Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 - Polizei Hagen stellt die aktuellen Zahlen vor
12.03.2025 - 16:17:20Ăberblick:
Die KriminalitĂ€t in Hagen geht zurĂŒck. Der RĂŒckgang der Fallzahlen konnte fortgesetzt werden. Die KriminalitĂ€t in Hagen erreicht 2024 ein Gesamtniveau von 17.653 Straftaten. Dies entspricht einem Minus von 375 FĂ€llen bzw. von 2,08 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AufklĂ€rungsquote konnte den sehr hohen Wert des Vorjahres (60,06 Prozent) zwar nicht ganz halten, liegt mit 59,11 Prozent jedoch weiterhin deutlich ĂŒber dem Landesdurchschnitt (53,46 Prozent). Die Polizei Hagen ist das beste PolizeiprĂ€sidium hinsichtlich der AufklĂ€rungsquote im Vergleich.
"Im Jahr 2024 ist es uns erneut gelungen, die Entwicklung der KriminalitĂ€t in Hagen zu reduzieren. Die leicht gesunkene KriminalitĂ€tsrate und unsere hohe AufklĂ€rungsquote zeigen, dass die akribische und gute Arbeit der Polizei Wirkung zeigt. Wir werden diesen Weg konsequent fortsetzen, um Hagen noch sicherer zu machen. Denn jede Straftat ist eine zu viel - unser Ziel bleibt es, die KriminalitĂ€t weiter einzudĂ€mmen", leitet PolizeiprĂ€sidentin Ursula Tomahogh in die Vorstellung der Hagener Kriminalstatistik fĂŒr das Jahr 2024 ein.
Sieben Tötungsdelikte sind im Jahr 2024 fĂŒr Hagen erfasst worden. In sechs FĂ€llen blieb es bei dem Versuch und das Opfer ĂŒberlebte die Tat. Insgesamt lag die AufklĂ€rungsquote bei knapp 86 Prozent - lediglich in einem Fall (Versuch) konnte die Tat noch nicht aufgeklĂ€rt werden. Bei diesem Fall handelt es sich um die Anzeige einer Frau aus dem Jahr 2023, an deren Fahrzeug Radbolzen gelockert und zum Teil entfernt wurden. Zu einem Schaden ist es glĂŒcklicherweise nicht gekommen.
Die GewaltkriminalitĂ€t insgesamt zeigt sich mit 755 FĂ€llen im Jahr 2024 rĂŒcklĂ€ufig im Vergleich zum Vorjahr. Hier waren es noch 765 FĂ€lle. Die AufklĂ€rungsquote ging leicht von 79,48 Prozent auf 74,57 Prozent zurĂŒck. Die Zahl der Raubdelikte lag im Jahr 2024 bei 177, im Vorjahr waren es 174. Die Fallzahlen fĂŒr die gefĂ€hrliche beziehungsweise schwere Körperverletzung reduzierten sich hingegen von 530 auf 527. Die einfache Körperverletzung, die in der Kriminalstatistik nicht zur Summe der GewaltkriminalitĂ€t zĂ€hlt, stieg 2024 von 1.395 auf 1.478 FĂ€lle.
Einen durchschlagenden Erfolg kann die Hagener Polizei im Hinblick auf den Kampf gegen Gewaltdelikte mit Messern verzeichnen. Das Tatmittel "Messer" erreichte im Jahr 2023 den Wert von 119, im Jahr 2024 kam es 89 Mal zum Einsatz (hierunter fallen auch Bedrohungen mit einem Messer, ohne dass dieses eingesetzt wurde). "Ein einziger Stich kann bereits tödlich enden und Leben zerstören. Messergewalt eskaliert oft innerhalb weniger Sekunden und wird nicht geduldet. Unsere EinsatzkrĂ€fte gehen entschlossen gegen jede Form von Messergewalt vor. Jede Kontrolle ist entscheidend, um solche Taten zu verhindern und Leben zu schĂŒtzen", so Tomahogh.
Wird eine Person durch eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit unter Verwendung eines Messers auffĂ€llig, erfasst und ĂŒberprĂŒft die Hagener Polizei den Fall schriftlich. Je nach Schwere und HĂ€ufigkeit des Delikts kann gegen die betroffene Person ein Waffentrageverbot ausgesprochen werden. Dies untersagt ihr dann fĂŒr drei Jahre, ein Messer oder andere gefĂ€hrliche Werkzeuge und SportgerĂ€te mit sich zu fĂŒhren. Bei einem VerstoĂ drohen ein Zwangsgeld von bis zu 500 Euro oder Ersatzzwangshaft. Im Jahr 2024 wurden gezielte SchwerpunkteinsĂ€tze durchgefĂŒhrt, um Personen in Bezug auf mitgefĂŒhrte Messer zu kontrollieren. Auch die Polizistinnen und Polizisten im tĂ€glichen Dienst prĂŒfen verstĂ€rkt, ob ein individuelles Waffentrageverbot gegen Delinquenten ausgesprochen werden kann.
"Die Zahl der Gewaltdelikte im öffentlichen Raum unter Verwendung von Messern in Hagen ist entgegen dem Landestrend rĂŒcklĂ€ufig. Dennoch beschĂ€ftigt das Thema auch die Hagener Polizei. Jeder Sachverhalt mit einem Messer ist einer zu viel. Die deutliche Reduzierung ist sehr erfreulich und auf unsere Arbeit zurĂŒckzufĂŒhren", so der Leiter der Direktion KriminalitĂ€t des PolizeiprĂ€sidiums Hagen, Kriminaldirektor Robert Gereci. Mit derzeitigem Stand wurden 17 Messertrageverbote durch die Polizei Hagen ausgesprochen (10x deutsche StaatsbĂŒrger). Ein weiterer Erfolg ist der RĂŒckgang der Vergewaltigungen - die Hagener Polizei erfasste 43 Taten - im Vorjahr waren es 52. Die Zahl ist im Jahr 2024 somit deutlich niedriger als noch ein Jahr zuvor. Bei 42 der 43 angezeigten Vergewaltigungen kannten sich TĂ€ter und Opfer. "Lediglich in einem Fall zum Nachteil einer Frau bestanden keine Vorbeziehungen. Diese Tat stellt jedoch eine Ausnahme dar. Bei dem GroĂteil der Vergewaltigungen handelt es sich um Personen aus dem sozialen Umfeld der Opfer", betont Gereci. Im Deliktsbereich der "sexuellen BelĂ€stigung" verzeichnete die Polizei Hagen einen Anstieg um 11 FĂ€lle.
FĂŒr den Bereich der StraĂenkriminalitĂ€t verzeichnet Hagen einen leichten Anstieg von 36 Taten auf 3.406 Delikte im Jahr 2024 (1,07 Prozent). Deutlich herausragend in diesem Bereich sind die FĂ€lle des Taschendiebstahls (232 FĂ€lle), des Fahrraddiebstahls (162 FĂ€lle), des Diebstahls aus Kraftfahrzeugen (967 FĂ€lle), der SachbeschĂ€digung an Kraftfahrzeugen (737 FĂ€lle) und der sonstigen SachbeschĂ€digung im öffentlichen Raum (544 FĂ€lle). Blickt man bei den Zahlen fĂŒr die StraĂenkriminalitĂ€t speziell auf die sogenannten Konzeptbereiche der Polizei Hagen, so ist fĂŒr den Bereich des Hauptbahnhofs fĂŒr das Jahr 2024 ein RĂŒckgang um 14 Taten im Vergleich zum Vorjahr (2022: 289, 2023: 251 2024: 237) zu verzeichnen. FĂŒr Altenhagen und Wehringhausen kann ein RĂŒckgang von 32 Delikten auf 447 erkannt werden.
"Bereits seit vielen Jahren sind der Hagener Hauptbahnhof und die Stadtteile Wehringhausen und Altenhagen nun bereits Schwerpunkt der Hagener Polizei. Die KriminalitĂ€tslage hat sich im Vergleich zu den Vorjahren verbessert. Die Intensivierung der polizeilichen PrĂ€senz steht in direktem Zusammenhang mit dem RĂŒckgang der Taten. In den Konzeptbereichen wurden viele MaĂnahmen getroffen, im Bahnhof wurde PrĂ€senz gezeigt, Personen kontrolliert, BetĂ€ubungsmittel beschlagnahmt, gegen TĂ€ter wurden Bereichsbetretungsverbote ausgesprochen und die EinsatzkrĂ€fte der Polizeilichen Sonderdienste sind dazu, neben dem Verkehrsdienst und zivilen Kriminalbeamtinnen und -beamten, verstĂ€rkt im Einsatz. Auch im Jahr 2025 werden wir unerlĂ€sslich kriminelles und deviantes Verhalten unterbinden und dafĂŒr sorgen, dass zudem das SicherheitsgefĂŒhl weiter verbessert wird", so Tomahogh.
Die Zahl der Vermögensdelikte (u. a. Betrug) stiegen im Jahr 2024 an. 4.085 Taten wurden fĂŒr Hagen erfasst (11,73 Prozent). Die Gefahr, Opfer eines Betruges zu werden, ist hoch. Es muss angenommen werden, dass dieser Trend wegen der voranschreitenden Digitalisierung in allen Lebensbereichen auch in den kommenden Jahren zu beobachten sein wird. Gleichzeitig gibt es in diesem Zusammenhang aber auch positive Signale. Die Straftaten zum Nachteil Ă€lterer Menschen, bekannt geworden durch den sog. "Enkeltrick" oder den "falschen Polizeibeamten", sind in Hagen stark rĂŒcklĂ€ufig. Wurden hier 2023 noch 37 Taten gezĂ€hlt, waren es im Jahr 2024 insgesamt 29. Hier zeigt sich, dass intensive PrĂ€ventionsbemĂŒhungen ihre Wirkung entfaltet haben. Die Hagener Polizei klĂ€rt in den sozialen Netzwerken und auch im persönlichen Austausch mit BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern bei Vor-Ort-Veranstaltungen regelmĂ€Ăig ĂŒber unterschiedliche Maschen auf. Die Quote der JugendkriminalitĂ€t ist im Jahr 2024 erfreulicherweise um 1,43 Prozent auf 24 Prozent gesunken (2023: 25,43 Prozent). Den gröĂten Anteil der TatverdĂ€chtigen stellen Jugendliche bei Raubdelikten (49 Prozent) und Gewaltdelikten insgesamt (41 Prozent). Vergleichsweise niedrig ist die Quote der JugendkriminalitĂ€t bei der RauschgiftkriminalitĂ€t (18 Prozent) sowie bei Vermögens- und FĂ€lschungsdelikten (20 Prozent).
Die Zahl der WohnungseinbrĂŒche lag im Jahr 2024 bei 332 Taten, davon handelte es sich um 137 Versuche. Im Jahr 2023 waren es 330 Taten, davon 132 Versuche. Die AufklĂ€rungsquote stieg von 13,03 Prozent auf 14,76 Prozent. DiebstĂ€hle gingen um 299 FĂ€lle zurĂŒck. Es handelte sich um 5.696 Taten (davon 680 Versuche). Im Bereich der LadendiebstĂ€hle ist ein RĂŒckgang von 1.807 Taten mit einer AufklĂ€rungsquote von 93,36 Prozent auf 1.549 Taten (92,38 Prozent AufklĂ€rungsquote) zu verzeichnen.
Der Anteil der nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen an der Gesamtzahl der Straftaten betrug im Jahr 2024 45 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt gestiegen. Besondere Schwerpunkte sind in den Deliktsbereichen Diebstahl (54 Prozent), GewaltkriminalitĂ€t (44 Prozent) sowie dem PhĂ€nomen der StraĂenkriminalitĂ€t (45 Prozent) festzustellen. Die Zahlen, bezogen auf die besonderen Schwerpunkte, unterscheiden sich im Vergleich zum Jahr 2023 nicht.
An dieser Stelle wird auf die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur der Stadt Hagen hingewiesen. Im Jahr 2024 lebten insgesamt 47.953 (2023: 47.172) Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Hagen. Das entspricht einem Anteil von 24,29 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2023 lag der Anteil bei 23,9 Prozent. Der hohe Anteil der TatverdĂ€chtigen ohne deutsche Staatsangehörigkeit ist ĂŒberproportional hoch zum Anteil der auslĂ€ndischen MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger in Hagen.
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