HZA-R: Zoll deckt millionenschweren Betrug auf: Amtsgericht Hof verhĂ€ngt Haftstrafen gegen GeschĂ€ftsfĂŒhrer einer bundesweit tĂ€tigen Baufirma
02.07.2024 - 09:30:43Der UrteilsverkĂŒndung ging eine VerstĂ€ndigung und GestĂ€ndnisse der beiden Angeklagten voraus. Die Ermittlungen, durchgefĂŒhrt durch das Hauptzollamt Regensburg - Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) mit Dienstsitz in Hof, brachten ans Licht, dass UmsĂ€tze in einstelliger Millionenhöhe erzielt wurden und Lohnsummen ĂŒber eine halbe Million Euro nicht ordnungsgemÀà verbeitragt und versteuert wurden.
Den Ausgangspunkt der Ermittlungen bildete eine Personen- und Fahrzeugkontrolle auf der A9, bei der ein italienischer Vorarbeiter mit drei albanischen Arbeitern kontrolliert wurde. Die Albaner sollten ohne gĂŒltigen Aufenthaltstitel fĂŒr ErwerbstĂ€tigkeiten nach Oberfranken ge-bracht werden. Diese Feststellung fĂŒhrte zu umfangreiche Ermittlungsverfahren wegen illegalem Aufenthalt und Beihilfe zum illegalen Aufenthalt. Sichergestellte Mobiltelefone lieferten, durch Fotos mit Datums- und GPS-Stempel, Hinweise auf weitere Baustellen und illegal beschĂ€ftigten Arbeitern der Firma.
Parallel dazu wurde bei einer Baustellenkontrolle bei Hamburg weitere Arbeiter der betroffenen Firma ohne Aufenthaltstitel entdeckt. AuĂerdem gab ein inhaftierter Arbeitslosengeld II-EmpfĂ€nger bei der FKS Hof an, dass er in der NĂ€he von Berlin fĂŒr die Firma gearbeitet habe, ohne dafĂŒr Lohn erhalten zu haben.
Bundesweite Ermittlungen und DurchsuchungsmaĂnahmen ergaben, dass mindestens 60 Arbeitnehmer, darunter Italiener, Bulgaren, Albaner, Mazedonier, RumĂ€nen und Deutsche, auf verschiedenen Baustellen beschĂ€ftigt wurden, wobei nur zwei Arbeitnehmer zur Sozialversicherung gemeldet waren. Die Ermittlungen fĂŒhrten zu einer Feststellung von nicht gezahlten SozialversicherungsbeitrĂ€gen in Höhe von rund 185.000 Euro, BeitrĂ€gen zur Berufsgenossenschaft in Höhe von rund 27.000 Euro und BeitrĂ€gen zur SOKA-Bau in Höhe von 58.000 Euro.
Es wurden zudem zehn Ermittlungsverfahren gegen namentlich bekannte, illegal beschÀftigte Arbeiter, drei Ermittlungsverfahren gegen in Deutschland lebenden Personen wegen Verdachts des Leistungsbetrugs zu Lasten des Jobcenters und ein Ermittlungsverfahren wegen UrkundenfÀlschung eingeleitet.
Mit dem Richterspruch des Amtsgerichts Hof endet ein intensiver Ermittlungsmarathon fĂŒr die FKS Hof, der mehr als drei Jahre in Anspruch nahm. Die Ermittlungen der Finanzbehörde hinsichtlich eines gröĂeren Steuerschadens sind noch nicht abgeschlossen.
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