POL-OS, PolizeivizeprÀsidentin

PolizeivizeprÀsidentin: Gewalt in Familien betrifft alle sozialen Schichten

24.11.2023 - 12:32:36

OsnabrĂŒck/Lingen/Aurich/Leer/Nordhorn/Emden - Am 25. November beteiligt sich die Polizeidirektion OsnabrĂŒck, vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln, mit diversen Aktionen am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und MĂ€dchen.

Auch Andrea Menke, PolizeivizeprĂ€sidentin der Polizeidirektion OsnabrĂŒck, Ă€ußerte sich zum Thema hĂ€usliche Gewalt. Menke: "Gewalt in Familien betrifft alle sozialen Schichten. Wir brauchen eine Kultur des Hinschauens. Nur im Schulterschluss aller gesellschaftlichen Akteure und Sicherheitsbehörden schaffen wir es, innerfamiliĂ€re Gewalttaten aus ihrer AnonymitĂ€t zu holen. Gewalt in der Familie ist in keiner Weise zu tolerieren und keine Privatsache. Wir alle sind gefordert, in unserer Gesellschaft, der Gewalt aktiv entgegenzutreten." Durch ein bestehendes Netzwerk der verantwortlichen Einrichtungen und Behörden, die ihr Handeln aufeinander abstimmen, werde es mehr und mehr gelingen, Betroffene aufzufangen und schnellstmöglich aus ihrer Lage zu befreien, so Menke.

Nicht zuletzt waren auch durch die Pandemie vermehrt interfamiliĂ€re Konflikte - verbunden mit physischer und psychischer Gewalt - registriert worden. Die Pandemie war auch Treiber fĂŒr interfamiliĂ€re Konflikte. Mit 4.286 Taten von hĂ€uslicher Gewalt, lagen die Fall-zahlen im letzten Jahr in der Polizeidirektion OsnabrĂŒck, vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln, auf hohem Niveau. Auch fĂŒr das Jahr 2023 ist mit einem leichten Anstieg zu rechnen.

Im Bereich der BekĂ€mpfung der hĂ€uslichen Gewalt, als Vorinstanz im schlimmsten Fall auch fĂŒr Femizide, unternimmt die Polizei eine Vielzahl von repressiven und prĂ€ventiven Maßnahmen. Eine breite und intensive PrĂ€ventionsarbeit im Bereich der hĂ€uslichen Ge-walt wird von den PrĂ€ventionsteams der Polizei und weiteren Partnern intensiv wahrgenommen und ist elementar, damit Opfer sich der Polizei oder anderen Stellen anvertrauen oder erst gar nicht Opfer werden. Eine weitere Facette der polizeilichen Arbeit ist hier beispielsweise das Hochrisikomanagement der Polizei. Bereits im Streifendienst werden bei entsprechenden EinsĂ€tzen Bewertungen vorgenommen, ob möglicherweise sog. Hoch-risikofĂ€lle, also eine potentielle Gefahr einer Gewaltspirale, vorliegen bzw. sich entwickeln könnten. Eine umfassende Bewertung und EinschĂ€tzung erfolgt sodann im Ermittlungsbereich der Polizei. Sollten Indizien fĂŒr einen Hochrisikofall vorliegen, können sog. Fallkonferenzen einberufen werden, an der sĂ€mtliche in Frage kommende Netzwerkpartner (Kommune, Polizei, etc.) teilnehmen, die alle aus ihrer Profession heraus auf den Einzelfall schauen und HilfeansĂ€tze erarbeiten. Das Hochrisikomanagement ist sozusagen ein FrĂŒhwarnsystem, um innerfamiliĂ€re Gewaltspiralen zu verhindern.

In jedem Fall ist es ratsam professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen fĂŒr den Weg aus der Gewalt. Ansprechpartner sind neben der Polizei, die in einer akuten Notlage ĂŒber die 110 informiert werden sollte, Frauenberatungsstellen sowie Interventionsstellen. Inner-halb der Polizei bieten zudem Opferschutzbeauftragte Hilfe und vermitteln Kontakte. Weiterhin bietet das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Rufnummer 08000116016 tĂ€glich anonym und kostenlos Beratung, auch in vielen Sprachen mit UnterstĂŒtzung von Dolmetscherinnen. FĂŒr Kinder bietet das Kinder- und Jugendtelefon "Nummer gegen Kummer" unter der Rufnummer 08001110333 ebenfalls kostenlos und anonym Hilfe von Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr.

Weitere Hinweise und Beratungsangebote finden betroffene Frauen unter: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/haeusliche-gewalt

RĂŒckfragen bitte an:

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Marco Ellermann
Telefon: 0541 - 327 1024
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