Sattelauflieger mit gefĂ€hrlichen MĂ€ngeln aus dem Verkehr gezogen - Mit 62 Prozent Ăberladung auf der Autobahn unterwegs
12.07.2024 - 10:24:13Fulda. Am Dienstagnachmittag (02.07.) fiel einer Streife der Autobahnpolizei Petersberg auf der A7, kurz vor der Anschlussstelle Fulda Nord, ein litauischer Sattelzug auf, dessen Auflieger sich deutlich sichtbar nach rechts neigte.
Bei einer anschlieĂenden Kontrolle auf einem nahegelegenen Autohof konnte durch die Beamten eine verrutschte oder ungleichmĂ€Ăige Beladung als Ursache ausgeschlossen werden, da die Ladung - bestehend aus knapp 21 Tonnen Aluminiumprofilen - gleichmĂ€Ăig auf Paletten auf dem Auflieger verladen und auch entsprechend gesichert war.
Als die Polizisten den Auflieger genauer in Augenschein nahmen, stellten sie allerdings fest, dass eine Querrunge ĂŒber einem Rad massive Verformungen aufwies. Augenscheinlich war es in diesem Zusammenhang auch bereits zum Kontakt zwischen dem Reifen und dem Unterboden gekommen.
Da das Fahrzeug in diesem Zustand offensichtlich nicht verkehrssicher war, wurde dem 35-jĂ€hrigen Fahrer die Weiterfahrt untersagt und ein Pannenservice beauftragt. Dieser stellte schlieĂlich eine Verformung des Hauptrahmens fest. Dem Wunsch des Fahrers, die Ladung vor der Reparatur noch zum Kunden zu bringen, konnte demzufolge nicht entsprochen werden.
Am Folgetag bestĂ€tigte ein SachverstĂ€ndiger die gefĂ€hrlichen MĂ€ngel des Aufliegers, welche sich insbesondere bei Kurvenfahrten und beim Bremsen negativ auf die FahrstabilitĂ€t auswirkten. Daher war an eine Weiterfahrt auf mitunter kurvigen LandstraĂen nicht zu denken. Der Spediteur musste in der Folge ein Ersatzfahrzeug bestellen, um die Ware weiter zu transportieren.
Der Pannenservice, auf dessen GelÀnde der Auflieger stand, staunte nicht schlecht, als der Ersatz-Auflieger zum Umladen bereitstand. Hieran waren die LuftbÀlge an einer Achse (Federung der Achse) vom Luftkreislauf des Aufliegers abgeklemmt und somit ohne Funktion. Vor Fahrtantritt stand daher noch die Reparatur des Ersatz-Aufliegers auf dem Programm.
Ob der stillgelegte Auflieger noch einmal repariert wird oder schlieĂlich selbst als Ladung auf einem Tieflader endet, ist noch unklar.
Mit 62 Prozent Ăberladung auf der Autobahn unterwegs
Petersberg. Am Mittwoch (10.07.) wurde eine Streife der Polizeiautobahnstation Petersberg auf der A 7 in Höhe der Anschlussstelle Fulda-Mitte einen Klein-Lkw aufmerksam und unterzog diesen einer Kontrolle.
Schon bei der ersten Durchsicht der mitgefĂŒhrten Dokumente war klar, dass die zulĂ€ssige Gesamtmasse deutlich ĂŒberschritten war. Eine Verwiegung brachte schlieĂlich Gewissheit: Nach Abzug der Toleranz musste dem 62-jĂ€hrigen Fahrer eine Ăberladung von 62 Prozent vorgeworfen werden. FĂŒr den Fahrer wurde eine Sicherheitsleistung im mittleren dreistelligen Bereich fĂ€llig und auch der Spediteur muss mit einer GeldbuĂe in Ă€hnlicher Höhe rechnen.
Aufgrund der Ăberladung war eine Weiterfahrt zunĂ€chst nicht möglich. Der Spediteur musste ein weiteres Fahrzeug schicken, um einen GroĂteil der Ladung zu ĂŒbernehmen. Der "Ersatz"-Lkw war wenige Stunden spĂ€ter vor Ort, sodass der Transport fortgesetzt werden konnte.
Doch wie kommen solch hohe Ăberladungen zustande?
Ein groĂer Hersteller fĂŒr entsprechende Klein-Lkw im Segment bis 7,5 Tonnen baut serienmĂ€Ăig einen Lkw mit einer zulĂ€ssigen Gesamtmasse von 5,2 Tonnen. Diese werden erfahrungsgemÀà durch die Speditionen auf 3,5 Tonnen "abgelastet", was bedeutet, dass die zulĂ€ssige Gesamtmasse in den Papieren von 5,2 Tonnen auf 3,5 Tonnen geĂ€ndert.
Doch warum machen Firmen das? Ganz einfach, um Geld zu sparen. Ein Fahrzeug unter 3,5 Tonnen kann noch mit der Fahrerlaubnisklasse B (anstatt C1) gefahren werden. Die Fahrer benötigen auch keine Aus- und Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz. Zudem mĂŒssen keine digitalen KontrollgerĂ€te (Tachograph) verbaut werden, was wiederum bedeutet, dass Lenk- und Ruhezeiten hĂ€ndisch dokumentiert werden können. Und zu guter Letzt: Seit dem 01.07.2024 wurde die Mautpflicht auf Fahrzeuge ĂŒber 3,5 Tonnen erweitert.
Doch mit den Kosten schwindet auch die Nutzlast. Viele Lkw bringen bereits unbeladen rund 3 Tonnen auf die Waage, sodass fĂŒr die Ladung nicht viel ĂŒbrig bleibt.
Polizeiautobahnstation Petersberg
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