Nord-Stream-2-Pipeline wohl durch kleine Sprengladung explodiert
21.06.2023 - 07:45:53Das berichtet der Sender RTL unter Berufung auf neue Filmaufnahmen. Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass erhebliche Mengen an Sprengstoff fĂŒr die Explosion der Pipelines verantwortlich gewesen sein mĂŒssen.
Eine norwegische Tauchdrohne hat laut des Berichts die Explosionsstelle vor der KĂŒste Bornholms abgetaucht und die Zerstörung der Nord-Stream-2-Pipeline dokumentiert: Demnach ist die Röhre nur an einer Stelle unterbrochen. Der nördliche Teil rage etwa fĂŒnf Meter ĂŒber dem Meeresboden in die Höhe, der sĂŒdliche Teil liege noch nahezu unverĂ€ndert auf dem Grund der Ostsee. Daher sei eine Explosion aufgrund von mehreren Hundert Kilogramm Sprengstoff so gut wie auszuschlieĂen. "DafĂŒr hĂ€tten wir ĂŒberall kaputten Beton, zerkratztes Metall, Brandspuren und zerborstene Röhren finden mĂŒssen, was wir nicht haben", sagte der dĂ€nische Geheimdienst-Experte Oliver Alexander. "Hier sieht es eher nach einer PrĂ€zisionssprengung aus." Sprengstoff-Experten gingen von einer Hohlladung aus, so der Bericht. Entsprechend Ă€uĂerte sich unter anderem der dĂ€nische Ex-MilitĂ€r Niels Kamp: "Da haben riesige KrĂ€fte gewirkt, die sehr fokussiert waren. Das war ein kleiner Sprengsatz." Und auch ein französischer ehemaliger Minentaucher, der laut RTL anonym bleiben will, legt sich fest: "Es wurde sicher keine groĂe Sprengladung verwendet, sondern eher eine kleine von wenigen Kilogramm." Und auch der Franzose ist sich sicher: "Das, was ich erkennen kann, sieht sehr stark nach einer Hohlladung aus." Ein solcher Sprengsatz kann viel einfacher in circa 80 Metern Tiefe angebracht werden als mehrere Hundert Kilogramm Sprengstoff. Damit wĂ€re auch die Machbarkeit fĂŒr eine kleinere Kommandoeinheit eher gegeben. Neben RTL berichten auch TV2 und "Ekstra Bladet" in DĂ€nemark sowie "LibĂ©ration" in Frankreich ĂŒber die neuen Filmaufnahmen.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


