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Ein Jahr Initiative Kurve kriegen im Kreis Siegen - Wittgenstein - die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein und der TrĂ€gerverein BrĂŒcke Siegen e.V. ziehen sehr positives Fazit

15.01.2025 - 10:45:24

Siegen / Siegen-Wittgenstein - "Kurve kriegen", eine kriminalprĂ€ventive Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen, die sich zum Ziel gesetzt hat, kriminelle Karrieren von ganz jungen Menschen frĂŒhzeitig zu erkennen und zu verhindern, ist seit dem 01.11.2023 auch im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein platziert.

Anlass genug, um aus polizeilicher Sicht, aber vor allen Dingen aus sozialpÀdagogischer Sicht die Entwicklung der Initiative im Kreisgebiet, die Teilnehmerzahlen, die Arbeit mit den Teilnehmern und auch bisher erreichte Ziele zu reflektieren.

Ute Henrich und Stefan Dax als hauptverantwortliche Kriminalbeamte fĂŒr die Betreuung der Initiative "Kurve kriegen" zeigen sich sehr erfreut ĂŒber die bisherige Entwicklung der Initiative im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein.

"Wir haben direkt zu Beginn, nachdem wir in den Wirkbetrieb eingestiegen sind, richtig losgelegt, um die Initiative hier bei uns im Kreis bei den entsprechenden Stellen nachhaltig zu platzieren. Dabei war vor allem die UnterstĂŒtzung durch unsere pĂ€dagogischen FachkrĂ€fte enorm wichtig."

"Wir haben in den ersten Monaten sehr viel Zeit in Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit investiert. Daneben haben wir als Polizei direkt damit begonnen, geeignete mögliche Teilnehmer im Alter zwischen 8 und 16 Jahren in intensiven und streng festgelegten Prozessen herauszufiltern. Das hat aktuell, nach etwas mehr als einem Jahr, zu einem Teilnehmerstand von insgesamt 11 jungen Menschen im Alter von 9 - 16 Jahren gefĂŒhrt. Mit den Teilnehmern und den Familien arbeiten unsere pĂ€dagogischen FachkrĂ€fte auf freiwilliger Basis sowie im Zusammenspiel mit anderen externen Helfern und Institutionen vertrauensvoll zusammen. Das Ziel, nĂ€mlich die Verhinderung, dass eine kriminelle Karriere so richtig Fahrt aufnimmt, steht dabei immer im Vordergrund. Außerdem ist primĂ€r wichtig, dass eine VerhaltensverĂ€nderung bei den Kindern- und Jugendlichen in positivem Sinne eintritt."

"Wir sind mit der bisherigen Entwicklung der Initiative hier bei uns sehr zufrieden und glauben auch, dass wir die absolut richtigen Kinder- und Jugendlichen in die Initiative aufgenommen haben. Wir arbeiten sehr vertrauensvoll und zielfĂŒhrend mit JugendĂ€mtern, Schulen und vielen anderen Institutionen zusammen. "Kurve kriegen" ist eine unglaublich tolle Möglichkeit fĂŒr diejenigen, die teilnehmen können und kann eine sehr wichtige UnterstĂŒtzung auf dem Weg in ein Leben mit guter Zukunftsperspektive sein, im besten Fall ohne die Begehung von Straftaten.

Wir sind sehr ĂŒberzeugt, dass sich "Kurve kriegen" im Kreis Siegen-Wittgenstein auch langfristig weiter etablieren und als notwendiges Puzzleteil im Bereich der Arbeit mit straffĂ€lligen Kindern- und Jugendlichen dienen wird".

Stellvertretend fĂŒr die pĂ€dagogischen FachkrĂ€fte, die ausschließlich durch den TrĂ€gerverein, dem BrĂŒcke Siegen e.V. gestellt werden, gibt Nina Daldaban einige Einblicke in die bisherige Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen: "Das vergangene Jahr mit der kriminalprĂ€ventiven Initiative ""Kurve kriegen" war sowohl eine herausfordernde als auch bereichernde Zeit. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, die an einem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben standen, hat uns PĂ€dagogische FachkrĂ€fte vor neue Aufgaben gestellt und uns gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, positive VerĂ€nderungen aktiv zu begleiten. RĂŒckblickend konnten wir nicht nur Fortschritte bei den Teilnehmenden beobachten, sondern auch wertvolle Erkenntnisse fĂŒr unsere pĂ€dagogische Arbeit gewinnen."

"Im Mittelpunkt unserer Arbeit stand die gezielte Förderung und UnterstĂŒtzung der Kinder und Jugendlichen und deren Familien. Manche von ihnen kamen aus schwierigen familiĂ€ren und sozialen VerhĂ€ltnissen, was sich oft in herausforderndem Verhalten oder einer erhöhten KriminalitĂ€tsgefĂ€hrdung Ă€ußerte. Durch ein auf sie zugeschnittenes Angebot an pĂ€dagogischen und nichtpĂ€dagogischen Maß-nahmen, durch persönliche Betreuung, Elterncoaching sowie durch die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Institutionen konnten wir dazu beitragen, dass einige TeilnehmerInnen und auch deren Familien, einen bemerkbaren Perspektivwechsel vollziehen konnten. Es war besonders ermutigend zu sehen, wie sie Vertrauen aufbauten, neue Interessen entdeckten und erste Erfolge erzielten - sei es in der Schule, in sozialen Beziehungen oder bei der Entwicklung persönlicher Ziele.

Ein Beispiel, das uns besonders berĂŒhrt hat, war ein Jugendlicher, der durch regelmĂ€ĂŸige GesprĂ€che und gezielte Angebote u.a. sein Sozialverhalten und Selbstbewusstsein stĂ€rken konnte, so dass ihm eine Urkunde der Schule "FĂŒr eine herausragende Entwicklung" ĂŒberreicht wurde."

"Manche Kinder und Jugendliche benötigten Zeit, Vertrauen aufzubauen und die UnterstĂŒtzung anzunehmen und gerieten zeitweise wieder in alte Verhaltensmuster. Solche Situationen waren fĂŒr uns PĂ€dagogen auch emotional fordernd. Doch hier zeigte sich die StĂ€rke von "Kurve kriegen": Dank der engen Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie JugendĂ€mter, Schulen, Beratungsstellen, der Polizei und weiteren Partnern konnten wir individuell auf Herausforderungen reagieren und gemeinsam langfristige Lösungen entwickeln sowie die Familien stĂ€rker in den Entwicklungsprozess einbinden."

"Ein zentraler Bestandteil der Initiative war und ist die enge Kooperation mit anderen FachkrĂ€ften. Der regelmĂ€ĂŸige Austausch und die interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit waren fĂŒr uns nicht nur eine fachliche Bereicherung, sondern auch eine wertvolle UnterstĂŒtzung im Umgang mit komplexen Situationen. Gemeinsam konnten wir ein stabiles Netzwerk schaffen, das die Teilnehmenden nachhaltig und langfristig begleitet. "Kurve kriegen" lebt von der Kooperation unterschiedlicher Akteure und der damit verbundenen Zusammenarbeit."

"Nach einem Jahr "Kurve kriegen"" können wir sagen, dass wir trotz mancher Herausforderungen erleben konnten, wie Kinder und Jugendliche neue Perspektiven entwickelten und erste Schritte in eine selbstbestimmte und straffreie Zukunft gingen. FĂŒr uns PĂ€dagogen war die Arbeit in der Initiative eine intensive und auch erfĂŒllende Aufgabe, die uns gezeigt hat, wie wirksam individuelle PrĂ€vention sein kann, wenn sie konsequent und vernetzt erarbeitet und umgesetzt wird. Mit dieser Erfahrung blicken wir motiviert in die Zukunft und freuen uns darauf, weitere Kinder, Jugendliche und Familien auf ihrem Weg zu unterstĂŒtzen."

Das FachkrĂ€fteteam der Initiative kann bei Bedarf, zum Beispiel bei Fragen oder der Interesse an weiteren Informationen zur VerfĂŒgung und kann unter [email protected] oder [email protected] erreicht werden.

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