Polizeimeldungen, Frankreich

Ausschreitungen in Frankreich - 40.000 Polizisten im Einsatz

30.06.2023 - 06:43:37

In Frankreich ist es in der Nacht zum Freitag in vielen Landesteilen erneut zu heftigen Ausschreitungen gekommen, das Polizeiaufgebot wurde deutlich erhöht.

Mittlerweile sind 40.000 Beamte im Einsatz. PrÀsident Macron hatte die Bevölkerung am Vortag zur Ruhe aufgerufen.

Hintergrund der Auseinandersetzungen ist der Tod eines 17-JĂ€hrigen nordafrikanischer Abstammung wĂ€hrend einer Routineverkehrskontrolle in der Stadt Nanterre am Dienstag. Gegen den beschuldigten Polizisten sind unterdessen Ermittlungen wegen Totschlags eingeleitet worden. Er soll sich bereits in Untersuchungshaft befinden. ZunĂ€chst war seitens der Polizei behauptet worden, der 17-JĂ€hrige sei mit seinem Auto auf zwei Motorrad-Polizisten zugerast, in dem Video einer Kamera war spĂ€ter jedoch zu sehen, wie die Beamten das Auto des 17-JĂ€hrigen fĂŒr eine Verkehrskontrolle stoppten. Ein Polizist zielte dabei mit seiner Waffe durch das Fenster auf den Fahrer und gab einen Schuss ab, nachdem das Auto abrupt beschleunigt hatte. Der Wagen setzte daraufhin seine Fahrt fort und krachte gegen einen Pfeiler. Der 17-JĂ€hrige verstarb wenig spĂ€ter. In den folgenden NĂ€chten kam es zunĂ€chst in Nanterre, spĂ€ter auch in Paris und anderen Landesteilen zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und SicherheitskrĂ€ften. In den Sozialen Medien wurden Videos einer brennenden Straßenbahn sowie von berennenden Autos geteilt. "Eine Nacht unertrĂ€glicher Gewalt gegen Symbole der Republik: RathĂ€user, Schulen und Polizeistationen werden angezĂŒndet oder angegriffen", hatte es der französische Innenminister, GĂ©rald Darmanin, am Donnerstagmorgen genannt. Über 100 Personen seien bereits im Zuge der Proteste verhaftet worden. Auch PrĂ€sident Emmanuel Macron verurteilte die Ausschreitungen: "Gewalt gegen Polizeistationen, Schulen, RathĂ€user, gegen die Republik ist nicht zu rechtfertigen, Meditation, Gerechtigkeit und Ruhe mĂŒssen die nĂ€chsten Stunden leiten." Unterdessen gab es auch im Nachbarland Belgien Proteste.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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