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Kreispolizeibehörde veröffentlicht Kriminalstatistik 2023 - hohe AufklÀrungsquote und steigende Fallzahlen #polsiwi

03.04.2024 - 16:41:10

Siegen-Wittgenstein - Eine hohe AufklĂ€rungsquote sowie steigende Fallzahlen sind die Ergebnisse der polizeilichen Kriminalstatistik fĂŒr das Jahr 2023 im Kreis Siegen-Wittgenstein. Die Polizei hat die Daten am Mittwochnachmittag in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Ein Wert sorgte besonders fĂŒr ein positives Fazit. Der Abteilungsleiter der Polizei Klaus Bunse freute sich ĂŒber die hohe AufklĂ€rungsquote: "Bei der AufklĂ€rungsquote handelt es sich um eine wichtige MessgrĂ¶ĂŸe der kriminalpolizeilichen Arbeit. Wir konnten im letzten Jahr die bereits gute AufklĂ€rungsquote nochmals steigern. Mit ĂŒber 64 % geklĂ€rten FĂ€llen ist dies die beste AufklĂ€rungsquote in NRW." Landrat Andreas MĂŒller ergĂ€nzte: "Eine gute AufklĂ€rungsquote bedeutet, dass viele Straftaten geklĂ€rt und TĂ€ter ermittelt werden konnten. FĂŒr die GeschĂ€digten von Straftaten ist es wichtig, dass TĂ€ter ermittelt werden. Insofern hat die AufklĂ€rungsquote auch Einfluss auf das SicherheitsgefĂŒhl der Menschen."

Der AufklĂ€rungsquote stehen jedoch auch steigende Fallzahlen gegenĂŒber. Bereits 2022 gab es einen Anstieg der Fallzahlen der GesamtkriminalitĂ€t zu verzeichnen. Dieser Trend setzte sich im vergangenen Jahr weiter fort. So sind fĂŒr 2023 insgesamt 16.222 Straftaten zu verzeichnen. Dies bedeutet ein Plus von circa 13 Prozent (+ 1.914 Taten).

Trotz des Anstiegs liegen die Zahlen damit immer noch zum Teil deutlich unter den Vor-Corona-Jahren 2014 - 2018.

Fast die HĂ€lfte der Steigerung geht auf eine Zunahme der Eigentumsdelikte zurĂŒck (+ 851 FĂ€lle, davon ĂŒber 330 LadendiebstĂ€hle mehr als noch 2022).

Im Bereich der EinbruchskriminalitÀt stiegen die Fallzahlen um 22 Straftaten auf nunmehr 591 Delikte.

Einen Hauptanteil nehmen hier die WohnungseinbrĂŒche ein. 2023 kam es zu 174 WohnungseinbrĂŒchen im Kreisgebiet. Dies bedeutet eine Steigerung um 45 FĂ€lle. Dies ist trotz des Anstiegs der drittniedrigste Wert der letzten 10 Jahre. In weit mehr als der HĂ€lfte der FĂ€lle blieb die Tat im Versuchsstadium stecken (96 Versuche). Mehr als 55 Prozent der Taten konnten bislang geklĂ€rt werden.

Auch im Bereich der Siegener Innenstadt gelang es der Polizei, eine Tatserie von ĂŒberwiegend GeschĂ€ftseinbrĂŒchen zu klĂ€ren. Ein heranwachsender und zwei jugendliche IntensivtĂ€ter konnten ĂŒberfĂŒhrt werden. Das Trio erhielt mehrjĂ€hrige Haft- bzw. BewĂ€hrungsstrafen.

Im letzten Jahr richtete die Kreispolizeibehörde eine Ermittlungsgruppe "EG Faden" ein. Ziel dieser Ermittlungsgruppe ist es, mittels eines tĂ€terorientierten Ansatzes ganz bestimmte Kriminelle von der Straße zu bekommen.

Die Ermittlungsgruppe war hierbei insbesondere im Bereich der BekÀmpfung des Rauschgifthandels und der EinbruchskriminalitÀt in der Siegener Innenstadt unterwegs, oftmals auch verdeckt. Im Rahmen dieser Arbeit kam es auch hier zu mehreren Festnahmen.

Nach dem letztjÀhrigen Anstieg der Gewaltdelikte lag ein besonderes Augenmerk auf diesem Deliktsbereich.

Landrat Andreas MĂŒller betonte in der Pressekonferenz: "Bundesweit können wir das PhĂ€nomen einer zunehmenden Gewaltbereitschaft feststellen. Konflikte werden immer hĂ€ufiger gewaltsam ausgetragen. Dies macht sich auch in der KriminalitĂ€tsstatistik bemerkbar. Es handelt sich dabei aber um ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die Polizei versucht natĂŒrlich, durch verstĂ€rkte PrĂ€senz und konzeptionelles Vorgehen dieser Entwicklung entgegenzutreten."

Nach einem massiven Anstieg der Gewaltdelikte im Nach-Corona-Jahr 2022 kam es im vergangenen Jahr lediglich noch zu einem moderaten Anstieg um 4 Prozent auf nunmehr 623 FĂ€lle.

Positiv trotz des Anstiegs hierbei: Die Straßenraubdelikte (38 FĂ€lle, - 20 %) sowie die Anzahl der Messerangriffe, bei denen der Angriff angedroht oder durchgefĂŒhrt wurde (65 Angriffe, - 19 FĂ€lle), sind laut der Polizeilichen Kriminalstatistik rĂŒcklĂ€ufig.

DafĂŒr verlagerten sich qualifizierte Körperverletzungen aus dem geschlossenen Bereich in den öffentlichen Bereich hinein.

Landrat Andreas MĂŒller: "Wir sind mit unseren Maßnahmen personell an die Schmerzgrenzen und darĂŒber hinaus gegangen. Dies ist in der Siegener Innenstadt so, das betrifft aber genauso den lĂ€ndlicheren Raum, wo wir ebenfalls eine grĂ¶ĂŸtmögliche PrĂ€senz gewĂ€hrleisten. Klar ist aber auch, dass Polizei nicht sĂ€mtliche Straftaten bereits im Ansatz verhindern kann."

Abteilungsleiter Klaus Bunse: "Wir haben das Projekt "Sichere Innenstadt Siegen" personell immer weiter ausgeweitet, zudem neue Netzwerkpartner gefunden, die uns ebenfalls unterstĂŒtzen. Und wir werden auch weiterhin alles daran setzen, dafĂŒr zu sorgen, dass die Menschen in Siegen-Wittgenstein in einer vergleichsweisen sicheren Region leben. Dass dieses Streben auch erfolgreich ist, sieht man zum einen an der sehr guten AufklĂ€rungsquote, zum anderen aber auch an der sogenannten KriminalitĂ€tshĂ€ufigkeitszahl (Anzahl der Straftaten bezogen auf je 100.000 Einwohner), die mit einem Wert von 5.853 deutlich unter der des Landes NRW (7.789) liegt. Die Wahrscheinlichkeit hier Opfer einer Straftat zu werden ist deutlich geringer als im Landesdurchschnitt."

Ein ergÀnzender Bericht zur PKS 2023 ist auf der Homepage der Kreispolizeibehörde abrufbar: https://siegen-wittgenstein.polizei.nrw/artikel/polizeiliche-kriminalstatistik-9

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