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Landkreis Nienburg: Netzwerk zur BekÀmpfung HÀuslicher Gewalt - Kooperationsvereinbarung HÀusliche Gewalt unterzeichnet

18.10.2024 - 11:38:32

Landkreis Nienburg - (KEM) HĂ€usliche Gewalt hat viele Formen und kommt in allen Bildungs- und Einkommensschichten, NationalitĂ€ten und Kulturen vor. Oft aus Angst, Scham oder SchuldgefĂŒhlen, aber auch aufgrund von AbhĂ€ngigkeiten bleiben Betroffene in Beziehungen, obwohl diese zunehmend gefĂ€hrlicher fĂŒr sie werden. Kindern fĂ€llt es hĂ€ufig schwer, sich gegen die eigene Familie zu wenden und Hilfe zu suchen. Aus diesem Grund haben sich knapp 40 Vertretende verschiedenster Institutionen am Mittwoch, den 16.10.2024, auf Einladung der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg im Kreissaal des Landkreises Nienburg zur Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung "HĂ€usliche Gewalt" zusammengefunden.

Der Startschuss des Projekts der Kooperation zwischen Polizei, Landkreis, StĂ€dten und Kommunen, Hilfsinstitutionen und Beratungsstellen, Staatsanwaltschaft und Gericht fiel vor zwei Jahren. Seither wurden bestehende Netzwerke vertieft, neue geknĂŒpft und Problemstellen oder auch Hemmnisse wie datenschutzrechtliche Bedenken identifiziert und geregelt und schlussendlich eine umfassende und fĂŒr alle Beteiligten klare und strukturierte Grundlage geschaffen, auf der die bisherige Zusammenarbeit kĂŒnftig weiter aufgebaut und vertieft werden kann. Im Landkreis Nienburg bestehen bereits seit Jahren wirkungsvolle Vernetzungsstrukturen und Hilfesysteme, die auch kĂŒnftig erhalten und durch Fortsetzung gemeinsamer Initiativen auf allen Ebenen gestĂ€rkt und weiterentwickelt werden sollen. Synergieeffekte sollen zur Verbesserung der Lebenssituation von Betroffenen beitragen.

Das im Jahr 2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz sowie die in Niedersachsen mit der Umsetzung entwickelten LandesaktionsplĂ€ne und Handreichungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die neue Kooperationsvereinbarung fußt auch auf Leitgedanken der sogenannten "Istanbul Konvention" (Zusammenschluss div. EU-Staaten zur BekĂ€mpfung von Gewalt gegen Frauen und HĂ€uslicher Gewalt) aus dem Jahr 2011 sowie einer Behördenkonzeption der Polizeidirektion Göttingen zur Bearbeitung der FĂ€lle HĂ€uslicher Gewalt.

Vorrangiges Ziel aller Beteiligten ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Netzwerkpartnern zu intensivieren, bereits bestehende Strukturen zu festigen und weiter auszubauen. Hierzu wurde mit der Zeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung eine interdisziplinĂ€re Koordinierungsgruppe HĂ€usliche Gewalt eingerichtet, um so die bereits vorhandenen Netzwerke weiter miteinander zu verknĂŒpfen und die Zusammenarbeit zu intensivieren. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung soll zwischen der Polizei und dem Landkreis wechseln, fĂŒr die ersten drei Jahre wird die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg diese ĂŒbernehmen.

"Mit dieser Vereinbarung soll unsere gemeinsame gute Arbeit noch weiter verbessert werden. Wir erhoffen uns, dass mit der eingerichteten Koordinierungsstelle der Austausch noch reibungsloser gestaltet werden kann, ein abgestimmtes Vorgehen weiter erleichtert wird und die Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit betrieben werden kann," betonte Inspektionsleiter Stefan Schara anlÀsslich der Unterzeichnung.

Landrat Detlev Kohlmeier freute sich in seinem Grußwort insbesondere darĂŒber, dass mit der Kooperationsvereinbarung eine verbindliche Zusammenarbeit nahezu aller mit der Thematik befassten Akteure gesichert wurde. In diesem Zuge sei auch ein Regelwerk fĂŒr AblĂ€ufe und Kommunikationswege geschaffen worden, welches Unsicherheiten bei allen Beteiligten abbauen könne. So werde im Ergebnis ermöglicht, dass die Dynamiken einer typischen Gewaltspirale frĂŒher erkannt und unterbunden werden könne.

Zu den Kooperationspartnern zĂ€hlen die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, die Polizeiakademie Niedersachsen, der Landkreis Nienburg, die Stadt Nienburg und Stadt Rehburg-Loccum, die Samtgemeinden Hoya, Heemsen, Weser-Aue, Steimbke, Mittelweser, Uchte und der Flecken Steyerberg, die Helios Klinik Nienburg, der Kreissportbund Nienburg, das Amtsgericht Nienburg, der Ev.-Luth. Kirchenkreis Nienburg und der Ev.-Luth. Kirchenkreis Stolzenau-Loccum, der Ambulante Justizsozialdienst Nienburg sowie die fĂŒr das Thema spezialisierten Organisationen: Beratungs- und Interventionsstelle (BISS) Nienburg, Frauenhaus Nienburg, WEISSER RING e.V. Nienburg, Opferhilfe Verden, JaZZ 2010, Die Gruppe/Jugendhilfe sowie die Frauen- und MĂ€dchenberatungsstelle Nienburg.

Wenngleich nicht immer gleichzeitig alle Akteure einen aktiven Part einnehmen, so sind sie jedoch insbesondere als Ansprechpartner fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger vor Ort wichtige "Augen und Ohren". Alle Netzwerkpartner werden die Bevölkerung weiter fĂŒr das Thema sensibilisieren und auf wichtige vorhandene Hilfsangebote hinweisen, bei denen Betroffene UnterstĂŒtzung erfahren.

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