POL-PB, Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Paderborn, der Polizei Paderborn und des PolizeiprÀsidiums Rostock - Elf Durchsuchungen in mehreren StÀdten

22.02.2024 - 07:57:16

Paderborn/Rostock - (mh) Die Polizei Paderborn hat am Donnerstagmorgen, 22. Februar 2024, zehn Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern und eine weitere in Sachsen-Anhalt durchsucht. UnterstĂŒtzt wurde sie durch die Polizeiinspektion Rostock, die Bereitschaftspolizei, durch weitere Polizeistellen vor Ort und durch die Polizeiinspektion Dessau. Vorausgegangen waren wochenlange Ermittlungen der Paderborner Ermittlungskommission (EK) "Kogge". Gegen elf TatverdĂ€chtige besteht der Verdacht des schweren Landfriedensbruchs. Die MĂ€nner sollen zu den Randalierern gehören, die am 15. Dezember 2023 wĂ€hrend des Zweitligafußballspiels zwischen dem SC Paderborn 07 (SCP07) und Hansa Rostock fĂŒr schwere Ausschreitungen in der Paderborner Home-Deluxe-Arena verantwortlich waren. Auch die IdentitĂ€t des TatverdĂ€chtigen, der einen Fan des SCP07 eine Treppe heruntergestoßen haben soll, steht mittlerweile fest.

Die EK wurde in Paderborn unmittelbar nach den Ausschreitungen eingerichtet. Parallel hatte die Polizei in Rostock die Sonderkommission (Soko) "Pader" eingesetzt. Ziel war und ist die Identifizierung der an den Ausschreitungen beteiligten AnhĂ€nger von Hansa Rostock. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Paderborn hat das Amtsgerichts Paderborn DurchsuchungsbeschlĂŒsse fĂŒr die elf Wohnungen erlassen.

Zwei Durchsuchungen fanden bei zwei 21-JĂ€hrigen in Schwerin, zwei weitere bei einem 35-jĂ€hrigen und einem 22-jĂ€hrigen Mann in Rostock sowie eine in Stralsund (30) statt. Weitere Durchsuchungen verteilen sich auf den Landkreis Rostock (23 und 16 Jahre). Die anderen Durchsuchungen fanden auf der Insel RĂŒgen (21, 26, 24) sowie in Sachsen-Anhalt in Dessau (34) statt. Die Polizei stellte Beweise - unter anderem Smartphones und Kleidung - sicher, welche die TatverdĂ€chtigen bei den Ausschreitungen in Paderborn mitgefĂŒhrt und getragen haben sollen.

ZusĂ€tzlich zu den elf Personen konnte bereits vor einigen Wochen ein Mann ermittelt werden, der im Verdacht steht, wĂ€hrend des Fußballspiels einen 59-jĂ€hrigen Fan des SC Paderborn 07 ohne ersichtlichen Grund eine Treppe heruntergestoßen zu haben. Bei dem TatverdĂ€chtigen handelt es sich um einen 39-JĂ€hrigen aus Wismar. Der Hansa-AnhĂ€nger war zuvor ĂŒber eine Absperrung, die den GĂ€steblock vom Bereich der Heimzuschauer trennt, geklettert. Der SCP07-Fan musste mit einer schweren, aber nicht lebensgefĂ€hrlichen Kopfverletzung in ein Paderborner Krankenhaus gebracht werden. Gegen den TatverdĂ€chtigen ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Paderborn wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung anhĂ€ngig.

Bei den Ermittlungen zur Identifizierung der TatverdĂ€chtigen hat die EK "Kogge", unterstĂŒtzt durch die Soko "Pader" in Rostock, rund ein Terrabyte Videomaterial ausgewertet. Das Bildmaterial stammt ĂŒberwiegend von den Sicherheitskameras in der Home-Deluxe-Arena sowie von der Polizei selbst. Über ein eigens eingerichtetes Hinweisportal sind weitere Videos und Fotos von Zeugen eingegangen.

Die Ermittlungen der EK "Kogge" zu den Ausschreitungen laufen in den kommenden Wochen weiter. Insbesondere die Auswertung der aufgefundenen Beweismittel wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Ungeachtet dessen liegen der Polizei Paderborn 121-Strafanzeigen vor. Diese umfassen neben des Vorwurfs des schweren Landfriedensbruchs weitere Delikte wie Beleidigung, Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte, SachbeschĂ€digung, Verstoß gegen das Vermummungsverbot und Diebstahl.

Bei den schweren Ausschreitungen am 15. Dezember 2023, an denen etwa 150 AnhÀnger von Hansa Rostock beteiligt waren, wurden 24 Polizeibeamtinnen und -beamte sowie 13 OrdnungskrÀfte durch einen massiven Bewurf mit verschiedensten GegenstÀnden und Pyrotechnik verletzt. Eine Polizistin musste mit einer Schnittwunde im Krankenhaus behandelt werden. Hinzu kamen SachbeschÀdigungen an Einsatzwagen und -mitteln der Polizei sowie im und am Stadion. Unter anderem wurden durch die Randalierer die Scanner im Kontrollbereich des GÀsteeingangs zerstört und ein WC in Brand gesetzt. Der Gesamtschaden belÀuft sich auf rund 250.000 Euro.

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