POL-PPTR, Kampagne

Neue Kampagne gegen Callcenter-Betrug an der Porta Nigra vorgestellt

31.10.2023 - 14:24:25

Trier - Mit einem großen Plakat, auffĂ€lligen Aufklebern und einem Infostand hat die Zentrale PrĂ€vention des PolizeiprĂ€sidiums Trier am Montagvormittag ihre neue Kampagne prĂ€sentiert. "Wir möchten möglichst viele Menschen ĂŒber das PhĂ€nomen Callcenter-Betrug aufklĂ€ren", sagt Polizeihauptkommissar Marc Powierski. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Masche, aber um eine, die Ermittler und PrĂ€ventionsexperten immer wieder beschĂ€ftigt. Die BetrĂŒger rufen vorwiegend Ă€ltere Menschen an und erzĂ€hlen ihnen Geschichten von Verwandten, die tödliche UnfĂ€lle verursacht haben und sich nur gegen Kaution freikaufen können oder von EinbrĂŒchen in der Nachbarschaft. So versetzten sie ihren potentiellen Opfern zunĂ€chst einen Schock und wollen diesen Schockmoment ausnutzen. Ihr Ziel ist immer dasselbe: an Geld und WertgegenstĂ€nde zu gelangen und die Menschen so um ihr Erspartes zu bringen. "Wir möchten, dass es erst gar nicht so weit kommt, die Angerufenen die Manipulation am Telefon erkennen und auflegen", so Powierski, Leiter der Zentralen PrĂ€vention.

FĂŒr Aufmerksamkeit sorgte heute Morgen nicht nur die Aktion an der Porta Nigra, sondern auch der neonfarbene Aufkleber. "Im Zweifel - Auflegen! 110 wĂ€hlen" steht darauf. Und das ist der wichtigste Tipp, den auch Behördenleiterin Anja Rakowski geben kann: "Immer Auflegen, das ist die allerbeste Methode. Und die 110 anrufen. Die Polizei ist dafĂŒr da."

Von einem Fall, der ihr besonders im GedĂ€chtnis geblieben ist, berichtet Marie Effenberger. Sie ist als Opferschutzbeauftragte fĂŒr das PolizeiprĂ€sidium Trier im Einsatz. "Vor ein paar Monaten hat jemand, der einen Schockanruf erhalten hat, daraufhin 160.000 Euro an einen unbekannten Geldabholer ĂŒbergeben." Im Alltag hilft sie den Menschen, solche traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Am Montag geht Marie Effenberger mit ihren Kollegen auf Streife durch die FußgĂ€ngerzone. Sie sprechen Passanten an, um sie auf die Gefahr von Schockanrufen aufmerksam zu machen. "Wir kennen das, wir haben auch schon mal BetrĂŒger am Telefon gehabt", sagen viele von ihnen oder haben Menschen in ihrem Umfeld, denen so etwas schon passiert es. Ein PĂ€rchen aus Tegernsee hört interessiert zu, als Polizeihauptkommissar Michael Lui ihnen von der Masche berichtet. Denn eines ist auch klar: Es ist kein lokales PhĂ€nomen, die BetrĂŒger agieren weltweit, die Callcenter befinden sich meistens im Ausland.

Das Gesicht der Kampagne ist der ehemalige Polizeihauptkommissar und stellvertretende Leiter der Pressestelle, Karl-Peter Jochem. "So einen Anruf kann jeder erhalten, deshalb mache ich gerne mit", sagt der 62-JĂ€hrige. Und die Kampagne erhĂ€lt jeden Tag neue Gesichter, die die AufklĂ€rungsarbeit in Sachen Callcenter-Betrug unterstĂŒtzen. Beispielsweise haben OberbĂŒrgermeister Wolfram Leibe und Europaabgeordnete Katarina Barley, aber auch Influencerin Liesa Maier gemeinsam mit der Polizei Videos gedreht, um ein Bewusstsein fĂŒr solche betrĂŒgerischen Anrufe zu schaffen und zu vermitteln, dass Auflegen in keinem Fall unhöflich oder ein Zeichen mangelnden Respekts ist.

Die Videos werden auf der Internetseite des PolizeiprÀsidiums Trier unter https://s.rlp.de/im-zweifel-auflegen sowie auf den Social Media KanÀlen der Polizei Trier und der Polizei Rheinland-Pfalz zu sehen sein.

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