Dresden, Bilanz

FW Dresden: Bilanz 2023: Dresdner Feuerwehr und Rettungsdienst wurden zu 174.496 EinsÀtzen gerufen

17.04.2024 - 13:00:25

Dresden - Brand- und Katastrophenschutzamt zieht Bilanz - mehr Notrufe und auch mehr FeuerwehreinsÀtze als 2022

2023 rĂŒckten die Feuerwehr und der Rettungsdienst Dresden zu 174.496 EinsĂ€tzen aus. Beim Rettungsdienst ist die Zahl der GesamteinsĂ€tze im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 164.379 gesunken. Die Feuerwehr wurde hingegen erstmals zu mehr als 10.000 EinsĂ€tzen gerufen - exakt 10.117. Das Anrufaufkommen in der Integrierten Regionalleitstelle Dresden (IRLS) war hingegen Ă€hnlich hoch wie 2022.

Pro Wochentag etwa 600 Notrufe

In der IRLS wurden im vergangenen Jahr 748.732 Anrufe entgegengenommen. Über die Notrufleitung 112 gingen 218.741 Hilfeersuchen aus der Landeshauptstadt Dresden sowie den Landkreisen SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen ein. Dies entspricht einem Anstieg von 5,7 Prozent gegenĂŒber 2022. Ein Grund dafĂŒr waren unter anderem mehrere Unwetterlagen, die eine grĂ¶ĂŸere Zahl an Notrufen innerhalb kurzer Zeit verursachten.

Die Rettungswagen sind mit Abstand am meisten unterwegs. Sie wurden in Dresden zu 85.613 EinsĂ€tzen gerufen. Davon rĂŒckte die Berufsfeuerwehr mit ihren Rettungswagen zu 23.147 EinsĂ€tzen aus. In 25.076 FĂ€llen kam ein Notarzt zum Einsatz. 53.396 Mal wurden qualifizierte Krankentransporte sowie 294 Intensivtransporte durchgefĂŒhrt.

Rauchmelder retten Leben

254 Wohnungen brannten 2023 in der Landeshauptstadt. Dabei konnten die Feuerwehrleute 110 Personen retten. 75 Personen wurden verletzt und ein Menschen verlor sein Leben. Die Zahl der Fehlalarme durch Heimrauchmelder bleibt mit 86 Ereignissen in Bezug auf die Gesamtzahl von WohnungsbrĂ€nden auf einem niedrigen Niveau. Dem gegenĂŒber stehen 115 durch Heimrauchmelder detektierte WohnungsbrĂ€nde, die zu einer frĂŒhzeitigen Alarmierung der Feuerwehr fĂŒhrten. In 73 FĂ€llen war beim Eintreffen der Feuerwehr der Brand bereits erloschen. Bei 42 EinsĂ€tzen waren Löscharbeiten der Feuerwehr erforderlich. Schlussendlich bleibt festzustellen, dass Heimrauchmelder sehr wichtig sind, denn die Feuerwehr konnte 23 Menschen retten, weil Rauchwarnmelder rechtzeitig Alarm geschlagen hatten.

GroßbrĂ€nde, Kampfmittelfunde, Unwetterlagen, Hochwasser, Massenanfall von Verletzten Neben den Kolleginnen und Kollegen der Berufsfeuerwehr, den 21 Stadtteilfeuerwehren sowie den EinsatzkrĂ€ften der Einsatzgruppen vom Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, der Johanniter Unfallhilfe und dem Arbeiter-Samariter-Bund war auch das Technische Hilfswerk im Einsatz, um bei GroßeinsĂ€tzen in Dresden zahlreiche Menschen zu retten, zu evakuieren oder BrĂ€nde zu bekĂ€mpfen.

Herausragende BrandeinsĂ€tze waren die Gasexplosion auf der Waltherstraße in der Friedrichstadt am 22. MĂ€rz, der WĂ€schereibrand in Pieschen am 27. April, der Dachstuhlbrand nahe der Frauenkirche am 23. Oktober oder der WohngebĂ€udebrand in Löbtau am 27. November. Derartige Einsatzlagen erfordern Ressourcen, die nur durch ein gemeinsames Handeln von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk gestellt werden können. Die 2023 zur Katastrophenschutzeinheit berufene Drohnenstaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes hat bei GroßeinsĂ€tzen wertvolle UnterstĂŒtzung geleistet und ermöglichte ein noch effektiveres und zielgerichtetes Vorgehen der EinsatzkrĂ€fte. Doch auch Ereignisse mit einer großen Zahl von Verletzten bzw. Erkrankten gehören zum AlltagsgeschĂ€ft einer Großstadtfeuerwehr, wie beispielsweise ein schwerer Verkehrsunfall mit acht Verletzten am 15. Mai in Klotzsche oder eine Reizgas-Attacke auf der Prager Straße am 27. Mai mit ebenfalls acht Verletzten.

Zu einem signifikanten Anstieg der Einsatzzahlen bei der Feuerwehr haben mehrere Unwetterlagen beigetragen. Allein die Unwetter im Juni und Juli 2023 fĂŒhrten zu knapp 100 wetterbedingten EinsĂ€tzen. Der Wintersturm "Zoltan" sorgte rund um das Weihnachtsfest ebenfalls fĂŒr zahlreiche EinsĂ€tze der Feuerwehr. Die Hochwasserlage Ende Dezember erforderte neben dem Kontrolldienst keine großen Einsatzmaßnahmen.

2023 beschĂ€ftigten zwei Kampfmittelfunde das Team der Feuerwehr Dresden. Am 14. April wurde bei Bauarbeiten an der Zwickauer Straße ein BlindgĂ€nger gefunden. Die Auffindesituation der 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe amerikanischer Bauart ermöglichte es, dass bis zur EntschĂ€rfung ausreichend Zeit blieb, um etwa 15.000 Menschen aus dem Evakuierungsgebiet in Sicherheit zu bringen. Am 14. Oktober wurde, ebenfalls bei Bauarbeiten, nahe der FlĂŒgelwegbrĂŒcke in Übigau eine Weltkriegsbombe gefunden. In diesem Fall war eine sofortige EntschĂ€rfung erforderlich, was die unverzĂŒgliche Evakuierung von 2.700 Menschen erforderte. FĂŒr die Feuerwehr Dresden war dieser Einsatz insofern eine Premiere, weil sie selbst direkt betroffen war, denn die Integrierte Regionalleitstelle sowie die Wache Übigau lagen im Evakuierungsgebiet. Eine besondere Herausforderung fĂŒr alle Beteiligten war es, im laufenden Betrieb mit einem Großteil der IRLS an den Ausweichstandort auf der Strehlener Straße umzuziehen. Durch unvorhersehbare Probleme bei der EntschĂ€rfung dauerten der Einsatz sowie die Evakuierung der betroffenen Menschen bis in die Mittagsstunden des Folgetages an.

Zahl der Fehlalarme

Von den 10.117 FeuerwehreinsĂ€tzen sind 2.758 Alarmierungen als Fehlalarme einzustufen. Entweder lag gar kein Brand vor oder die EinsatzkrĂ€fte mussten bei HilfeleistungseinsĂ€tzen nicht mehr zum Einsatz kommen, weil das Schadensausmaß zu gering war bzw. sich die Hilfesuchenden bereits selbst geholfen hatten. In 961 FĂ€llen lösten automatische Brandmeldeanlagen einen Fehlalarm aus. 49 Mal wurden die Retter böswillig alarmiert.

Die Zukunft beginnt jetzt

Der zustĂ€ndige Beigeordnete fĂŒr Wirtschaft, Digitales, Personal und Sicherheit Jan Pratzka resĂŒmiert: "Dass die Einsatzahlen der Feuerwehr die Schwelle von 10.000 EinsĂ€tzen ĂŒberschritten haben, zeigt eindrucksvoll die herausragenden Leistungen der Kameradinnen und Kameraden der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren. Diese mutigen Frauen und MĂ€nner stehen tĂ€glich fĂŒr die Sicherheit unserer Gemeinschaft ein. Ihr selbstloser Einsatz, ihre Hingabe und ihr Teamgeist verdienen höchste Anerkennung."

Dr. Michael Katzsch, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes, ergĂ€nzt: "Nicht nur Handwerk oder Industrie suchen Jahr fĂŒr Jahr nach geeignetem Nachwuchs. Auch die Feuerwehr ist an FachkrĂ€ften von morgen interessiert. Der Dienst bei der Landeshauptstadt Dresden ist attraktiv."

Weitere Informationen:

www.dresden.de/feuerwehr

Link zum Jahresbericht 2023: https://www.dresden.de/media/pdf/feuerwehr/aktuelles/jahresberichte/Jahresbericht_Feuerwehr_2023.pdf

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