RKiSH, Auszeichnung

RKiSH: Besondere Auszeichnung fĂŒr höchstzuverlĂ€ssige Sicherheitskultur geht an die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH)

08.12.2023 - 11:00:10

Pinneberg - Schon am 9. November wurde der erste HRO-Award beim 17. Nationalen QualitĂ€tskongress Gesundheit in Berlin verliehen. Neben dem BG Klinikum Bergmannstrost Halle/Saale und dem österreichischen Krankenhaus der Elisabethinen in Graz gehörte die RKiSH zu den ausgezeichneten PreistrĂ€gern. Aktuell gab es in Pinneberg eine kleine Feierstunde, bei der der Award regional gewĂŒrdigt wurde.

HRO steht fĂŒr High Reliability Organizations, zu Deutsch HochzuverlĂ€ssigkeitsorganisationen. Hiermit sind Unternehmen und Organisationen beschrieben, die trotz eines hohen GefĂ€hrdungs- und Risikopotenzials höchst zuverlĂ€ssig arbeiten, kontinuierlich ihre AblĂ€ufe trainieren und die internen Prozesse permanent optimieren, um die Komplikationsraten zu senken.

Der gemeinnĂŒtzige Verein "Gesundheitsstadt Berlin" und der Versicherungsmakler Ecclesia Gruppe zeichneten 2023 erstmalig Projekte von Einrichtungen in Medizin und Pflege aus, die nachweislich durch ein Höchstmaß an ZuverlĂ€ssigkeit in Diagnostik, Therapie und Pflege charakterisiert sind. Dabei geht es ausdrĂŒcklich um ZuverlĂ€ssigkeit in Routineprozessen, im Fall der RKiSH um Patientensicherheit.

"Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir uns sehr gefreut haben, ein Projekt aus der PrĂ€klinik auszeichnen zu können.", betonte Dr. Peter Gausmann als GeschĂ€ftsfĂŒhrer der GRB Gesellschaft fĂŒr Risiko-Beratung mbH in Detmold in seinen Grußworten in Pinneberg. "Das Detailkonzept der RKiSH ermöglicht mit der Kompetenzerweiterung der NotfallsanitĂ€ter Wege in eine Richtung, die wir zukĂŒnftig benötigen. Und wie Sie das mit dem Feedback, Fallkonferenz und weiteren Maßnahmen seit Jahren im Sinne der Patientensicherheit begleiten, ist bemerkenswert.", so Gausmann weiter.

NotfalleinsĂ€tze werden dezentral vom Rettungsfachpersonal in kleinen Teams durchgefĂŒhrt. Etwa 2.500 mal im Jahr kommt es im Rahmen der Standardarbeitsanweisungen (SAA) zur eigenstĂ€ndigen oder eigenverantwortlichen Anwendung von Medikamenten oder invasiven Maßnahmen durch das Rettungsfachpersonal in der RKiSH.

Jede eigenstĂ€ndige Anwendung von Medikamenten oder invasiven Maßnahmen durch die NotfallsanitĂ€ter*innen wird dem beteiligten Team in einem individuellen schriftlichen Feedback mit dem Ziel gespiegelt, Gelungenes hervorzuheben und mögliches Verbesserungspotential aufzuzeigen. Erkenntnisse aus den Feedbacks werden evaluiert und zur Risikobewertung und QualitĂ€tssicherung genutzt. Im laufenden Jahr ist es etwa 300 Mal gelungen, den Einsatzteams ein Feedback bereits tagesaktuell zu ĂŒbermitteln.

Die Besonderheit dabei ist, dass die RĂŒckmeldung nicht von der Ă€rztlichen Leitung kommt, sondern von NotfallsanitĂ€tern direkt aus dem Team Medizinische QualitĂ€tssicherung (MQS), also auf Augenhöhe zu den Kollegen. Der Peer-to-Peer-Grundsatz ist authentisch, sorgt fĂŒr VerstĂ€ndnis, Offenheit und nimmt Ängste, weil die sĂ€mtliche Feedbacker auch aktiv am Einsatzdienst teilnehmen.

"Es lebt davon, wie das Feedback gegeben wird. Es geht nicht darum zu sagen 'das finde ich gut oder schlecht', sondern muss so strukturiert und standardisiert erfolgen, dass Inhalte transportiert werden.", lobt Dr. med. AndrĂ© Gnirke als Ärztlicher Leiter der RKiSH die gelebte Feedbackkultur. "Wir haben uns wahnsinnig gefreut, dass die Arbeit, die hier im Team geleistet wird, gesehen und unabhĂ€ngig anerkannt wird."

Eine ErgĂ€nzung der EinsatzrĂŒckmeldung ist das schon 2019 eingefĂŒhrte Telefeedback. Diese Videocalls setzen dort an, wo die schriftliche Form an ihre Grenzen stĂ¶ĂŸt, weil es sich beispielsweise um einen komplexen Sachverhalt oder sehr seltenen Einsatz handelt.

"Ganz wichtig und wir haben das auch in Berlin betont: Wir wollten mit der Bewerbung um den Preis auch das Team in den Mittelpunkt rĂŒcken, das dieses Feedback in der Vielzahl der FĂ€lle und in der QualitĂ€t erst möglich macht.", beschrieb Thomas Krautz als stellvertretender Ärztlicher Leiter der RKiSH die Motivation zur Bewerbung um den HRO-Award.

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