KriminalitÀt, Polizei

Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 fĂŒr die Polizeiinspektion Northeim

Veröffentlicht am: 25.03.2026 um 12:15 Uhr | presseportal.de

Northeim - Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 kurz und kompakt:

POL-NOM: Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 fĂŒr die Polizeiinspektion Northeim - Bild: presseportal.de
POL-NOM: Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 fĂŒr die Polizeiinspektion Northeim - Bild: presseportal.de

Nach der Veröffentlichung der landesweiten PKS 2025 durch Innenministerin Behrens in der letzten Woche prÀsentiert nun die Polizeiinspektion (PI) Northeim ihre Statistik im Detail.

Wie schon im letzten Jahr konnte auch dieses Mal eine Reduzierung der Fallzahlen zum Vorjahr verzeichnet werden. Im Vergleich zum Jahr 2024 mit 6.848 Straftaten wurden im Jahr 2025 6.383 (-465) Straftaten registriert werden. Der Mittelwert der letzten zehn Jahre liegt bei 6.784 Straftaten.

Entgegen zum Trend der letzten beiden Berichtsjahre sank die AufklĂ€rungsquote von 66,69 % im Jahr 2024 auf 65,8 % in 2025 (-0,89 %) und liegt somit dieses Jahr unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre (67,36 %). Die AufklĂ€rungsquote der PI Northeim liegt jedoch weiterhin ĂŒber dem direktionsweiten Schnitt von 63,78 % sowie dem landesweiten Schnitt von 62,72%.

Positiv entwickelt sich zudem die HÀufigkeitszahl: Mit 5.081 FÀllen pro 100.000 Einwohnerinnen bzw. Einwohnern liegt die KriminalitÀtsbelastung im Berichtszeitraum unter dem Wert des Vorjahres (2024: 5.151).

Die ZKD Leiterin PolizeioberrĂ€tin Sabrina Tokarski-Höhne: "Die sinkenden Fallzahlen sind erfreulich, doch der Anstieg bei der hĂ€uslichen Gewalt bleibt eine zentrale Herausforderung. Wir setzen alles daran, Betroffene zu schĂŒtzen, TĂ€ter konsequent zur Verantwortung zu ziehen und die PrĂ€ventionsarbeit mit unseren Partnern zu stĂ€rken."

TatverdÀchtige Personen / Opfer:

Die Gesamtanzahl an tatverdÀchtigen Personen (2024: 3.641 / 2025: 3.468, -173 Personen, -4,75 %) ist passend zur Reduzierung der Gesamtstraftaten ebenfalls gesunken.

Auch die Anzahl der nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen ist um 6,54 Prozent auf 857 (2024: 917) gesunken. Die Anzahl der deutschen TatverdĂ€chtigen ist um 4,15 Prozent auf 2.611 (2024: 2.724) gesunken. Insgesamt machen die nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen einen Anteil von 24,71 Prozent aus. Hierbei ist zu berĂŒcksichtigen, dass spezifische Delikte - wie etwa VerstĂ¶ĂŸe gegen das Aufenthalts- oder Asylgesetz - definitionsgemĂ€ĂŸ nur von nichtdeutschen Personen begangen werden können.

Im Jahr 2025 wurden 16 FĂ€lle (178) weniger registriert, bei denen FlĂŒchtlinge beteiligt waren. Dies macht einen prozentualen RĂŒckgang von 8,25 % aus.

Von allen tatverdÀchtigen Personen waren 2.566 mÀnnlich (73,99 %) und 902 weiblich (26,01 %). Bei den Opferzahlen sieht die prozentuale Verteilung deutlich anders aus. Insgesamt wurden 1.229 mÀnnliche (57,94 %) und 892 weibliche Opfer (42,06 %) registriert.

Straftaten gegen das Leben & Rohheitsdelikte:

Im Jahr 2025 kam es im Landkreis Northeim zu drei Delikten gegen das Leben. Im vorherigen Berichtsjahr kam es zu zwei Delikten. Der Mittelwert der letzten zehn Jahre liegt bei fĂŒnf Taten. Die AufklĂ€rungsquote liegt erneut bei 100 %. Dieser Wert konnte in neun der letzten zehn Jahre erreicht werden.

Im ZustÀndigkeitsbereich der Polizeiinspektion Northeim wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.396 Rohheitsdelikte registriert. Das bedeutet, dass eine Senkung um 14 Delikte zum Vergleich des Berichtsjahres 2024 (- 1 %) verzeichnet wurde.

Jeweils zu einer Reduzierung kam es bei den Deliktsfeldern Raub und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Beim Raub wurden insgesamt 35 FÀlle (-8 / -18,6 %) und bei Straftaten gegen die persönliche Freiheit 497 (- 22 / -4,24 %) registriert. Die einzige Steigerung im Gesamtfeld der Rohheitsdelikte wurde beim Deliktsfeld der Köperverletzung festgestellt. Hier wurden 861 FÀlle (+ 16 / + 1,89 %) registriert, wobei die Versuchsstraftaten inkludiert sind.

Gewalt gegen Polizeivollzugbeamte steigt an:

Nachdem im letzten Berichtsjahr geringere Fallzahlen (2024: 59 FÀlle) bei Gewalt gegen Polizeivollzugbeamte prÀsentiert werden konnten, wurden im Jahr 2025 66 FÀlle registriert. Eklatant ist der Anstieg bei der Anzahl der registrierten Opfer. Bei 70 FÀllen kam es zu 210 Opfern (2024: 149 Opfer), was einem Anstieg von 40,94 % entspricht. Das bedeutet der in den letzten zehn Jahren dem zweithöchsten Stand nach 2023 (236 Opfer).

Dem entgegen steht die positive Entwicklung der Zahlen bei der Gewalt gegen Rettungsdienste. Hier wurden fĂŒnf Opfer (2024: neun Opfer) bei vier FĂ€llen (2024: sieben FĂ€lle) registriert. Bei beiden Zahlen handelt es sich im Zehn-Jahres-Vergleich um geringe Werte.

Die Polizeiinspektion Northeim verfolgt eine konsequente Linie: Jede Tat gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte wird ausnahmslos zur Anzeige gebracht, woraufhin die Staatsanwaltschaft in der Regel - sofern keine SchuldunfĂ€higkeit vorliegt - entsprechende strafrechtliche Konsequenzen herbeifĂŒhrt.

Messerangriffe:

Sorge bereitet der Polizei die kontinuierliche Zunahme von Messerangriffen, die landes- und direktionsweit zu verzeichnen ist. Die Tragweite dieser Entwicklung verdeutlicht PolizeiprÀsidentin Tanja Wulff-Bruhn mit Blick auf die aktuellen Zahlen: "608 Menschen sind im vergangenen Jahr im ZustÀndigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen bei 446 Taten durch einen Messerangriff teils schwer verletzt worden - das ist die höchste Zahl seit Beginn der Auswertung dieses PhÀnomens im Jahr 2020. Das zeigt, dass die Einrichtung von Waffenverbotszonen, wie es in unserem ZustÀndigkeitsbereich in Göttingen bereits der Fall ist, auch perspektivisch richtig, nötig und wichtig ist. Jede Waffe, die wir aus dem Verkehr ziehen können, macht den öffentlichen Raum sicherer."

Im Landkreis Northeim sind Messerangriffe glĂŒcklicherweise weiterhin ein wenig auffĂ€lliges PhĂ€nomen. Im Vergleich zum letzten Berichtsjahr (31 FĂ€lle) musste jedoch eine Steigerung der Fallzahlen der Messerangriffe um sieben auf 38 FĂ€lle verzeichnet werden.

Um im Ernstfall polizeilich bestmöglich vorbereitet zu sein, bleibt dieses Thema fortwĂ€hrend ein wichtiger Bestandteil der Aus- und Fortbildungsmaßnahmen.

HĂ€usliche Gewalt:

Nachdem im letzten Berichtsjahr innerhalb der Polizeiinspektion Northeim eine Minderung der Fallzahlen registriert wurde, muss in diesem Jahr ein Anwachsen der Fallzahlen auf 486 (+ 58 FĂ€lle / + 13,55 %) festgestellt werden.

Das Thema der HĂ€uslichen Gewalt wird ĂŒber verschiedene Medien prĂ€ventiv publiziert. Dadurch kann es durch die gestiegene Aufmerksamkeit auch zu mehr Anzeigen kommen. Aufgrund des bestehenden Dunkelfelds mĂŒssen die an sich schon gestiegenen Zahlen genaustens betrachtet werden. Dabei wird auch die stetige Kooperation in der PrĂ€ventionsarbeit mit den unterschiedlichsten Partnern weiterhin intensiv vorangetrieben. Es ist weiterhin trotz erhöhter SensibilitĂ€t in der Gesellschaft von einem großen Dunkelfeld auszugehen.

Reduzierung der Sexualdelikte:

Im Berichtsjahr 2025 konnte eine Reduzierung der registrierten Sexualdelikte festgestellt werden. Insgesamt wurden in 2025 201 FÀlle und somit 38 FÀlle (- 15,9 %) weniger als in 2024 (239) registriert. Darunter fÀllt auch die sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Hier kam es zu einer noch deutlicheren Reduzierung. Im Jahr 2024 wurden 113 FÀlle verzeichnet und im Jahr 2025 69 FÀlle (- 44 FÀlle / - 38,94 %).

Durch die weiterhin professionelle und engagierte Ermittlungsarbeit konnte die AufklÀrungsquote der PI Northeim weiterhin auf einem hohen Niveau gehalten werden (2024: 92,47 % / 2025: 92,54 %).

Dieser abfallende Entwicklungstrend ist jedoch differenziert zu betrachten: Die statistische Abbildung wird maßgeblich durch Bearbeitungsdauern beeinflusst. Umfangreiche und komplexe Verfahren erstrecken sich hĂ€ufig ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume und werden daher nicht immer im Jahr der Anzeigenerstattung abgeschlossen, sondern fließen teilweise erst in die Folgejahre der Statistik ein. Ein RĂŒckgang der Zahlen bedeutet daher nicht zwangslĂ€ufig eine tatsĂ€chliche Abnahme des KriminalitĂ€tsgeschehens.

Wohnungseinbruchdiebstahl:

Entgegen des direktions- und landesweiten Trends sanken die Fallzahlen im Bereich der Tageswohnungs- und WohnungseinbrĂŒchen im Landkreis Northeim leicht. Mit 102 Taten verzeichnet die Polizeiinspektion Northeim einen RĂŒckgang von 7,27 Prozent (-8 FĂ€lle). Hierbei ist besonders die hohe Versuchsquote von mehr als ein Drittel (39 FĂ€lle) hervorzuheben.

Bei diesem aufklĂ€rungsungĂŒnstigen Delikt ist die AufklĂ€rungsquote der Polizeiinspektion Northeim mit 11,76 % im Vergleich zum letzten Jahr (27,27 %) um 15,51 % gesunken.

Die Fallzahlen des Wohnungseinbruchsdiebstahls liegen leicht ĂŒber dem Mittelwert (98 FĂ€lle) der letzten zehn Jahre. Die AufklĂ€rungsquote liegt in diesem Jahr unter Mittelwert (25,4 %).

Fahrraddiebstahl:

Zum ersten Mal fĂŒhren wir in diesem Berichtsjahr gesondert die Statistiken zum Deliktsbereich Fahrraddiebstahl auf. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: 174) kam es im Jahr 2025 zu 118 FahrraddiebstĂ€hlen (- 56 FĂ€lle / - 32,18 %). Fahrraddiebstahl ist ebenfalls ein aufklĂ€rungsungĂŒnstiges Delikt, weshalb hier die AufklĂ€rungsquote bei 13.56 % liegt (2024: 17,24 % / -3,68 %).

Aufgrund der geringeren Fallzahlen liegt auch der Schaden vom erlangten Gut unter dem vorherigen Berichtsjahr (2024: 331.645 EUR / 2025: 170.892 EUR).

2024 wurde mit dem Hintergrund steigender Diebstahlszahlen insbes. von Pedelecs eine Landesarbeitsgruppe (LAG) eingesetzt. Ziel war es örtliche FahrradhĂ€ndler als Kooperationspartner zu gewinnen, um auf diesem Weg potentielle FahrradkĂ€ufer zum Thema Diebstahlschutz zu sensibilisieren. Hierzu wurde seitens der LAG "Pedelec-/E-Scooter-Diebstahl" PrĂ€ventions-Material (PrĂ€ventionshaken und MerkblĂ€tter) mit polizeilichen Hinweisen erarbeitet und mit einem Kampagnenstart im April 2024 verteilt. In unserem PI-Bereich wurden sĂ€mtliche FahrradhĂ€ndler aufgesucht und mit der Kampagne vertraut gemacht. Dies könnte einer der Faktoren der rĂŒcklĂ€ufigen Zahlen sein.

Weiterer RĂŒckgang von Straftaten junger Menschen:

Erfreulich bleibt die Entwicklung im Bereich der Kinder- und Jugenddelinquenz. Das nunmehr dritte Jahr in Folge kann ein RĂŒckgang der Straftaten von jungen Menschen registriert werden. Im Jahr 2025 kam es zu 723 FĂ€llen (2024: 756 FĂ€lle) und somit zu einer Reduzierung um 33 FĂ€lle (- 4,37 %).

Lediglich bei der Gruppe der Kinder (unter 14 Jahren) musste eine deutliche Steigerung der Fallzahlen festgestellt werden. Insgesamt wurden 30 FĂ€lle mehr registriert (2024: 119 / 2025: 149), was einem prozentualen Anstieg von ĂŒber 25 % entspricht. In der Gruppe der Jugendlichen (14 - 17 Jahre) kam es zu einer deutlichen Reduzierung der Fallzahlen (2024: 335 / 2025: 271) um insgesamt 64 FĂ€lle (- 19,1 %). Bei den Heranwachsenden (18 - 21 Jahre) wurde ein Fall mehr registriert (2024: 302 / 2025: 303; + 0,33 %).

Passend zu den sinkenden Fallzahlen, wurden auch weniger TatverdÀchtige registriert. Bei der Gruppe der Kinder gab es entgegen zum Anstieg der Fallzahlen zu einer Reduzierung der TatverdÀchtigen Kinder (2024: 169 / 2025: 160). Eine geringere Anzahl von TatverdÀchtigen wurden auch bei der Gruppe der Jugendlichen festgestellt (2024: 319 / 2025: 274). Nur bei den Heranwachsenden konnte ein Anstieg der Anzahl der TatverdÀchtigen (2024: 233 / 2025: 248) registriert werden.

Fazit der Leitende Polizeidirektorin Maren JĂ€schke: "Die Zahlen des Jahres 2025 sind Beleg der intensiven Einsatz- und Ermittlungsarbeit aber auch der vergangenen und zukĂŒnftigen Hauptaufgabenfelder im Landkreis Northeim. Wir werden nicht nachlassen auch in Zukunft das Leben im Landkreis noch sicherer zu machen."

RĂŒckfragen bitte an:

Polizeiinspektion Northeim
Pressestelle

Telefon: 05551-9148-200
Fax: 05551-9148-250
E-Mail: pressestelle@pi-nom.polizei.niedersachsen.de
http://www.pd-goe.polizei-nds.de/dienststellen/pi_northeim/

Original-Content von: Polizeiinspektion Northeim ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5f436b

de | polizeimeldungen | 68983730 |