Vermehrte Cyberattacken auf KrankenhÀuser in der Corona-Krise
09.04.2020 - 10:49:25
Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit und Informationstechnik (BSI) vermeldet in den vergangenen Wochen eine erhöhte AktivitĂ€t von kriminellen Hackern gegen Einrichtungen des Gesundheitssystems. In einer internen Studie des Bundesamtes, die dem âHandelsblattâ vorliegt, werden seit Ausbruch der Corona-Pandemie vermehrt Cyberattacken auf die EDV-Systeme von KrankenhĂ€usern vermerkt. Die professionellen Hackergruppen, die hinter den Angriffen stehen, stammen unter anderem aus China. Eine als APT41 bekannte chinesische Organisation, zeigt in den letzten Wochen eine verstĂ€rkte AktivitĂ€t gegen auslĂ€ndische Ziele. Das Brisante an der APT41-Gruppe, ist ihre Verbindung zu chinesischen Regierungsstellen. In der Vergangenheit wurde hĂ€ufiger eine direkte Beauftragung durch offizielle chinesische Stellen beobachtet. Im Fokus der Cyberattacken steht der Diebstahl von Daten aus dem Gesundheitswesen., ĂŒber Fallzahlen, Behandlungsstrategien, Verbreitung und nationale Corona-Strategien. Der Umstieg auf Home-office-Lösungen in der Verwaltung hat die Datensysteme extrem verwundbar gemacht. Es fehlt derzeit an sicherheitstechnischen Lösungen, die einen Datenabfluss bei Telefonkonferenzen oder DatenĂŒbermittlungen verhindern. Das BSI hatte bereits Anfang April die Verbreitung einer Malware mit Namen âCoronavirusâ beobachtet und darĂŒber Bericht erstattet. Die Schadprogramme wurden ĂŒber E-Mail-AnhĂ€nge oder ĂŒber die Aktivierung von Downloadoptionen verbreitet, wie das âHandelsblattâ berichtete. Die deutschen Inlandsgeheimdienste warnen seit Ausbruch der Krise vor kriminellen AktivitĂ€ten im Netz und vor der Ausbreitung von Schadprogrammen im Zusammenhang mit Corona. Die Angriffe auf Einrichtungen des Gesundheitswesens könnten zu ernsthaften Konsequenzen fĂŒhren, wie der hessische Verfassungsschutz beklagte. Im Extremfall wĂ€re eine BeeintrĂ€chtigung der medizinischen Versorgung denkbar, mahnt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Die derzeitige Situation gibt betrĂŒgerisch motivierten Angriffen neue Möglichkeiten, die wir bisher mit Sicherheitsprogrammen ausschlieĂen konnten, betont Markus Holzbrecher-Morys, Vertreter der DKG. Der GrĂŒnen-Politiker Konstantin von Notz nimmt die Berichte ĂŒber SicherheitslĂŒcken zum Anlass, heftige Kritik an der IT-Politik der Bundesregierung zu ĂŒben. Wenn wir ĂŒber eine funktionierende Infrastruktur zur Abwehr von Cyberattacken verfĂŒgen wĂŒrden, könnten wir den Schaden minimieren, stellt Notz im âHandelsblattâ fest. Er sieht nach der BewĂ€ltigung der akuten Notlage die Regierung in der Pflicht. Eine Aktualisierung der IT-Sicherheitsgesetze ist ĂŒberfĂ€llig. ZusĂ€tzlich brauchen wir eine funktionierende und unabhĂ€ngige Infrastruktur, fordert der GrĂŒnen-Politiker.
Redaktion ad-hoc-news.de, NeoMatrix


