einschĂŒchtern. "Wir werden uns nicht wieder verstecken." Engels forderte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und die Innenminister der LĂ€nder auf, die Empfehlungen des Arbeitskreises zur BekĂ€mpfung homophober und transfeindlicher Gewalt umgehend umsetzen. "Wenn Menschen sich in unserem Land nicht mehr ohne Angst vor Anfeindungen frei bewegen können, ist das eine erhebliche EinschrĂ€nkung unserer Freiheit. Der Staat ist verpflichtet, diese Grundfreiheiten zu gewĂ€hrleisten", so Engels. "Die Sicherheit von LSBTIQ* ist kein Randthema, sondern menschenrechtliche Verpflichtung. Bund und LĂ€nder mĂŒssen alles daran setzen, diese Verpflichtung einzulösen."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


