BSchwerverletzte am Bahnhof Neuhof - Frau von GĂŒterzug erfasst
20.08.2024 - 13:22:45Offensichtlich infolge eines Streits mit ihrem LebensgefĂ€hrten, begab sich die Frau im Bahnhof Neuhof in das Gleis an Bahnsteig 1 und ĂŒbersah einen herannahenden GĂŒterzug aus NĂŒrnberg.
Von GĂŒterzug erfasst und schwer verletzt
Auch die Hilfe ihres 41- jĂ€hrigen LebensgefĂ€hrten kam zu spĂ€t. Die Frau wurde von der Lok des GĂŒterzuges mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Stundenkilometern erfasst und erlitt dabei schwere Beinverletzungen. Wie sich spĂ€ter herausstellte, verlor die 30-JĂ€hrige dabei ihren linken Unterschenkel.
Mit einem Rettungswagen kam die Schwerverletzte sofort in das Fuldaer Klinikum. Der LebensgefÀhrte erlitt einen Schock und wurde seelsorgerisch betreut.
GĂŒterzug machte Schnellbremsung
"Trotz sofortiger Schnellbremsung war der Unfall nicht mehr zu verhindern!", sagte der LokfĂŒhrer spĂ€ter der Bundespolizei. Der GĂŒterzug, der in Richtung Bebra unterwegs war, kam erst nach rund 700 Metern zum Halten.
Wie weitere Ermittlung ergaben, stand das Unfallopfer unter erheblichem Alkoholgenuss. Ein spĂ€ter durchgefĂŒhrter Blutalkoholtest brachte ein Ergebnis von fast drei Promille. Die Bahnstrecke war wĂ€hrend der Bergungsarbeiten gesperrt. Insgesamt verspĂ€teten sich durch den Unfall 38 nachfolgende ZĂŒge um jeweils 45 Minuten.
Am Einsatz beteiligt war neben zwei Streifen der Bundespolizei, jeweils eine Streife der Polizei Neuhof und Fulda sowie die örtlichen Feuerwehren, zwei Rettungswagen sowie der Notfallmanager der Deutschen Bahn AG.
Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen.
Hinweis der Bundespolizei - Das Betreten von Bahngleisen ist aus mehreren GrĂŒnden streng verboten und insbesondere lebensgefĂ€hrlich:
1. Langer Bremsweg von ZĂŒgen:
ZĂŒge haben einen enorm langen Bremsweg, der je nach Geschwindigkeit und Zuggewicht bis zu einem Kilometern betragen kann. Selbst wenn der LokfĂŒhrer eine Gefahrensituation rechtzeitig erkennt und eine Schnellbremsung einleitet, kann der Zug oft nicht rechtzeitig stoppen, um eine Kollision zu verhindern. Dies macht das Betreten der Gleise extrem gefĂ€hrlich, da ein ausweichendes oder rechtzeitiges Anhalten des Zuges praktisch unmöglich ist.
2. Hohe Geschwindigkeit und Lautlosigkeit:
Moderne ZĂŒge können sehr schnell fahren, oft ĂŒber 100 km/h, und sind dabei vergleichsweise leise. Viele Menschen unterschĂ€tzen die Geschwindigkeit, mit der ZĂŒge herannahen, und hören den Zug erst, wenn es bereits zu spĂ€t ist, um sich in Sicherheit zu bringen. Diese Kombination aus Geschwindigkeit und Lautlosigkeit macht es besonders gefĂ€hrlich, Gleise zu betreten.
3. GefÀhrliche Stromleitungen:
Ăber den Gleisen verlaufen oft Oberleitungen, die mit hoher Spannung (meist 15.000 Volt oder mehr) betrieben werden. Schon die bloĂe NĂ€he zu diesen Leitungen kann lebensgefĂ€hrliche StromschlĂ€ge verursachen. Auch abseits dieser Oberleitungen können elektrische Anlagen und Bahntechnik auf und neben den Gleisen eine zusĂ€tzliche Gefahrenquelle darstellen. Diese GrĂŒnde verdeutlichen, warum das Betreten von Bahngleisen streng verboten ist und lebensgefĂ€hrliche Risiken birgt.
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