Gewerkschaften, Stellungnahme

DPolG RP: Geplante Ausweitung der PolizeiprÀsenz an Schulen greift zu kurz

23.01.2026 - 14:45:30

Rheinland-Pfalz - Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Rheinland-Pfalz sieht die Überlegungen zur Ausweitung der PolizeiprĂ€senz an Schulen kritisch. "Die Sicherheit von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern sowie LehrkrĂ€ften ist unstrittig. Dennoch darf die Polizei nicht zur Ersatzlösung fĂŒr strukturelle Defizite im Bildungs- und Sozialbereich gemacht werden" Ă€ußert die DPolG Landesvorsitzende Noriko Nagy.

Polizei arbeitet am Limit

Die rheinland-pfĂ€lzische Polizei ist bereits stark belastet. Neben dem regulĂ€ren Einsatzgeschehen bindet insbesondere der Schutz von Synagogen, jĂŒdischen Einrichtungen und anderen sensiblen Objekten dauerhaft erhebliche KrĂ€fte. Diese Aufgaben sind angesichts der aktuellen Sicherheitslage zwingend notwendig. ZusĂ€tzliche dauerhafte EinsĂ€tze an Schulen können nur auf Kosten anderer Kernaufgaben erfolgen, etwa der KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung, der Verkehrssicherheit oder der PrĂ€senz im öffentlichen Raum.

Polizei ersetzt keine PĂ€dagogik

Polizistinnen und Polizisten sind fĂŒr Gefahrenabwehr und Strafverfolgung ausgebildet, nicht fĂŒr pĂ€dagogische Dauerarbeit. Eine regelmĂ€ĂŸige PrĂ€senz uniformierter EinsatzkrĂ€fte an Schulen birgt die Gefahr der Stigmatisierung und kann insbesondere bei Kindern und Jugendlichen Unsicherheit oder Ablehnung erzeugen. Das gilt vor allem fĂŒr sozial belastete Schulstandorte. Sicherheit entsteht dort nicht durch stĂ€ndige PolizeiprĂ€senz, sondern durch stabile Strukturen, verlĂ€ssliche Bezugspersonen und funktionierende PrĂ€vention.

Ganzheitliche Konzepte statt Symbolpolitik

Die DPolG Rheinland-Pfalz fordert die Landesregierung auf, Ursachen statt Symptome zu bekĂ€mpfen. Notwendig sind mehr Schulsozialarbeit, Schulpsychologen, kleinere Klassen und klare Handlungsstrukturen fĂŒr LehrkrĂ€fte in Konfliktsituationen. Polizei kann und muss eingreifen, wenn Grenzen ĂŒberschritten werden oder Gefahrenlagen entstehen. Sie darf aber nicht zur Dauerlösung fĂŒr gesellschaftliche und bildungspolitische VersĂ€umnisse werden. Noriko Nagy erklĂ€rt: "Wer mehr PolizeiprĂ€senz fordert, muss ehrlich sagen, wo diese KrĂ€fte herkommen sollen und welche Aufgaben dafĂŒr zurĂŒckgestellt werden. Sicherheit an Schulen lĂ€sst sich nicht verordnen, sie muss strukturell ermöglicht werden."

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