Lagebild vorgestellt: Milliardenschaden durch kriminelle Banden
12.10.2023 - 11:22:51Das geht aus dem Bundeslagebild Organisierte KriminalitÀt 2022 hervor, welches am Donnerstag vom Bundesinnenministerium und dem BKA veröffentlicht wurde. Die Anzahl der Ermittlungsverfahren sank demnach 2022 auf 639 (Vorjahr: 696 Verfahren).
Damit liegt sie aber weiterhin deutlich ĂŒber dem Niveau der Vorjahre (2019: 579 und 2020: 594). Der durch die Organisierte KriminalitĂ€t verursachte und polizeilich registrierte Schaden lag im vergangenen Jahr bei 1,3 Milliarden Euro. Es ist damit der zweithöchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Die kriminellen ErtrĂ€ge werden mit 1,1 Milliarden Euro beziffert. VorlĂ€ufige Vermögenssicherstellungen erfolgten in Höhe von 228 Millionen Euro. Insgesamt konnte die Polizei im Jahr 2022 7.256 TatverdĂ€chtige ermitteln. Knapp die HĂ€lfte aller erfassten OK-Gruppierungen (46 Prozent) ist im Bereich der RauschgiftkriminalitĂ€t aktiv. Damit bleibt der Rauschgifthandel und Rauschgiftschmuggel das HauptbetĂ€tigungsfeld von OK-Gruppierungen, gefolgt von WirtschaftskriminalitĂ€t mit 17,4 Prozent und EigentumskriminalitĂ€t mit 9,2 Prozent. In mehr als zwei Drittel (72 Prozent) der in Deutschland gefĂŒhrten OK-Ermittlungsverfahren wurde eine transnationale Tatbegehung oder eine Kooperation mit OK-Gruppierungen aus dem Ausland festgestellt, heiĂt es im Lagebild weiter. Im Jahr 2022 wurden in Bund und LĂ€ndern 46 OK-Verfahren erfasst, die der ClankriminalitĂ€t zugeordnet werden konnten (2021: 47). Die AusprĂ€gungen der ClankriminalitĂ€t umfassen laut Innenministerium und BKA neben dem Bereich der OK allerdings auch ein Vielfaches an Straftaten aus dem Bereich der AllgemeinkriminalitĂ€t. Ein Blick auf die Gewalttaten zeigt, dass OK-Gruppierungen zunehmend bereit sind, mit teils drastischen Mitteln ihre Macht zu demonstrieren, um beispielsweise Zeugen einzuschĂŒchtern oder Gelder einzutreiben. Im Berichtsjahr konnten 16 vollendete und 22 versuchte Tötungsdelikte durch OK-Gruppierungen festgestellt werden. DarĂŒber hinaus wurden 21 versuchte und 76 vollendete Körperverletzungsdelikte verzeichnet, bei denen es sich in der Regel um gefĂ€hrliche oder schwere Körperverletzungen handelte. Die Strafverfolgungsbehörden konnten 2022 insgesamt 275 Schusswaffen den TatverdĂ€chtigen von OK-Gruppierungen konkret zuordnen. DarĂŒber hinaus stellten die Strafverfolgungsbehörden 106 Schusswaffen fest, die keinem TatverdĂ€chtigen eindeutig zugeordnet werden konnten, aber Mitgliedern der OK-Gruppierungen zur VerfĂŒgung standen. "Wir setzen unsere harte Gangart gegen die Organisierte KriminalitĂ€t fort", sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SP)D. "Unser Ziel ist es, kriminelle Strukturen nachhaltig zu zerschlagen und ihnen kriminelle Einnahmen konsequent zu entziehen." Die Ministerin sprach von "bedeutende Ermittlungserfolgen", insbesondere im Kampf gegen die DrogenkriminalitĂ€t. BKA-PrĂ€sident Holger MĂŒnch ergĂ€nzte, dass die BekĂ€mpfung der Organisierten KriminalitĂ€t ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit in Bund und LĂ€ndern bleibe. Es sei dabei wichtig, Trends möglichst frĂŒh zu erkennen, um diesen mit gezielten polizeilichen BekĂ€mpfungsansĂ€tzen begegnen zu können, so MĂŒnch.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


