Mittelhessen: Arbeitsstelle Holocaustliteratur der UniversitĂ€t GieĂen und PolizeiprĂ€sidium Mittelhessen kooperieren in Allianz fĂŒr Demokratie
25.09.2025 - 10:10:45 | presseportal.de
Arbeitsstelle Holocaustliteratur der UniversitĂ€t GieĂen und PolizeiprĂ€sidium Mittelhessen kooperieren in "Allianz fĂŒr Demokratie"
Die Förderung demokratischer Grundwerte und die StĂ€rkung historisch-politischer Bildung stehen im Mittelpunkt einer Kooperation der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (AHL) der Justus-Liebig-UniversitĂ€t GieĂen (JLU) und des PolizeiprĂ€sidiums Mittelhessen (PPMH). Die PrĂ€sidentin der JLU, Prof. Dr. Katharina Lorenz, hat eine Vereinbarung fĂŒr eine "Allianz fĂŒr Demokratie" am Mittwoch gemeinsam mit Torsten KrĂŒckemeier, dem PrĂ€sidenten des PPMH, und im Beisein des AHL-Leiters Prof. Dr. Sascha Feuchert unterzeichnet. Die Kooperationsvereinbarung zielt darauf ab, durch gemeinsame Bildungs- und Erinnerungsarbeit einen aktiven Beitrag zur DemokratiestĂ€rkung zu leisten.
Torsten KrĂŒckemeier erklĂ€rt: "Als Polizeibeamte tragen wir eine besondere Verantwortung, die Lehren aus der Geschichte in unserem tĂ€glichen Handeln zu berĂŒcksichtigen. Die Kooperation mit der JLU bietet uns eine ideale Plattform, um Wissen zu vertiefen und eine BrĂŒcke zwischen akademischer Forschung und polizeilicher Praxis zu schlagen."
Prof. Dr. Sascha Feuchert freut sich sehr ĂŒber die Bereitschaft des PolizeiprĂ€sidiums, sich im Rahmen der Kooperation aktiv mit der Erinnerung an die Schrecken des Holocaust auseinanderzusetzen. "Es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Unsere Zusammenarbeit wird es ermöglichen, diese wichtigen Themen verstĂ€rkt in die Aus- und Fortbildung von Polizistinnen und Polizisten einzubinden. Und unsere Studierenden, darunter viele angehende LehrkrĂ€fte, werden von der Perspektive der Polizistinnen und Polizisten auch auĂerordentlich profitieren."
JLU-PrĂ€sidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz bezeichnete die Vereinbarung als "ein gemeinsames Bekenntnis zur Verantwortung, zur Erinnerung und zur Demokratie" und betonte: "Demokratie bildet die Grundlage unserer Arbeit. Ohne freie MeinungsĂ€uĂerung, ohne kritischen Diskurs, ohne Vielfalt wĂ€re wissenschaftliches Arbeiten nicht möglich. Das gilt fĂŒr Forschung genauso wie fĂŒr Lehre."
Der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels hĂ€lt die Kooperation fĂŒr wichtig: "Dass eine universitĂ€re Lehr- und Forschungseinrichtung und die Polizei zusammenarbeiten, um zukĂŒnftig gemeinsam historisch-politische Bildungsarbeit fĂŒr angehende LehrkrĂ€fte, Studierende und Polizeibeamtinnen und -beamte zu leisten, ist fĂŒr mich Ausdruck eines tiefen institutionell verankerten demokratischen GrundverstĂ€ndnisses. Angesichts wachsenden Rechtspopulismus und ungenierter GeschichtsverfĂ€lschung ĂŒbernehmen die Beteiligten hier Verantwortung fĂŒr unsere Demokratie, indem sie sich der Geschichte stellen und zum tieferen VerstĂ€ndnis neue Wege einschlagen." Die Kooperationspartner verpflichten sich unter anderem zu jĂ€hrlichen Exkursionen nach ŁĂłdź und zur GedenkstĂ€tte Auschwitz, um (literatur-)historische und politische Bildung nachhaltig zu fördern. DarĂŒber hinaus sollen interdisziplinĂ€re Lehrveranstaltungen stattfinden, die sich auf Demokratiebildung, Erinnerungskultur und Menschenrechte konzentrieren. Beide Partner werden zudem ZeitzeugengesprĂ€che, Workshops und öffentliche VortrĂ€ge organisieren, um den Dialog und das VerstĂ€ndnis fĂŒr historische Themen zu vertiefen. Geplant ist auĂerdem der Austausch von Praktikantinnen und Praktikanten sowie BeschĂ€ftigten, um im Rahmen von Hospitationen gegenseitiges Lernen zu fördern.
Hessens Innenminister Roman Poseck erklĂ€rt: "Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Radikalisierung der politischen RĂ€nder gilt es umso mehr, die Erinnerung wachzuhalten und unsere Demokratie zu verteidigen. Der Rechtsextremismus ist nach wie vor die gröĂte Bedrohung fĂŒr unsere Demokratie. Das haben der Verfassungsschutzbericht und die Polizeiliche Kriminalstatistik mit Zahlen deutlich unterstrichen. Daher begrĂŒĂe ich es sehr, dass das PPMH und die AHL der JLU eine Kooperationsvereinbarung zur Demokratiebildung und Erinnerungskultur schlieĂen. Es gibt bereits Kooperationen zwischen der Hessischen Hochschule fĂŒr öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) und der GedenkstĂ€tte Hadamar und der GedenkstĂ€tte Point Alpha. Heute fĂŒgen wir mit der AHL der JLU einen weiteren regionalen Baustein hinzu. Es ist wichtig, dass sich die Polizeibeamten mit der deutschen Geschichte auch in diesem Rahmen auseinandersetzen. Politische Bildung und eine lebendige Erinnerungskultur sind unverzichtbar."
Polizeikommissar Benjamin Schneider ist Ansprechpartner fĂŒr die Kooperation auf Seiten des PolizeiprĂ€sidiums. Er gehört zu den ersten mittelhessischen Polizeibeamten, die Ende Mai eine AHL-Exkursion nach ŁĂłdź begleitet haben, an der auch Lehramts- und Masterstudierende beteiligt waren. In seinem Bericht notiert er nach dem Rundgang durch das ehemalige Ghetto Litzmannstadt, das anders als andere nicht von der SS, sondern von der Schutzpolizei bewacht wurde, die entscheidenden Fragen: "Wie konnte der Mensch zu so etwas fĂ€hig sein? Und welche Rolle spielte die Polizei?"
"FĂŒr das PPMH markiert die heutige Unterzeichnung des Kooperationsvertrags einen sehr bedeutsamen Schritt. Wir tragen Verantwortung fĂŒr unsere Demokratie, unsere Werte und den Umgang mit Menschen. Indem wir in den offenen Dialog und Erfahrungsaustausch mit Studierenden sowie Mitarbeitenden der Arbeitsstelle fĂŒr Holocaustliteratur treten, profitieren alle Beteiligten und wir entwickeln uns gemeinsam weiter. Aus der Geschichte lernen bedeutet, Verantwortung zu ĂŒbernehmen - fĂŒr Demokratie, Respekt und jeden einzelnen Menschen, den wir schĂŒtzen. Wenn wir nach vorne schauen und gemeinsam Antworten suchen, schaffen wir eine Zukunft, in der der Schrecken der Vergangenheit unsere Gegenwart nie wieder bestimmt", betont PolizeiprĂ€sident KrĂŒckemeier.
Kontakt
Prof. Dr. Sascha Feuchert, Leiter Arbeitsstelle Holocaustliteratur Justus-Liebig-UniversitĂ€t GieĂen Telefon: 0641 99-29093 E-Mail: sascha.feuchert@germanistik.uni-giessen.de
PolizeiprÀsidium Mittelhessen
Presse- und Ăffentlichkeitsarbeit Telefon: 0641 7006-2055 E-Mail: pressestelle.ppmh@polizei.hessen.de
RĂŒckfragen bitte an:
PolizeiprÀsidium Mittelhessen
Presse- und Ăffentlichkeitsarbeit
FerniestraĂe 8
35394 GieĂen
Telefon: +49 641/7006-2055 (Pressetelefon)
E-Mail: pressestelle.ppmh@polizei.hessen.de
AuĂerhalb der Regelarbeitszeit
PolizeifĂŒhrerin/PolizeifĂŒhrer vom Dienst (PvD)
Telefon: +49 641/7006-3381
E-Mail: ful.ppmh@polizei.hessen.de
Original-Content von: PolizeiprĂ€sidium Mittelhessen - Pressestelle ĂŒbermittelt durch news aktuell
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

