Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 - Weniger Taten bei gleichzeitig gestiegener und landesweit bester AufklÀrungsquote
14.03.2025 - 12:20:00Die PKS zeigt die von der Polizei bearbeiteten Straftaten auf. Darunter zĂ€hlen jene, die seitens der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger angezeigt, als auch Straftaten die seitens der Polizei festgestellt werden.
Eine der bundesweiten Kennzahlen zur objektiven Messbarkeit der Sicherheit ist hierbei die KriminalitÀtshÀufigkeitszahl. Dabei handelt es sich um die Anzahl der registrierten Straftaten, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner.
"Mit einer HĂ€ufigkeitszahl (HZ) von 5.109 ist die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden fĂŒr zwei nach wie vor sehr sichere Landkreise zustĂ€ndig und liegt damit deutlich unter dem Landesschnitt von Niedersachsen. Das Risiko Opfer einer Straftat zu werden, bewegt sich weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau." erklĂ€rt PolizeirĂ€tin Marie Louise Lohmann das Ergebnis der Polizeilichen Kriminalstatistik fĂŒr die Inspektion .
"Die Anzahl an Straftaten in den Landkreisen hat sich von 11.755 auf 11.296 bei gleichzeitig gestiegener und landesweit bester AufklÀrungsquote von 71,49 % reduziert. Die AufklÀrungsquote des Landes Niedersachsen umfasst 62,77 %. Die Fallzahlen der Polizeiinspektion liegen deutlich unter dem Zehn-Jahres-Schnitt und die AufklÀrungsquote erreicht erneut den landesweiten Spitzenwert. Hiermit können wir als Inspektion sehr zufrieden sein.", sagt Marie Louise Lohmann weiter.
Die Anzahl der bekannt gewordenen FĂ€lle in der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden lassen sich in die untenstehenden Deliktskategorien unterteilen.
Straftaten gegen das Leben
Im Jahr 2024 wurden in den beiden Landkreisen insgesamt 10 Strafverfahren aufgrund von Straftaten gegen das Leben gefĂŒhrt. Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einer Reduzierung von -4. Die Fahlzahlen im Bereich Mord/Totschlag sind in unserem ZustĂ€ndigkeitsbereich weitgehend gleichbleibend mit 7 FĂ€llen auf niedrigem Niveau. (-1) Hierbei handelt es sich um 6 Versuche und eine vollendete Tat. Die AufklĂ€rungsquote umfasst 100 %. Insgesamt sind bei der GewaltkriminalitĂ€t (455 FĂ€lle) in unserem ZustĂ€ndigkeitsbereich sinkende Fallzahlen zu betrachten (-28).
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Im Jahr 2024 wurden in den beiden Landkreisen insgesamt 468 Verfahren aufgrund von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung eingeleitet. Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einer Reduzierung von -1. In dieser Deliktskategorie liegt eine AufklÀrungsquote von 95,73% vor. Bei Sexualdelikten ist ein erhöhtes Anzeigeverhalten zu beobachten. GrundsÀtzlich ist hierbei erneut eine Steigerung der KriminalitÀt via Social Media und anderen Messenger-Diensten zu verzeichnen.
Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Bei FĂ€llen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder ist ein leichter RĂŒcklauf feststellbar. Es wurden im Jahr 2024 216 FĂ€lle verzeichnet (-40). Polizeilich werden technische sowie personelle Ressourcen stets ausgebaut und VerfahrensablĂ€ufe stetig optimiert.
Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit
Im Jahr 2024 wurden in den beiden Landkreisen insgesamt 2.601 Strafverfahren aufgrund von Rohheitsdelikten (Raub und Körperverletzungsdelikte) und Straftaten gegen die persönliche Freiheit bearbeitet. Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einer Steigerung von +5. Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 95,0 %. Die Anzahl der Rohheitsdelikte ist demnach weiterhin auf einem hohen Niveau. Die steigenden Fallzahlen lassen sich hier u.a. auf wirtschaftliche Faktoren und ZukunftsĂ€ngste zurĂŒckfĂŒhren. AuĂerdem werden Körperverletzungen hĂ€ufig als legitimes Mittel angesehen. Der Umstand, dass der Bedrohungstatbestand ausgeweitet wurde, spiegelt sich anhand der Fallzahlen ebenfalls wider.
HĂ€usliche Gewalt
HÀusliche Gewalt ist keine Privatsache, sondern eine schwere KriminalitÀtsform. Bei den Fallzahlen zur HÀuslichen Gewalt ist in der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden ein Anstieg auf 905 zu verzeichnen. (+55)
PolizeiprĂ€sidentin Tanja Wulff-Bruhn erklĂ€rt fĂŒr den Bereich der gesamten Polizeidirektion Göttingen: "Gewalt zeigt sich eben nicht nur auf der StraĂe, sondern gerade im scheinbar sicheren Umfeld des eigenen Zuhauses: Wieder ĂŒber 200 Taten mehr im Kontext hĂ€uslicher Gewalt sind nicht hinnehmbar. Leider sind im ZustĂ€ndigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen auch im vergangenen Jahr zwei weibliche Todesopfer zu beklagen: Eine Frau, die von ihrem Ehepartner, sowie ein MĂ€dchen, das von ihrer Mutter getötet wurde. Klar ist: Wir werden auch in Zukunft alles tun, um hĂ€usliche Gewalt zu verhindern und da, wo geschehen nachhaltig zu verfolgen . Jeder einzelne Fall wird sehr akribisch analysiert, MaĂnahmen mit Zielrichtung der TĂ€ter zum Schutze der Opfer konsequent umgesetzt. Der Einsatz einer sogenannten elektronischen FuĂfessel beim TĂ€ter ist fĂŒr mich dabei ein wichtiges Instrument zur Verhinderung weiterer Taten. Daher begrĂŒĂe ich die geplanten Ănderungen im niedersĂ€chsischen Gefahrenabwehrrecht sehr."
Gewaltdelikte gegen Frauen
Bei den Gewaltdelikten gegen Frauen kam es 2024 in beiden Landkreisen zu einer geringen Steigerung der Fallzahl auf 152 (+11). Hierbei handelte es sich in zwei FĂ€llen um versuchten Totschlag, in 29 FĂ€llen um Vergewaltigung, in einem Fall um einen sexuellen Ăbergriff und in 120 FĂ€llen um gefĂ€hrliche oder schwere Körperverletzung. Bei der gefĂ€hrlichen und schweren Körperverletzung ist eine Zunahme von +15 zu verzeichnen.
PhÀnomen Messerangriff
Im Bereich der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden sind weniger Fallzahlen beim PhĂ€nomen Messergewalt feststellbar. Hier kam es zu einem RĂŒckgang auf 63 FĂ€lle (-20). Unter dem PhĂ€nomen Messergewalt fallen Angriffe, die mit einem Messer ausgefĂŒhrt oder angedroht wurden.
Insgesamt sind die Fallzahlen in Niedersachen jedoch noch immer zu hoch.
"Der seit einigen Jahren anhaltende Negativ-Trend zur AusĂŒbung von Gewalt als legitimes Mittel zur Konfliktlösung ist leider immer noch ungebrochen. Gewaltdelikte steigen erneut, die Zahl der Messerangriffe bleibt auf einem anhaltend gleichen, viel zu hohen Niveau: 422 Taten im ZustĂ€ndigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen - das ist mehr als ein Angriff pro Tag, 577 Menschen wurden dabei - teils schwer - verletzt. Wir werden uns deshalb mit den Kommunen weiter intensiv ĂŒber Waffenverbotszonen austauschen und besonders gefĂ€hrliche Orte auch als solche deklarieren, um intensiv kontrollieren zu können. Die AufklĂ€rungsquote dieser Taten konnte auf dem hohen Niveau des Vorjahres 2023 stabilisiert werden und liegt deutlich ĂŒber dem Landesschnitt. Genau wie bei der GesamtaufklĂ€rungsquote, die sich nach wie vor auf hohem Niveau bewegt, werden wir auch hier nicht nachlassen, die TĂ€terinnen und TĂ€ter zur Verantwortung zu ziehen, damit die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger weiterhin sicher leben können.", so die PolizeiprĂ€sidentin Tanja Wulff-Bruhn.
Straftaten gegen Àltere Menschen
Bei den Straftaten zum Nachteil Àlterer Menschen ist in der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden eine starke Reduzierung (-148) auf 267 Strafverfahren feststellbar. Hierbei handelte es sich um 114 vollendete Straftaten und 153 Versuche. Es entstand ein Gesamtschaden von 488.272 Euro. Die Fallzahlen liegen hier auf niedrigsten Stand im Zehn-Jahres-Vergleich.
Diebstahlsdelikte
Die Diebstahlsdelikte lassen sich in DiebstÀhle ohne erschwerende UmstÀnde und in DiebstÀhle mit erschwerenden UmstÀnden trennen. Insgesamt ereigneten sich 2.919 Diebstahlsdelikte mit einer AufklÀrungsquote von 41,04% in 2024 (-132), die wie folgt unterteilt werden können:
Bei den DiebstĂ€hlen ohne erschwerende UmstĂ€nde wurden in der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden 1.999 FĂ€lle verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr lĂ€sst sich hier eine Abnahme von -94 verzeichnen. Hier liegt eine AufklĂ€rungsquote von 48,02% vor. Dies lĂ€sst sich auf gute PrĂ€ventionsarbeit, effektive Diebstahlssicherungen und durch die Unternehmen bereitgestellte Sicherheitsdienste zurĂŒckfĂŒhren.
Bei den DiebstÀhlen unter erschwerenden UmstÀnden wurden in der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden 920 FÀlle verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr lÀsst sich hier eine Abnahme von -38 verzeichnen. Die AufklÀrungsquote umfasst 25,87%.
Bei den WohnungseinbruchdiebstÀhlen sind leicht steigende Fallzahlen ersichtlich. Hier ist ein Anstieg auf 178 Straftaten sichtbar (+15). Die AufklÀrungsquote liegt bei WohnungseinbruchdiebstÀhlen in der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden bei 29,78 %.
Vermögens- und FÀlschungsdelikte
Im Jahr 2024 wurden in den beiden Landkreisen insgesamt 1.694 Verfahren aufgrund von Straftaten im Bereich der Vermögens- und FĂ€lschungsdelikte bearbeitet. Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 74,26%. Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einer Reduzierung von -33. Das Internet als Tatmittel wird jedoch weiterhin mit gröĂter Sorgfalt betrachtet.
JugendkriminalitÀt (Jugendliche und Heranwachsende bis unter 21 Jahren)
Bei den Fallzahlen der JugendkriminalitÀt ist ein Anstieg zu verzeichnen. 2024 stiegen die Fallzahlen auf 1.576 (+143). Die Zahlen stehen jedoch auf dem viertniedrigsten Stand im Zehn-Jahres-Vergleich. Es ist zu verzeichnen, dass immer mehr Jugendliche und Heranwachsende schwere Deliktsformen begehen. So umfassten 34,45 % der gesamten Delikte Rohheitsdelikte.
Straftaten durch Junge Menschen (Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis unter 21 Jahren)
Die Anzahl bekannt gewordener FĂ€lle von Straftaten durch Junge Menschen umfasst 1.881 (+161). Die Anzahl teilt sich auf in Kinder von 0 bis unter 14 Jahren (305 FĂ€lle, +18), Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren (827 FĂ€lle, +103) und Heranwachsende von 18 bis unter 21 Jahren (749 FĂ€lle, +40).
Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte
Die Anzahl von Gewaltdelikten gegen Polizeivollzugsbeamte ist weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und weicht nicht vom Landes- und Bundestrend ab. 2024 kam es in der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden zu 93 FÀllen von Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte (+3) und 8 FÀllen von Gewalt gegen RettungskrÀften (+1). Diese Entwicklung gibt weiterhin Anlass zur Besorgnis.
"Angriffe gegen Polizei- und RettungskrĂ€fte sind im vergangenen Jahr auf den höchsten Stand im Zehn-Jahres-Vergleich geklettert. Dabei wurden insgesamt 1.704 EinsatzkrĂ€fte verletzt. Als Teil der Blaulichtfamilie bleibt diese Entwicklung fĂŒr uns unertrĂ€glich. Dass Menschen, die sich tĂ€glich fĂŒr Wohl und Sicherheit ihrer MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger einsetzen, Opfer von Angriffen werden und dann aufgrund von zum Teil schweren Verletzungen tage- oder wochenlang im Polizei-, Feuerwehr- sowie Rettungsdienst oder in ihren Berufen als Ehrenamtler ausfallen, fĂŒhrt neben der körperlichen und psychischen BeeintrĂ€chtigung der Opfer zu einem nicht bezifferbaren gesamtgesellschaftlichen Schaden. Diese AbwĂ€rtsspirale muss daher auch gesamtgesellschaftlich gestoppt und abgewendet werden. TĂ€ter mĂŒssen zudem konsequent bestraft werden.", Ă€uĂert sich PolizeiprĂ€sidentin Tanja Wulff-Bruhn.
FÀlle mit nichtdeutschen TatverdÀchtigen
Die Fallzahlen mit nichtdeutschen TatverdÀchtigen sind 2024 auf 2.221 gestiegen (+77). Die Fallzahlen deutscher TatverdÀchtiger umfassen 5.830 FÀlle (-381). Es handelt sich hierbei um 1.865 nichtdeutsche TatverdÀchtige (+89) und 4.431 (-7) deutsche TatverdÀchtige. Demnach ist ein leichter Anstieg bei nichtdeutschen TatverdÀchtigen feststellbar. Hierbei ist erkennbar, dass Migrationsbewegungen sich auch in der Kriminalstatistik widerspiegeln.
Sonstige StraftatbestÀnde (StGB) / Strafrechtliche Nebengesetze
Im Bereich der sonstigen StraftatbestÀnde ist ein Anstieg von +84 auf 2.778 FÀlle zu verzeichnen. Hierunter fallen Straftaten wie Erpressung, Widerstand, Hausfriedensbruch, VortÀuschen von Straftaten, Hehlerei, Brandstiftung, SachbeschÀdigung, AusspÀhen von Daten, etc.
Im Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze ist eine Abnahme von -378 auf 826 FĂ€lle feststellbar. Strafrechtliche Nebengesetzte sind u.a. VerstöĂe gegen das Kunsturheberrechtsgesetz, Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das FreizĂŒgigkeitsgesetz und VerstöĂe gegen das Waffengesetz und BetĂ€ubungsmittelgesetz. Die groĂe Abnahme der Fallzahlen ist hier auf das Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetz (KcanG) zurĂŒckzufĂŒhren.
Polizeidirektor Matthias Kinzel sagt abschlieĂend: "Wirtschaftliche und soziale Belastungen, weltweite Kriege und AnschlĂ€ge im eigenen Land haben Auswirkungen auf das SicherheitsgefĂŒhl der Menschen. Daher ist mir insbesondere wichtig, dass wir mit unserer Arbeit den Menschen zeigen können, dass sie sich in unserer Region sicher fĂŒhlen dĂŒrfen. Die hohe AufklĂ€rungsquote und die Reduzierung von Fallzahlen zeigen erneut, die gute Arbeit und LeistungsfĂ€higkeit von allen BeschĂ€ftigten der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden und die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen. Trotz vermehrter Gewalt gegen EinsatzkrĂ€fte, leisten diese engagierte und motivierte Arbeit, um die Sicherheit fĂŒr die Bevölkerung zu gewĂ€hren. Dies unterstreicht einmal mehr, dass die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in die Arbeit ihrer örtlichen Polizei vertrauen dĂŒrfen."
RĂŒckfragen bitte an:
Antonia LĂŒdemann
Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden
Telefon: 05151/933-204
E-Mail: [email protected]
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