RKiSH: Rund 600 EinsĂ€tze im ersten Jahr - RKiSH erweitert Akut-Einsatzfahrzeug-Konzept Erfolgreiches Versorgungsmodell wird zusĂ€tzlich in Heide-SĂŒd, Pinneberg, Kaltenkirchen und Nordoe eingefĂŒhrt
23.06.2026 - 09:00:43 | presseportal.de
Mit der Ausweitung des Konzepts reagiert die RKiSH auf die positiven Erfahrungen des vergangenen Jahres. Seit der Inbetriebnahme des ersten Akut-Einsatzfahrzeugs in Rendsburg am 1. Juli 2025 wurde das Fahrzeug bereits zu rund 600 EinsÀtzen alarmiert. Die Akut-Einsatzfahrzeuge ergÀnzen die bestehende Notfallrettung und ermöglichen eine bedarfsgerechte Versorgung von Patienten mit gesundheitlichen Beschwerden, die zwar eine zeitnahe medizinische AbklÀrung erfordern, jedoch nicht zwangslÀufig eine Behandlung in einer Notaufnahme oder einen Transport mit einem Rettungswagen notwendig machen.
"Die gut 600 EinsĂ€tze in der EinfĂŒhrungsphase zeigen, dass das Akut-Einsatzfahrzeug eine wichtige LĂŒcke zwischen klassischer Notfallrettung und ambulanter medizinischer Betreuung schlieĂen kann. Gleichzeitig gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse fĂŒr die Weiterentwicklung des Konzepts. So werden die Prozesse in der Notrufabfrage und Disposition kontinuierlich angepasst und optimiert.", erklĂ€rt Tim Germann, Projektleiter fĂŒr die Implementierung der Akut-Einsatzfahrzeuge bei der RKiSH. "Durch die gezielte medizinische EinschĂ€tzung vor Ort können wir Hilfesuchenden schneller die fĂŒr sie passende Hilfe vermitteln und gleichzeitig die verfĂŒgbaren Rettungsmittel fĂŒr zeitkritische und lebensbedrohliche NotfĂ€lle freihalten."
"Die Anforderungen an die Notfallversorgung verĂ€ndern sich spĂŒrbar. Immer mehr Menschen suchen Hilfe ĂŒber die 112, obwohl nicht immer ein klassischer Notfall vorliegt. Als verantwortlicher RettungsdienstdurchfĂŒhrer in unseren fĂŒnf Kreisen mĂŒssen wir darauf Antworten finden. Das Akut-Einsatzfahrzeug verbindet medizinische QualitĂ€t, Patientenorientierung und einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. Dass wir dieses erfolgreiche Modell nun an vier weiteren Standorten etablieren, ist ein wichtiger Meilenstein fĂŒr die Weiterentwicklung der prĂ€klinischen Versorgung in Schleswig-Holstein.", sagt Sönke Lase, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der RKiSH.
Die Akut-Einsatzfahrzeuge werden durch speziell weiterqualifizierte Akut-NotfallsanitĂ€ter besetzt. Diese verfĂŒgen ĂŒber eine zusĂ€tzliche 180-stĂŒndige Qualifikation, die auf die besonderen Anforderungen der aufsuchenden Akutversorgung ausgerichtet ist. Die Weiterbildung orientiert sich inhaltlich am in anderen BundeslĂ€ndern bereits erfolgreich etablierten Konzept der GemeindenotfallsanitĂ€ter.
Die Akut-NotfallsanitĂ€ter arbeiten eigenstĂ€ndig und alleine auf einem speziell ausgestatteten Einsatzfahrzeug, das bewusst ohne Transportmöglichkeit konzipiert ist. Dadurch liegt der Fokus des AEF auf der medizinischen EinschĂ€tzung, Beratung und Steuerung der Patienten in die jeweils passende Versorgungsstruktur. Die EinsatzkrĂ€fte werden durch moderne Medizintechnik, digitale Entscheidungshilfen sowie die rund um die Uhr erreichbare Telemedizinzentrale der RKiSH unterstĂŒtzt. Zur Ausstattung gehören unter anderem umfangreiche Diagnostikmöglichkeiten, ein Multifunktionsmonitor mit Defibrillator, ausgewĂ€hlte Medikamente sowie weiteres Akut- und Notfallequipment.
Ziel des Konzepts ist es, Patient direkt vor Ort medizinisch einzuschĂ€tzen, zu beraten und bei Bedarf gezielt primĂ€r in geeignete ambulante Versorgungsstrukturen zu vermitteln. Die insgesamt 37 Akut-NotfallsanitĂ€ter der RKiSH fungieren dabei als Lotsen im Gesundheitswesen und helfen dabei, fĂŒr die Betroffenen die passende Versorgungsebene zu finden. Krankenhauseinweisungen und -transporte werden nur dann veranlasst, wenn sie medizinisch erforderlich sind. DarĂŒber hinaus können die Akut-NotfallsanitĂ€ter jederzeit den diensthabenden Telenotarzt der RKiSH zur Beratung hinzuziehen.
Mit der Inbetriebnahme der vier neuen Standorte wird das Versorgungsgebiet der Akut-Einsatzfahrzeuge deutlich erweitert. Die RKiSH setzt damit einen weiteren wichtigen Schritt zur zukunftsfĂ€higen Ausrichtung der Differenzierten Notfallversorgung in Schleswig-Holstein um. Gleichzeitig trĂ€gt das Konzept dazu bei, Rettungswagen und Notaufnahmen zu entlasten und die vorhandenen Ressourcen noch gezielter fĂŒr zeitkritische NotfĂ€lle einzusetzen.
Disponiert werden die AEF aus der Integrierten Regionalleitstelle Mitte in Kiel fĂŒr den Kreis Rendsburg-Eckernförde und aus der Kooperativen Regionalleitstelle West in Elmshorn fĂŒr die Kreise Dithmarschen, Pinneberg, Segeberg und Steinburg.
Hintergrund
Das erste Akut-Einsatzfahrzeug der RKiSH nahm am 1. Juli 2025 an der Rettungswache Rendsburg den Testbetrieb auf. Das Fahrzeug ist mit einem Akut-NotfallsanitĂ€ter besetzt, verfĂŒgt ĂŒber umfangreiche medizinische Ausstattung, jedoch ĂŒber keine Transportmöglichkeit und wird ĂŒblicherweise ohne "Blaulicht" alarmiert. Das AEF wird eingesetzt, wenn sich Hilfeersuchen in der Leitstelle nicht eindeutig als akuter Notfall einordnen lassen, aber dennoch eine medizinische AbklĂ€rung erforderlich ist. Die EinfĂŒhrung basiert auf einer Genehmigung des Ministeriums fĂŒr Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2024.
Die neuen Akut-Einsatzfahrzeuge werden an den Rettungswachen Heide-SĂŒd, Pinneberg, Kaltenkirchen und Nordoe stationiert und ergĂ€nzen kĂŒnftig das bestehende Angebot in Rendsburg. Mit insgesamt fĂŒnf Standorten etabliert die RKiSH das Akut-Einsatzfahrzeug als festen Bestandteil einer modernen, bedarfsgerechten und patientenorientierten Notfallversorgung in Schleswig-Holstein.
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