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FW-ROW: Ammoniakaustritt in Bremervörde: Rund 250 Einsatzkräfte bis in die frühen Morgenstunden gefordert

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 21:25 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Bremervörde - Der Austritt von Ammoniak in einem Betrieb in der Hansestraße hat am Montag, 2. November 2026, einen umfangreichen Gefahrguteinsatz in Bremervörde ausgelöst. Eine Person wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Weitere 41 Personen wurden durch das Deutsche Rote Kreuz betreut und konnten anschließend nach Hause entlassen werden. Insgesamt waren rund 250 Einsatzkräfte an der Einsatzstelle. Die Einsatzleitung lag bei Hendrik Holst, Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Bremervörde. Gegen 4:30 Uhr am Dienstagmorgen wurde die Einsatzstelle an die Polizei übergeben. Für die Feuerwehr war die Arbeit damit noch nicht beendet.
FW-ROW: Ammoniakaustritt in Bremervörde: Rund 250 Einsatzkräfte bis in die frühen Morgenstunden gefordert - Bild: presseportal.de

Die Feuerwehr war am Montag gegen 13 Uhr zunächst wegen einer ausgelösten Brandmeldeanlage zu dem Betrieb alarmiert worden. Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass Ammoniak aus einer Leitung austrat. Der Austritt war bei Rückbauarbeiten entstanden, bei denen ein Winkelschleifer eingesetzt wurde. Daraufhin wurde das Einsatzstichwort auf "Gefahrgut 2 - GEF2" erhöht und weitere Kräfte wurden nachalarmiert. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Zum Schutz der Menschen im unmittelbaren Umfeld veranlassten die Einsatzkräfte zu Beginn eine großräumige Räumung rund um die Schadenstelle. Auch benachbarte Firmen und Betriebe mussten ihre Arbeit einstellen und ihre Gebäude verlassen. Der betroffene Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Bremervörde unterstützten die Einsatzkräfte bei den Absperrmaßnahmen.

Das Feuerwehrgerätehaus Bremervörde wurde als Aufenthaltsort für die Betreuung der betroffenen Personen genutzt.

Für die Bevölkerung außerhalb des unmittelbar betroffenen Bereichs bestand nach dem während des Einsatzes vorliegenden Kenntnisstand keine Gefährdung. Vorsorglich wurde dennoch dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten, sofern diese Außenluft ansaugen. Die Bevölkerung wurde außerdem gebeten, die Absperrungen weiträumig zu meiden und den Anweisungen von Feuerwehr und Polizei zu folgen.

Nach der Räumung des unmittelbaren Umfelds waren zunächst keine weiteren Evakuierungen erforderlich. In der begleitenden Information an die Bevölkerung wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine eigenständige Evakuierung nicht notwendig sei. Sollten weitere Gebäude geräumt werden müssen, würden die Betroffenen direkt durch Feuerwehr oder Polizei informiert. Die Ausbreitung in Richtung der JVA Bremervörde wurde engmaschig kontrolliert und abgewendet.

An der Schadenstelle gingen die Einsatzkräfte schrittweise vor. Nachdem die Umgebung geräumt und abgesichert worden war, wurde die betroffene Leitung abgeschiebert und ein kontrolliertes Entweichen des noch enthaltenen Ammoniaks eingeleitet. Zahlreiche Atemschutzgeräteträger kamen mit Chemikalienschutzanzügen zum Einsatz. Während der gesamten Arbeiten fanden fortlaufend Messungen statt, um die Konzentration des Stoffes zu überwachen und mögliche Gefährdungen frühzeitig zu erkennen.

Die austretende Ammoniakwolke wurde mit Wassernebel niedergeschlagen. Damit wirkten die Einsatzkräfte einer weiteren Ausbreitung entgegen. Erst nachdem die Messungen einen für das weitere Vorgehen zulässigen Wert ergeben hatten, konnte ein Techniker unter Atemschutz mit Filtergerät die gesamte Anlage abschiebern.

Der Einsatz erforderte zahlreiche Kräfte aus mehreren Städten, Gemeinden und Landkreisen. Beteiligt waren die Feuerwehren Bremervörde, Nieder Ochtenhausen, Spreckens, Hesedorf, Hönau-Lindorf und Iselersheim aus dem Stadtgebiet Bremervörde sowie die Feuerwehren Zeven, Gnarrenburg, Oerel und Sottrum. Der Gefahrgutzug des Landkreises Rotenburg (Wümme) war ebenfalls vor Ort.

Aus dem Landkreis Stade unterstützten der Gefahrgutzug des Landkreises und ein Gerätewagen Messtechnik. Auch die Werkfeuerwehr DOW aus Stade war im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr Hamburg unterstützte mit dem Messsystem SIGIS und Kräften der Analytischen Task Force (ATF).

Die Werkfeuerwehr Airbus aus Finkenwerder brachte einen Großlüfter an die Einsatzstelle. Dieser wurde eingesetzt, um die Halle zu belüften und das darin verbliebene Ammoniak aus dem Gebäude abzuführen.

Auch die Führung auf Stadt- und Kreisebene war eingebunden. Dazu gehörten der Kreisbrandmeister, der Abschnittsleiter sowie der Stadtbrandmeister und dessen Stellvertreter. Neben Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren die Sanitäts- und Betreuungszüge 1 und 2 sowie zahlreiche Einsatzkräfte der DRK-Bereitschaften beteiligt. Zur Überwachung der Einsatzstelle aus der Luft setzte das DRK eine Drohne ein. Während des Einsatzes übernahm das DRK außerdem die Verpflegung der Einsatzkräfte.

Zwischen der ersten Alarmierung am Montagmittag und der Übergabe der Einsatzstelle an die Polizei am Dienstag gegen 4:30 Uhr lagen rund 15,5 Stunden. Die anschließenden Aufräumarbeiten, die Nachbereitung und die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft nahmen weitere Zeit in Anspruch und beschäftigten die Einsatzkräfte über die Übergabe hinaus.

Die umliegenden Firmen und Betriebe können ihre Arbeit inzwischen wieder regulär aufnehmen. Das betroffene Gebäude bleibt aktuell für den Zutritt gesperrt. Zur Schadenshöhe können seitens der Feuerwehr keine Angaben gemacht werden.

Rückfragen bitte an:

Bastian Kynast

Pressesprecher der Stadtfeuerwehr Bremervörde
Schriftwart der Stadtfeuerwehr Bremervörde

Mail: pressesprecher.stadtfeuerwehr@bremervoerde.net

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