Diskussion um FreibÀder: NRW-Justizminister warnt vor Populismus
17.07.2023 - 19:07:24"Wer auf komplexe Sachverhalte keine differenzierten Antworten gibt, erliegt schnell der Gefahr, sich in Populismen zu flĂŒchten", sagte Limbach der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Dienstagsausgabe). Das nach der Strafprozessordnung mögliche "besonders beschleunigte Verfahren" erfordere einen einfach gelagerten Sachverhalt oder eine klare Beweislage.
"Dies gilt selbstverstĂ€ndlich auch fĂŒr die sogenannten Freibad-FĂ€lle. Wer das beschleunigte Verfahren fĂŒr das Allheilmittel zur BekĂ€mpfung von aktuell auftretenden KriminalitĂ€tsphĂ€nomenen hĂ€lt, der irrt." Laut NRW-Justizministerium wurden im vergangenen Jahr landesweit bei den Amtsgerichten 1.289 FĂ€lle als beschleunigtes Verfahren erledigt. GrundsĂ€tzlich könnten die Staatsanwaltschaften zwar auch bei Körperverletzungsdelikten in FreibĂ€dern das Schnellverfahren beantragen, jedoch ist gerade nach Tumulten am Beckenrand die Beweislage hĂ€ufig nicht so eindeutig. Ohne Weiteres fehlt den Behörden in NRW zudem das Personal, um auch am Wochenende mehr Schnellurteile auf den Weg zu bringen. "Die Staatsanwaltschaften sind bereits heute sehr belastet", erklĂ€rte Limbachs Sprecher. Der designierte CDU-GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann hatte mehr Schnellurteile gegen GewalttĂ€ter gefordert. "Wer mittags im Freibad Menschen angreift, muss abends vor dem Richter sitzen und abgeurteilt werden", hatte er der "Bild am Sonntag" gesagt.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


