PolizeiprÀsidium Trier gibt die Jahresunfallbilanz 2023 heraus
01.03.2024 - 10:00:18Die Gesamtzahl der dabei verunglĂŒckten Personen ist jedoch um fast 5 % gesunken. Insbesondere ist ein RĂŒckgang der Schwerverletzten um fast 7 % zu verzeichnen. Insgesamt wurden 2.343 Personen leicht und 550 Personen schwer verletzt. Die Anzahl der Getöteten liegt mit 31 unter dem Vorjahreswert von 32.
Etwa jeder sechste Unfallverursacher entfernte sich unerlaubt vom Unfallort, womit die Verkehrsunfallfluchten wieder auf Höhe der Vorpandemiejahre angelangt sind. Etwa 44 % der FlĂŒchtigen konnten ermittelt werden.
Die Zahl der VerkehrsunfĂ€lle mit Beteiligung von Kindern unter 14 Jahren ging leicht um ca. 3 % auf 189 zurĂŒck. Erfreulich ist auch, dass die Zahl der bei VerkehrsunfĂ€llen verletzten Kinder rĂŒcklĂ€ufig ist.
Die Hauptrisikogruppe der Jungen Fahrenden zwischen 18 und 24 Jahren verursachte die 4.769 VerkehrsunfĂ€lle, an denen sie beteiligt war, in ĂŒber 73 % der FĂ€lle auch verantwortlich. Ihre Beteiligung an VerkehrsunfĂ€llen bleibt insgesamt aber auf dem Niveau des Vorjahres. Erfreulicherweise ist dabei die Anzahl von Getöteten im Vergleich zu den Vorjahren weiter gesunken und liegt mit nur einer Person deutlich unterhalb des fĂŒnfjĂ€hrigen Mittelwerts von fĂŒnf.
Weiterhin hĂ€ufig sind Senioren ab 65 Jahren an VerkehrsunfĂ€llen beteiligt. Auch sie verursachten ĂŒber 71 % der 4.599 VerkehrsunfĂ€lle, an denen sie beteiligt waren, als Verantwortliche. WĂ€hrend in dieser Risikogruppe die Anzahl an Schwer- und Leichtverletzten zwar sank, verunglĂŒckten 14 Senioren (plus fĂŒnf) und damit ĂŒberdurchschnittlich viele tödlich, was einen Anstieg von ca. 56 % gegenĂŒber dem Vorjahr darstellt. Darunter sind fĂŒnf Senioren im Alter von ĂŒber 75 Jahren.
Deutlich zurĂŒckgegangen ist die Gesamtzahl der VerkehrsunfĂ€lle unter Beteiligung von Fahrrad- und Pedelec-Fahrenden (380 / minus 118). Hier sind jedoch 3 Getötete zu verzeichnen. Ebenfalls zurĂŒckgegangen ist die Zahl der VerkehrsunfĂ€lle unter Beteiligung von motorisierten ZweirĂ€dern mit amtlichen Kennzeichen (334 / minus 32). In ca. 70 % waren die Zweirad-Fahrenden die Verursacher der VerkehrsunfĂ€lle und wurden in mehr als zwei Dritteln der FĂ€lle selbst verletzt. Insgesamt ist die Zahl der bei VerkehrsunfĂ€llen verunglĂŒckten Zweiradfahrenden jedoch deutlich rĂŒcklĂ€ufig.
Anja Rakowski, Behördenleiterin des PolizeiprĂ€sidiums Trier, stellt dazu fest: "Vor dem Hintergrund der "Vision Zero", der europaweit erklĂ€rten Absicht, bis 2050 die Zahl der Unfalltoten auf null zu senken, haben wir die erkannten Hauptrisikogruppen im vergangenen Jahr intensiv im Rahmen unserer Verkehrssicherheits- und VerkehrsprĂ€ventionsarbeit in den Blick genommen. Und das werden wir zukĂŒnftig zielgruppenorientiert forcieren!"
Auf Vorjahresniveau wurden 457 VerkehrsunfĂ€lle mit der Unfallursache Alkohol- und Drogeneinfluss aufgenommen. WĂ€hrend zwar die Zahl der UnfĂ€lle unter Einfluss von Alkohol leicht rĂŒcklĂ€ufig ist, muss aber eine deutliche Steigerung der VerkehrsunfĂ€lle unter Einfluss von BetĂ€ubungsmitteln von 59 auf 75 verzeichnet werden. Aufgenommen wurden auch 23 VerkehrsunfĂ€lle, bei denen durch die Polizei ein Mischkonsum von Alkohol und anderen berauschenden Mitteln festgestellt werden musste. Daher widmet sich die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit diesem Problemfeld bereits schwerpunktmĂ€Ăig. Im Jahr 2023 wurden in diesem Zusammenhang ĂŒber 1.900 polizeiliche Ermittlungsverfahren wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ohne Unfallzusammenhang eingeleitet.
Weitere Hauptunfallursachen sind unverĂ€ndert die nicht angepasste Geschwindigkeit und der unzureichende Sicherheitsabstand. In diesen Bereichen ist ein leichter Anstieg der Verkehrsunfallzahlen zu beobachten, weswegen gezielte VerkehrsĂŒberwachungsmaĂnahmen, wie das Videoabstandsmessverfahren und anlassbezogene GeschwindigkeitsĂŒberwachungen durch semimobile und mobile MessgerĂ€te, bereits fester Bestandteil der polizeilichen Verkehrssicherheitsstrategie sind. Unter dem Dach des European Roads Policing Network (ROADPOL) wurden im vergangenen Jahr lĂ€nderĂŒbergreifend Schwerpunktwochen zu den Hauptunfallursachen wie bspw. Geschwindigkeit durchgefĂŒhrt.
Erfreulicherweise ist im Gegensatz zum Jahr 2022 ein RĂŒckgang der VerkehrsunfĂ€lle durch Ablenkung um 17,4 % auf 252 zu verzeichnen, wodurch diese Ursache nur noch leicht ĂŒber dem Niveau des Jahres 2021 liegt. Die Polizei geht davon aus, dass ein GroĂteil der Ablenkungen im StraĂenverkehr durch die unerlaubte Bedienung von Smartphones am Steuer verursacht werden. Zur Dokumentation der VerstöĂe und der Reduzierung entsprechender UnfĂ€lle wurde 2023 die sog. Monocam zur Erkennung von VerstöĂen mit elektronischen GerĂ€ten im Rahmen eines Pilotprojekts im PolizeiprĂ€sidium Trier getestet. Derzeit beabsichtigt Innenminister Michael Ebling mit dem aktuellen Regierungsentwurf zum neuen Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (POG) den dauerhaften Einsatz der Monocam zuzulassen.
Der dargestellten statistischen Daten beruhen auf verschiedenen polizeilichen Datenquellen, wobei es aufgrund systembedingter Parameter in Teilbereichen zu kleinen Abweichungen kommen kann.
Weitere, differenzierte Daten zur Unfallentwicklung finden Sie unter folgendem Link: https://s.rlp.de/t04Xm (PDF)
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