POL-NI, Fahren

Fahren ohne Helm: Immer mehr lebensgefÀhrliche UnfÀlle bei Fahrrad, E-Bike und E-Scooter

15.04.2025 - 08:17:59

Nienburg - Krankenhaus, Polizei und Verkehrswacht warnen: Radfahren, E-Bike- oder E-Scooter-Fahren ohne Helm birgt lebensgefĂ€hrliche Risiken. Joachim Seiler erlitt schwere Kopfverletzungen bei einem Unfall, weil er auf den Helm verzichtet hatte. Besonders Pedelec-Fahrer unterschĂ€tzen oft die Gefahr. Die Zahl der UnfĂ€lle steigt, schwere Verletzungen hĂ€ufen sich. Ihr Appell: SchĂŒtzen Sie Ihren Kopf, ein Helm kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

Eigentlich sollte hinlĂ€nglich bekannt sein, wie wichtig das Tragen eines Helms beim Radfahren ist. Doch leider sind es immer wieder schwere VerkehrsunfĂ€lle, die es wieder in Erinnerung rufen. Das TĂŒckische: Auch bei scheinbar harmlosen Fahrradstrecken kann es passieren - niemand ist davor gefeit. So auch Joachim Seiler. Der 76-JĂ€hrige ist ein erfahrener Rennradfahrer. "Ich trainiere seit Jahren zwei bis dreimal die Woche und fahre auch Rennen, natĂŒrlich immer mit Helm. Nur bei den normalen Stadtfahrten mit dem normalen Fahrrad war ich bislang ohne Helm unterwegs - bis zu einem Mal mit dramatischen Folgen."

Ein unverschuldeter Unfall mit schwerwiegenden Konsequenzen: Seiler erlitt bei einem Unfall an einer Kreuzung in Nienburg schwerwiegende Verletzungen. Ein Transporter, der unerlaubt und somit unvorhersehbar die Spur wechselte, erfasste sein Fahrrad. Der Aufprall war heftig: Seiler wurde ĂŒber den Lenker geschleudert und prallte mit dem Kopf auf. Von der Notaufnahme der Helios Kliniken Mittelweser ging es direkt auf die Intensivstation. Die Diagnose: Hirnblutung, ein SchĂ€del-Hirn-Trauma, eine offene Nasenbeinfraktur sowie weitere Verletzungen im Gesicht, an der Schulter sowie der rechten Hand.

Dr. Michael Stalp, Ă€rztlicher Direktor und Chefarzt der Unfallchirurgie und OrthopĂ€die, warnt: "Eine Hirnblutung kann sich nach einem Trauma weiter ausdehnen und potenziell tödlich enden oder bleibende SchĂ€den verursachen." Seiler hatte GlĂŒck: Nach zwei Tagen auf der Intensivstation und weiterer stationĂ€rer Überwachung erholte er sich weitgehend. "Trotzdem habe ich noch Wochen nach dem Unfall gerade morgens unter Schwindel gelitten", erlĂ€utert er.

Steigende Unfallzahlen belegen das Risiko: Bernd Ritz von der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg hat die Unfallzahlen der letzten vier Jahre analysiert: "Wir haben 1.435 UnfĂ€lle mit FahrrĂ€dern und 271 mit Pedelecs in den Landkreisen Nienburg und Schaumburg verzeichnet. Die UnfĂ€lle mit schweren Verletzungen waren deutlich hĂ€ufiger, wenn kein Helm getragen wurde. Besonders drastisch zeigte sich dies bei Pedelec-Fahrern" Dies geht schon in der vergleichsweisen geringen Anzahl an UnfĂ€llen hervor, bei denen klar dokumentiert war, dass kein Helm getragen wurde. "Wir haben erst in der jĂŒngsten Vergangenheit damit angefangen, in den Unfallberichten aufzufĂŒhren, ob ein Helm getragen wurde - doch schon in diesem vergleichsweisen kurzen Zeitraum ist die Tendenz klar erkennbar. Die echte Ziffer der Schwerverletzten ohne Helm wird deutlich höher liegen", ergĂ€nzt Stefan Schara, Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.

Stalp bestĂ€tigt diesen Trend: "Wir haben im vergangenen Jahr eine steigende Anzahl der Schwerverletzten mit SchĂ€del-Hirn-Traumata durch UnfĂ€lle ohne Helm bei uns beobachtet." Und dabei ist es so einfach, sich zu schĂŒtzen. Sein Appell: "SchĂŒtzen Sie Ihren Kopf - das, was wir den Kindern beibringen, sollten wir selbst befolgen."

Unerfahrenheit auf Pedelecs als große Gefahr: Werner MĂŒller, Vorsitzender der Verkehrswacht Nienburg, warnt besonders vor den Risiken fĂŒr unerfahrene Pedelec-Nutzer: "Pedelecs erreichen höhere Geschwindigkeiten als herkömmliche FahrrĂ€der. Viele Fahrer sind sich dessen nicht bewusst und können auf plötzliche Bremsmanöver oder unerwartete Hindernisse nicht angemessen reagieren. Ohne Helm besteht ein hohes Risiko fĂŒr schwere Kopfverletzungen." Daher bietet die Verkehrswacht regelmĂ€ĂŸige Fahrtrainings fĂŒr Pedelecs an. Termine und weitere Informationen unter: www.verkehrswacht-nienburg.de

Immer mehr E-Scooter auf den Straßen:

Doch noch ein weiteres Fahrzeug wird zu einer immer grĂ¶ĂŸeren Gefahr. "Das Fahren mit dem E-Scooter hat sich insgesamt vervielfacht. Wurde in 2020 noch kaum gefahren, ist Zahl der E-Scooter im Straßenverkehr deutlich gestiegen. Das zeigt sich auch an den Unfallzahlen: Die Zahl der UnfĂ€lle mit E-Scootern stieg von nur 7 im Jahr 2020 auf 62 UnfĂ€lle im Jahr 2024", erlĂ€utert Ritz. Auch hier ist das Tragen eines Helmes wichtig - denn selbst bei StĂŒrzen mit geringer Geschwindigkeit kann es zu schwersten Kopfverletzungen kommen.

Joachim Seiler: "Ein Helm ist wie der Sicherheitsgurt im Auto": Seiler hat aus seinem Unfall gelernt: "Ich werde nun auch bei Stadtfahrten immer einen Helm tragen. Ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert wÀre, wenn ich mit einem E-Bike unterwegs gewesen wÀre." Er vergleicht das Helmtragen mit der Anschnallpflicht im Auto: "Anfangs war es ungewohnt, heute ist es selbstverstÀndlich. Genauso sollte es auch beim Radfahren, E-Bike- oder E-Scooter-Fahren sein."

RĂŒckfragen bitte an:

Nina Thieme
Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg
Amalie-Thomas-Platz 1
31582 NIENBURG

Telefon: 05021/9778-104
Fax2mail: +49 511 9695636008

Original-Content von: Polizeiinspektion Nienburg / Schaumburg ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5bc241

@ presseportal.de