FW Grevenbroich: BĂ€ume auf Autos, Spielplatz, StraĂen ĂŒberflutete Keller / Sturm Zoltan beschert Feuerwehr eine der einsatzreichsten NĂ€chte des Jahres - gut 100 Helfer im Dauereinsatz - Warnung vor WaldspaziergĂ€ngen
22.12.2023 - 10:19:26Nachdem sich der Sturm im Laufe des Nachmittags in der Region immer weiter verstĂ€rkt hatte, waren die KrĂ€fte der Feuerwehr ab etwa 17 Uhr stadtweit im Dauereinsatz. Teilweise im Minutentakt alarmierte die Leitstelle des Rhein-Kreis Neuss Einheiten der Wehr zu neuen Schadensstellen im Stadtgebiet. Die Sturmböen, die laut umliegenden Messstationen des Deutschen Wetterdienstes in der Region bis zu 90 km/h Spitzengeschwindigkeit erreichten, entwurzelten BĂ€ume, rissen in einem Garten unter anderem ein Trampolin aus dem Boden und wehten es ĂŒber anliegende StraĂen. Im Laufe des Sturmtages knackte die Wehr die Grenze von 1000 EinsĂ€tzen im Jahresverlauf.
"Ein Grund fĂŒr die Vielzahl der EinsĂ€tze war, dass die BĂ€ume wegen des durch tagelange RegenfĂ€lle aufgeweichten Bodens weniger standfest waren als ĂŒblich", so Einsatzleiter Brandamtmann Christian Koch. An der FröbelstraĂe in Orken stĂŒrzten BĂ€ume auf zwei geparkte, glĂŒcklicherweise unbesetzte PKW und begruben diese teilweise unter sich. In der SĂŒdstadt kippte der Sturm an der SchirnerstraĂe eine hohe Birke samt komplettem Wurzelwerk aus einem Garten ĂŒber eine StraĂe. Sie verfehlte das gegenĂŒberliegende GebĂ€ude nur knapp. An der StraĂe "Am Alten Hof" in Noithausen krachte ein rund 20 Meter hoher StraĂenbaum auf das GelĂ€nde eines Spielplatzes und zerstörte SpielgerĂ€te sowie SitzbĂ€nke und einen Tisch. Auch er ging nur knapp neben einem Mehrfamilienhaus zu Boden.
VerschĂ€rft wurde die Einsatzlage fĂŒr die KrĂ€fte der Wehr noch durch den Einlauf der Brandmeldeanlage aus dem Grevenbroicher Krankenhaus. Aufgrund des besonderen Gefahrenpotenzials der Einrichtung entsandte die Leitstelle neben dem Hauptamt zusĂ€tzlich mehrere ehrenamtliche Löscheinheiten an die Von-Werth-StraĂe in der Innenstadt. Wenig spĂ€ter ergaben die Erkundungen der EinsatzkrĂ€fte allerdings, dass der Alarm durch einen technischen Defekt ausgelöst worden war. Noch vom Krankenhaus aus ĂŒbernahmen einzelne Löscheinheiten daraufhin andere sturmbedingte Einsatzstellen im Stadtgebiet.
Auf der EnergiestraĂe bei Frimmersdorf kippten mehrere BĂ€ume auf die Fahrbahn. Einer riss dabei eine StraĂenlaterne mit sich. Sie musste im Zuge der AufrĂ€umarbeiten abgeschaltet und gekappt werden. Im Ortsteil Kapellen lieĂ der Starkregen wĂ€hrend des Sturms die Keller von zwei EinfamilienhĂ€usern an der StormstraĂe voll Wasser laufen. Dort waren die Helfer mehrere Stunden mit Abpumpen beschĂ€ftigt. Kurz vor Mitternacht rĂŒckten die Grevenbroicher Retter zum 1002. und vorerst letzten Einsatz des Sturmdonnerstags.
Insgesamt waren wĂ€hrend des Sturms mehr als 100 KrĂ€fte aller haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehreinheiten wĂ€hrend des rund siebenstĂŒndigen Dauereinsatzes tĂ€tig. Aussagen zur Schadenshöhe kann die Feuerwehr nicht machen. Feuerwehreinsatzleiter Christian Koch weist dringend hin, dass durch das Sturmtief und den aufgeweichten Boden die Standfestigkeit weiterer BĂ€ume beeintrĂ€chtigt sein kann. "BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mĂŒssen stadtweit vorerst weiter mit dem Umkippen von BĂ€umen rechnen und sollten im Freien besonders vorsichtig sein."
Auch am Freitagmorgen sind FeuerwehrkrĂ€fte bereits wieder zu ersten EinsĂ€tzen im Stadtgebiet unterwegs. Parallel dazu arbeiten die Stadtbetriebe weitere Einsatzstellen ab, die die Feuerwehr in der Nacht wegen des Risikos fĂŒr die EinsatzkrĂ€fte im Sturm nur abgesperrt hatte, oder wo BĂ€ume bisher nur in Schieflage geraten, aber nicht komplett umgestĂŒrzt sind. "Die Menschen sollten daher bei SpaziergĂ€ngen sehr aufmerksam sein", so Koch, "bestehende Absperrungen beachten und SpaziergĂ€nge insbesondere in Waldgebieten bis auf Weiteres unbedingt vermeiden!"
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